Nachhaltige Ernährung als Familie
Nachhaltige Ernährung als Familie
Nachhaltige Ernährung als Familie ist durch ein paar kleine Änderungen ganz einfach umsetzbar! Hier die besten Tipps einer Zweifachmama.

Nachhaltig leben als Familie ist eine Herausforderung, doch schon kleine Schritte helfen. Ein großer Bereich ist die Ernährung! Wir essen mehrmals pro Tag und achten wir hier auf Nachhaltigkeit summieren sich die kleinen Schritte in kürzester Zeit. Ein paar Ideen für nachhaltige Ernährung als Familie habe ich heute für euch zusammengefasst:

Nachhaltig Einkaufen

Nachhaltige Ernährung als Familie fängt schon beim Einkauf an. (Wenn wir ganz genau sind sogar schon früher, nämlich bei der Mahlzeitenplanung. Einen Artikel dazu habe ich hier bereits geschrieben.) Beachtet ihr ein paar Punkte beim Einkaufen, ernährt ihr euch nicht nur gesünder, sondern tut auch etwas für die Umwelt:

Bioprodukte bevorzugen

Antibiotika und synthetische Pflanzenschutzmittel belasten die Umwelt enorm. Beides ist in Bioprodukten nicht oder nur sehr eingeschränkt erlaubt und macht diese somit zu einer nachhaltigen Alternative. Dabei müssen sie nicht einmal viel teurer sein, oft gibt es schon wirklich gute Angebote. 

Regionale und saisonale Produkte wählen

Regionales Saisonobst und -gemüse ist reicher an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffe und Mineralstoffen als jenes, das von weit her kommt. Es wird erst zur natürlichen Erntezeit gepflückt und hat keine langen Transportwege hinter sich. Greift ihr also zu diesen Produkten esst ihr automatisch gesünder und nachhaltiger. 

Nur kaufen was ihr auch verbrauchen könnt

Damit sind wir im Grunde wieder bei der Mahlzeitenplanung, denn die erleichtert diesen Punkt enorm. Es wird zu viel Lebensmittelmüll produziert und seht es mal so: jedes weggeworfene Lebensmittel hat euch Geld gekostet! Ihr tut also bei diesem Punkt nicht nur etwas für die Umwelt, sondern auch für euren Geldbeutel.

Selber kochen

Fertigprodukte sind praktisch, im Verhältnis allerdings teuer und oft voller chemischer Zusatzstoffe, die sie ansprechender aussehen lassen und länger haltbar machen. Kocht ihr für das gleiche Geld selbst, habt ihr mehr davon, könnt nachhaltigere Zutaten verwenden und wisst immer, was drin ist. Gemeinsam mit den Kindern zu kochen hat noch dazu den Vorteil, dass sie eher essen, an dessen Zubereitung sie auch beteiligt waren. Probiert es aus, ich kann aus Erfahrung bestätigen, dass es stimmt!

Plastikmüll vermeiden

Dieser Punkt ist zum Glück mittlerweile gar nicht mehr so schwierig einzuhalten. Mitgebrachte Einkaufstaschen aus Stoff liegen im Trend und in den meisten Supermärkten gibt es schon Produkte, die umweltfreundlicher verpackt sind: in Papier, abbaubaren Materialien oder sogar Unverpacktes.

Nachhaltige Ernährung als Familie - Aufbewahrung
Fotocredit: Martin Lostak auf Unsplash

Nachhaltige Ernährung als Familie daheim

Sind die Lebensmittel erst einmal daheim angekommen gibt es ein paar weitere kleine Tricks, wie ihr nachhaltiger damit umgehen könnt:

Lebensmittel richtig lagern

Viele Produkte halten sich länger, wenn ihr sie richtig lagert. Reife Äpfel und Tomaten sollten beispielsweise immer separat aufbewahrt werden, da beide ein Reifungsgas absondern, die andere Lebensmittel in ihrer Nähe schneller altern lassen. Brot, Kartoffeln und Kürbisse mögen es gerne kühl und dunkel. Exotische Früchte werden übrigens auch am liebsten kühl gelagert, auch, wenn man das angesichts ihres Herkunftsortes nicht vermuten würde.

