Wer Macht über das Finanzsystem hat, bestimmt den Erfolg der Wirtschaft.

Das WPA (Wirtschaftspartnerschaftsabkommen) der EU mit Afrika ist ein kleines TTIP und verlängert erneut das Kolonialsystem und die Sklaverei. Die „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus Afrika sind dabei in erster Linie die jeweils neuen Sklaven für die europäische industrielle Landwirtschaft, die – dank WAP – dann die noch zusätzlich subventionierten Produkte konkurrenzlos billig – zollfrei nach Afrika liefert und jede lokale Landwirtschaft komplett ruiniert. Bis zu 100.000 afrikanische Sklaven arbeiten in der Erntesaison in Süditalien und Spanien, Flüchtlinge ohne Rechte. Sogenannte Entwicklungshilfe, die Afrika helfen soll, diesen Aderlass zu stoppen, hilft allerdings nur den europäischen Agrar- und Lebensmittelkonzernen und – wie seit Jahrhunderten – natürlich einem kannibalischen Finanzsystem, aber nicht den Afrikanern.

Afrikanische Sklaven auf Italiens Tomatenplantagen arbeiten gegen afrikanische Kleinbauern

80 Prozent der meisten in Europa erzeugten Lebensmittel werden exportiert, in Länder, die sich einmal selbst versorgen konnten, aber nun mit der künstlich verbilligten Ware überschwemmt werden. Dabei wird gleichzeitig eine wirklich nachhaltige Subsistenzwirtschaft zerstört, also eine Wirtschaft, mit einer vollständigen Versorgung aller Menschen mit allem, was sie benötigen, ohne dabei Abfälle zu hinterlassen. Eine derartige Wirtschaft will und kann nicht wachsen – und gilt nach dem globalen Wirtschaftssystem als absolut verarmt. Sie produziert nichts für einen Export und benötigt nicht einmal Geld, die Menschen haben zwar weniger als einen Dollar pro Tag zum Leben, aber sie leben doch.
Wird nun dieses lebenserhaltende und seit Jahrtausenden funktionierende – eben nachhaltige – System zerstört, haben diese Menschen tatsächlich nichts zum Über-Leben. Nun müssen sie in der – europäischen, chinesischen und amerikanischen – Industrie „arbeiten“. Steht diese nicht in Afrika, müssen sie eben dorthin „fliehen“, wo die Fabriken – oder Plantagen sich befinden. Inzwischen werden ihre verlassenen Felder – oft gar noch, wenn sie diese eigentlich bewirtschaften wollen – von den ausländischen Konzernen übernommen, geraubt. Manchmal können dann die ehemaligen Bauern auf „ihrem Land“ aber für ausländische Investoren „arbeiten“. Leben können sie – verglichen mit dem bisherigen Zustand – davon in der Regel nicht. Die ganze Familie muss sich – auf irgendeine Weise – bei den heutigen Kolonialherren verdingen. Sklaven im eigenen Land.

Armut ist vielleicht keine Armut, sondern Reichtum

Armutsberichte spiegeln in keiner Weise den tatsächlichen Zustand eines Landes und schon gar nicht der Menschen wieder. Das wesentliche Problem ist, dass der Maßstab die Verfügbarkeit von Geld ist und zudem die „Messlatte“ nicht die regionalen Bedingungen beachtet. Ein Mensch in Afrika, im südamerikanischen Dschungel oder in vielen Regionen Asiens kann mit nur einem Dollar sicher mehr anfangen, als jemand in Deutschland oder den USA, vorausgesetzt, es gibt überhaupt etwas „zu kaufen“. Das jeder Mensch auf diesem Planeten unbedingt einen elektrischen Nasenhaarschneider haben sollte, ist sicherlich Unfug, würde aber der europäischen Wirtschaft helfen zu wachsen. Immer noch gibt es ja Regionen, in denen man nicht einmal etwas kaufen muss, weil Nahrung einfach „vorhanden“ ist. Es gibt zum Beispiel noch Kulturen, die in ihrer Sprache nicht einmal Zahlwörter kennen, weil sie diese nun einmal bisher nicht brauchten (z.B. das Volk der Piraha im Amazonasgebiet). Arm sind diese keinesfalls, werden in Armutsberichten jedoch als absolut verarmt geführt. Solange diese Menschen aber noch „ihr Land“ behalten dürfen, nicht durch die immer rasanter wachsenden gigantischen Plantagen der ausländischen Investoren vertrieben werden, werden sie auch nicht fliehen und schließlich in unseren Agrarfabriken als neue Sklaven arbeiten müssen.

Warum spielt Geld so eine bedeutende Rolle – kann diese nachhaltig sein?

Geld als Tauschmittel, mit vernünftigen Regeln kann grundsätzlich nützlich sein, (das ist aber Stoff für einen weiteren Artikel). So, wie das Geldsystem seit dem letzten Jahrhundert funktioniert, ist es nicht nur unnütz, sondern sogar absolut schädlich. So gut wie alle globalen Probleme haben zumindest eine wichtige Wurzel in dem aktuellen Finanzsystem. Zwischen dem Staat, der eigentlich die Hoheit über die Geldmenge haben sollte und den Bürgern, die mit ihrer Wirtschaftskraft – und dem Geld, das sie damit verdienen – den Staat und seine übertragenen Aufgaben über ihre Steuern finanzieren, hat sich ein weit verzweigtes Bankensystem gedrängt. Dieses saugt mittels Zinsforderungen und seine Kreditpolitik Geld aus dem System und zwingt es insgesamt ständig zu wachsen, um wenigstens die Zinsen zu erwirtschaften. Kaum ein Staat der Erde ist noch in der Lage – oder Willens – seine Staatsschulden zu tilgen, alle zahlen gerade eben noch ihre Zinsen oder nehmen immer neue Staatsanleihen auf, um die Zinsen zahlen zu können.
Durch dieses System wurden Landwirte und Betriebe, ja die gesamte Wirtschaft, genötigt, immer mehr zu produzieren, um eben neben der Darlehenstilgung auch noch Zinsen bezahlen zu können. Dass ein ständig wachsendes System nicht nachhaltig existieren kann, ist bei endlichen Ressourcen, ja auf einem endlichen Planeten, völlig einleuchtend. So ein System nennt man gemeinhin ein bösartiges Krebsgeschwür, das ja am Ende seinen Wirt töten muss – und damit natürlich auch sich selbst. Warum Politiker trotzdem genau diesen Weg als einzig richtig bezeichnen, hat vielleicht nichts mit einer Kurzsichtigkeit oder Dummheit zu tun, sondern offenbar mit Korruption und einer Ohnmacht gegenüber den wirklichen „Herren“. Amschel Mayer Rothschild hat einmal treffend gesagt: „Gebt mir Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer die Gesetze macht“. Oder Henry Ford, der John D. Rockefeller um einen Kredit für sein Automobilwerk – für das T-Modell – bat: „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“.
Dieses System tut Menschen Gewalt an. Daher sind „Wirtschaftsflüchtlinge“ auch Kriegsflüchtlinge, denn in ihrer Heimat droht ihnen auch der Tod.

http://www.zeit.de/2015/51/afrika-eu-handelspolitik-subventionen-armut-flucht
http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-01/oxfam-armutsbericht-ein-prozent-der-weltbevoelkerung-reicher-als-der-rest
http://www.freunde-afrikas.de/armut_in_afrika.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/armutsbericht-arm-auf-dem-papier-13442409.html

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