Geplante Obsoleszenz – so nennt man es, wenn Produkte extra so hergestellt werden, dass sie nach kurzer Zeit wieder kaputt gehen. Die Initiative MURKS? NEIN DANKE! Sagt den beabsichtigten Fehlkosntruktionen…

Geplante Obsoleszenz – so nennt man es, wenn Produkte extra so hergestellt werden, dass sie nach kurzer Zeit wieder kaputt gehen. Die Initiative MURKS? NEIN DANKE! Sagt den beabsichtigten Fehlkosntruktionen den Kampf an.

Kaufen für den Müll

Ein Drucker geht kurz nach Ablauf der Garantie kaputt. Die Reparatur soll rund 139 EUR kosten; Der Kaufpreis belief sich gerade mal auf 39,95 EUR. Da entscheidet man sich lieber für einen neuen Drucker und der alte – landet auf dem Müll.

Szenenwechsel – In der alten Feuerwache des kalifornischen Örtchens Livermore hängt eine Glühbirne. Dort brennt sie schon seit – man glaubt es kaum -109 Jahren. Web Cams senden Bilder von ihr um die ganze Welt. Zwei der Kameras hat die Lampe schon locker überlebt.

Der Film „Kaufen für die Mülltonne“ erzählt die Geschichte von der  beabsichtigten Verkürzung der Lebensdauer unserer Produkte. Denn nur wenn diese schnell den Geist aufgeben, verkaufen die Firmen größere Stückzahlen und dies ist ganz im Sinne des Wirtschaftswachstums. Schon lange geht es nicht mehr darum, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, sondern neue zu schaffen.

Geplante Obsoleszenz

Der erste bekannte Fall der sogenannten geplanten Obsoleszenz ist aus dem Jahr 1924 bekannt, als sich namhafte Glühbirnenhersteller aus der ganzen Welt heimlich trafen und sich auf eine Lebensdauer von 1.000 Stunden einigten, um die Nachfrage zu steigern, obwohl es bereits Glübirnrnen gab, die 2.500 Stunden brannten. Überschreitungen dieser Grenze wurden gegenseitig streng überwacht und bestraft.

Ein anderes Beispiel ist der Nylonstrumpf, der nach langer Entwicklung zu haltbar war und nach und nach von den Industriechemikern wieder anfälliger gemacht wurde, um den Absatz zu steigern. Nicht nur der Vorprogrammierte Absturz unserer technischen Geräte, sondern auch jährlich wechselndes Design und geschicktes Marketing verführen uns dazu, mehr zu konsumieren, als wir wirklich brauchen.

Und so schickt uns der Film nach Ghana, wo Kinder und Jugendliche sich daran machen, aus unserem Elektroschrott Metalle zu gewinnen, indem sie Plastikgehäuse und Kabel verbrennen und den giftigen Rauch einatmen. Dort, wo einst ein lebendiger Fluss die Landschaft prägte, sieht man nur noch Müll.

Dem Murks wird der Kampf angesagt

„Dieser Murks muss aufhören!“ liest man auf der Website der Initiative MURKS? NEIN DANKE! Seit Februar 2012 kann man hier seine Erfahrungen mit schnell verschleißten Produkten melden und Petitionen unterstützen, die zur Änderung des Gewährleistungsrechtes und anderer Gesetze führen sollen, damit die Hersteller zur nachhaltigen Produktverantwortung angehalten werden.

Diese unabhängig und überparteilich bürgerschaftliche Bewegung gegen geplante Obsoleszenz hat Dipl. Betriebswirt Stefan Schridde gegründet, der auf seinem Blog die Entwicklung der Bewegung dokumentiert. Zahlreiche Unterstützer kommen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz; Die Community wächst stetig.

MURKS? NEIN DANKE! Möchte einiges bewegen: Durch Kontakte zu Herstellern und Hochschulen soll eine neue Qualität in der Produktentwicklung verfolgt, in Workshops und Seminaren ganzheitliche Qualitätskonzepte erarbeitet werden. Positive Beispiele werden gern gezeigt: Offene Werkstätten, Reparaturtage und Mitmachaktionen –  alles, was zur Langlebigkeit unserer Produkte beiträgt. Denn, um mit einem Zitat aus dem Film abzuschließen: „An ein grenzenloses Wachstum auf einen Planeten mit begrenzten Ressoucren glauben nur Verrückte und Ökonomen.“

Zur Website: http://www.murks-nein-danke.de/murksmelden/

Zum Film „Kaufen für die Mülltonne“: http://www.youtube.com/watch?v=_hC-9qNrr0Y&feature=bf_prev&list=PL7DECFE1A4A58F313

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