Nicht gleich wegwerfen

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten bedeutet das nicht automatisch, dass das Produkt verdorben ist. Dieses Datum zeigt lediglich an, bis wann ein Produkte mindestens seine Qualität behält. Also Geschmack, Aussehen, Konsistenz und Geruch. Weist ein Lebensmittel keine sichtbare Veränderung auf, könnt ihr es auch nach dem Ablauf dieses Datums noch bedenkenlos verzehren. 

Reste einfrieren

Bleibt einmal etwas über und ihr wollt die Reste nicht zeitnah aufessen, friert sie doch einfach ein. Wenn es dann einmal schnell gehen muss, habt ihr automatisch euer selbstgemachtes „Fertiggericht“ zur Hand. Es gibt übrigens auch eine energiesparendere Alternative zum Einfrieren: füllt ihr das Gekochte noch heiß in ein Glas mit Schraubdeckel, stellt es auf den Kopf und lasst es kalt werden, hält sich das Essen bis zu zwei Wochen im Kühlschrank. Eine weitere Alternative ist zum Beispiel foodsharing.at. Dort könnt ihr eintragen, was ihr übrig habt und vielleicht noch jemanden damit glücklich machen.

Nachhaltige Hilfsmittel

Neben den Nahrungsmitteln an sich gibt es noch andere Bereiche, die bezüglich Ernährung nachhaltiger gestaltet werden können. Energie sparen beim Kochen beispielsweise, über das ihr hier mehr lesen könnt. Wir verwenden außerdem seit die Kinder zu essen begonnen haben Mikrofasertücher anstelle von Küchenrolle. Damit haben wir in den letzten Jahren eine Menge Müll gespart und die Tücher sind auch nach 5 Jahren noch gut verwendbar. Auch wiederverwendbare Strohhalme verwenden wir seit einigen Jahren, dazu gibt es kleine Bürsten für die Reinigung. Anfangs aus Edelstahl, momentan haben wir aber auch welche aus Silikon. Diese sind bunt und biegsam, das nehmen die Kinder eher an. 

Nachhaltige Ernährung als Familie
Fotocredit: Caroline Attwood auf Unsplash

Nachhaltig Essen unterwegs

Nicht nur für daheim gibt es diese Tipps, auch unterwegs lässt sich die nachhaltige Ernährung als Familie umsetzen. Die Kinder gehen in Kindergarten und Schule, die Eltern ins Büro. 

Vorsicht bei Fast Food Ketten

Das meiste Essen, das ihr unterwegs zu kaufen bekommt könnt ihr gleich wieder vergessen. Die Qualität ist meist sehr gering, das Fleisch kommt aus Intensivtierhaltung und viele Speisen sind industriell gefertigt. Die nachhaltige Alternative: daheim machen und mitnehmen! (Das klappt auch mit Burger und Co)

Über den Tellerrand schauen

Arabische, asiatische oder indische Imbisse bieten oft fleischlose Alternativen zu den typischen Fast Food Gerichten. Achtet aber darauf, dass beim Kochen kein Glutamat verwendet wird.

Kleine Portionen bestellen

In Kantinen und der Gastronomie sind die Gerichte häufig sehr großzügig bemessen. Vor allem bei Buffets werden die Portionen oft in großen Mengen vorgekocht. Was nicht gegessen wird, wird weggeworfen. Um das zu vermeiden und nachhaltiger zu essen bestellt am besten eine kleine Portion, wenn möglich. Oder lasst euch den Rest einpacken und habt so wieder ein schnelles Essen für später. 

Brotdose und Trinkflasche

Mittlerweile sind sie ohnehin schon fast üblich: die nachhaltige Brotdose statt der Frischhaltefolie und eine Trinkflasche aus nachhaltigeren Materialien anstelle der üblichen PET-Flasche. So fällt weniger Müll an und ihr spart zusätzlich Geld. (Pst: 10 gesunde Lunchbox Ideen findet ihr hier)

Ihr seht, nachhaltige Ernährung als Familie ist gar nicht so schwer umzusetzen! Nach und nach die Ideen umzusetzen bringt euch immer näher in Richtung Nachhaltigkeit. Viel Erfolg! 

Quellen:
Scoyo Elternmagazin, „Nachhaltig Essen – umweltfreundliche Ernährung mit Kindern
Meine Familie.at, Elisabeth & Johannes Hackl, „Nachhaltig leben als Familie: Lebensmittel
Familie.de, Benita Wintermantel, 17.05.2016, „Regional, gesund und lecker: Die gesunde Familienküche