Kommt schon bald ein Bierpulver auf den Markt, das ein gleichwertiges Geschmackserlebnis wie herkömmlich gebrautes Bier bietet? Fotocredit: © monica di loxley/Unsplash
Kommt schon bald ein Bierpulver auf den Markt, das ein gleichwertiges Geschmackserlebnis wie herkömmlich gebrautes Bier bietet? Fotocredit: © monica di loxley/Unsplash
Eine deutsche Brauerei will Emissionen beim Transport von Bier einsparen. Gelingen soll dieses Vorhaben mit einem Pulver, das durch die Zugabe von Kohlensäurewasser in alkoholisches Bier umgewandelt wird.

Wer beim großen Onlinehandelsriesen das Wort „Bierpulver“ in die Suchfunktion eingibt, der erhält allerhand Ergebnisse. Von Getränkekonzentraten, aus denen man einen Eisshake mit Biergeschmack zaubern soll (oh mein Gott …) über Malzpulver, das auch zum Backen genutzt werden kann, bis hin zu teils kostenintensiven Bierbräu-Sets, die eher nach Junggesellenabschieds-Geschenk aussehen, mit denen man die Chemiekasten-Leidenschaft aus Kindertagen ins Erwachsenenleben transferieren kann, als dass sie klassischem Bier Konkurrenz machen könnten.

Mit all dem hat das Vorhaben der Neuzeller Kloster-Brauerei nichts gemein. Denn in der Biermanufaktur, die in Neuzelle im deutschen Brandenburg als mittelständischer Familienbetrieb geführt wird, wird gerade ein alkoholhaltiges Bierpulver entwickelt. Und dabei geht es um mehr als um eine fancy Konsumationsform von Alkohol. Die Entwicklung soll einen Beitrag im Sinne der Nachhaltigkeit leisten. 

Bierpulver bisher nicht in akzeptierter Qualität auf dem Markt

Denn dem Neuzeller Kloster-Bräu geht es darum, mit einer marktreifen Entwicklung von Bierpulver Transportleistungen einzusparen und damit eine Maßnahme gegen den Klimawandel zu leisten. Im Gegensatz zu den bisher eher an Scherzartikel erinnernden Produkten soll das in Neuzelle entwickelte Bierpulver vor allem die Gastro als Zielgruppe ansprechen.

Laut den Entwicklern gäbe es derzeit auf dem Markt kein Pulver, das von Biertrinkerinnen und Biertrinkern wirklich akzeptiert würde, da aktuelle Trockenprodukt-Qualitäten nicht im Ansatz an jene von alkoholhaltigen Bieren herankämen.

Das verwundert wenig: Als Verbraucher:in kennen wir den Unterschied zwischen regulärem Getränk und Pulvervariante wohl derzeit eher von Kaffee. Und auch in diesem Bereich würden vermutlich alle Liebhabenden des Bohnengetränks eher auf den vollmundigen Geschmack des Espressos aus dem Vollautomaten setzen, als auf das damit nicht vergleichbare Instantpulver aus dem Packerl. 

Noch gibt es kein Trockenprodukt am Markt, das als Bier von Verbrauchenden akzeptiert würde. Fotocredit: © Tatiana Rodriguez/Unsplash
Noch gibt es kein Trockenprodukt am Markt, das als Bier von Verbrauchenden akzeptiert würde. Fotocredit: © Tatiana Rodriguez/Unsplash

Entwicklung von Bierpulver von EU gefördert

Was dennoch bei Kaffee schon lange als Alternative bekannt ist, ist übriges auch beim Thema Alkohol nicht ganz neu. Schon 2004 hat ein deutsches Unternehmen „Alkohol zum Aufgießen“ in Pulverform auf den Markt gebracht. Die Alkopops in Form von Pulver, das man schlicht mit Wasser zu einem alkoholhaltigen Getränk mixen kann, fand allerdings keine große Verbreitung und stand im Sinne des Jugendschutzes sogar eher in Kritik.

Gut zehn Jahre später kam auch in den USA ein Alkoholpulver auf den Markt, mit dem man durch die Zugabe von Wasser alkoholische Getränke mit Rum- oder Margarita-Geschmack herstellen konnte. Mit dieser lifestyligen Anmutung scheint das Vorhaben der Brauerei in Brandenburg allerdings wenig gemein zu haben.

Die Machbarkeitsstudie für die Produktentwicklung des Bierpulvers, das beispielsweise im Gaststättenbereich durch die Zugabe von kohlesäurehaltigem Wasser ein Bier entstehen lassen und von Verbrauchenden akzeptiert werden soll, wird sogar vom Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Erste Verkostungen sollen bereits möglich sein. Wir sind gespannt, wann es das Bierpulver in den regulären Handel schafft. 

Quellen: news.de, de-academic.com, klosterbrauerei.com / Fotocredits: © monica di loxley und Tatiana Rodriguez/ beide via Unsplash


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