Man nehme eine leere Plastikflasche, ein Stück Alu-Wellblech, Wasser und ein bisschen Chlor, schon ist sie fertig – die perfekte Energiesparlampe. Es ist das Modell, das in den Behausungen der…

Man nehme eine leere Plastikflasche, ein Stück Alu-Wellblech, Wasser und ein bisschen Chlor, schon ist sie fertig – die perfekte Energiesparlampe. Es ist das Modell, das in den Behausungen der Slums von Manila den Menschen das Licht zurück ins Leben bringt. Dort, wo es keine Stromanschlüsse gibt oder die Menschen sich den Strom nicht leisten können.

Ein Liter Licht

In Brasilien und Mexiko wurde das “Flaschenlicht” schon früher eingeführt. Der philippinische Student Illac Diaz hat die Idee für ein weiteres Projekt seiner MyShelter Foundation übernommen. Mit der Organisation beabsichtigt er, nachhaltige Wohnmöglichkeiten an Orten zu schaffen, an denen man sich keine kostspieligen Technologien leisten kann. Das Bottle School Project etwa wurde schon realisiert – Man baute eine Schule aus Plastikflaschen.

Das Solar Bottle Light – das solare Flaschenlicht – wurde vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) für Entwicklungsländer entworfen. Das Programm der MyShelter Foundation in der phlilippinischen Landessprache Tagalog nennt sich Isang Litrong Liwanag und heißt übersetzt “Ein Liter Licht”. Es hat sich vorgenommen, eine Millionen Haushalte auf den Philippinen mit Licht zu versorgen. Bis Ende 2013 sollen es vier Millionen Haushalte auf vier Kontinenten sein.

Die Bauanleitung ist recht simpel: Man schneidet ein Loch in Alu-Wellblech, steckt die Flasche hindurch und füllt sie mit Wasser. Chlor kommt hinein, um Algenbildung zu vermeiden. Die Flasche wird nun durch ein Loch im Dach gesteckt, das Wellblech liegt auf diesem auf und fängt das Sonnenlicht ein. Das Wasser in der Flasche streut dieses im Innenraum. Das Ganze wird mit einer Gummidichtung versiegelt, damit kein Regen durchkommt.

Flaschenlicht für den Alltag

Es klingt nach einer einfachen, provisorischen Lösung, doch tatsächlich sorgt das Flaschenlicht für eine bessere Lebensqualität. Viele der Hütten in den Slums haben keine Fenster. Es ist den ganzen Tag stockfinster. Kochen, Waschen, Pflegen, dies alles wird unter funseligem Licht einer Taschenlampe, einer Kerze oder mit Hilfe einer selbst gebastelten Stromleitung erledigt. Nicht selten kommt es durch die Behelfslösungen zu verheerenden Bränden. Hat eine Familie offiziellen Zugang zu Strom, kann sie sich diesen oft nicht leisten.

Das Licht aus der Wasserflasche kostet höchstens einmalig vier Euro, verursacht kein Feuer und steht zumindest den ganzen Tag zur Verfügung. Und ganz nebenbei reduziert es ein klein wenig das Plastikmüllproblem. Die Flaschen müssen nicht mehr weggeworfen werden, man kann sie an das Projekt spenden. Auch philippinische Schulen und Lagerhallen werden mittlerweile mit dem Flaschenlicht erleuchtet.

Zur Homepage des Projektes mit Spendeninformationen, Videos, Infos und Bauanleitung geht es hier: http://isanglitrongliwanag.org/about-us/

Ein Film von Spiegel online über das Projekt gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=J2yifGgB9s0

Bildnachweis: © Jürgen Oberguggenberger / Pixelio.de