Jährlich landen 40 Tonnen Plastikmüll in der Donau. Selbst anpacken ist die Devise, wenn wir unsere Meere vom Plastik fern halten wollen.

Erst beim letzten Urlaub an der Adria musste ich den Kopf schütteln, als ich das ganze Plastik, das vom Meer angespült wurde am Strand liegen sah. Aber nicht nur Küstenregionen sind von der immensen Plastikverschmutzungen betroffen, sondern auch unsere Donau. Wie kommt das Plastik überhaupt ins Meer und warum sollten wir uns in Wien an der Nase nehmen, um präventiv gegen die Verschmutzung der Ozeane anzukämpfen?

Auf meinen vielen Reisen durch Europa und Südamerika habe ich festgestellt: Wien gehört definitiv zu den saubersten Städten die ich bisher gesehen habe. Trotzdem findet man immer wieder Müll am Straßenrand. Oft fegt der Wiener Wind das Plastik wieder aus den Mistkübel raus und so verbreitet dieser sich über die ganze Stadt. Lange dauert es aber nicht, da landet der Müll auch schon im Donau Kanal, im Wien Fluss oder fliegt sogar auf direktem Weg in die Donau. Laut einer Studie des Umweltbundesamt Wien und der Universität für Bodenkultur landen in Österreich jährlich 40 Tonnen Plastik in der Donau. 10% davon sind industriellen Ursprungs, für den Rest sind Windverfrachtungen, Abwasser und unachtsames Wegwerfen verantwortlich. Was zu einem Problem für das komplette marine Ökosystem wird. Schließlich fließt die Donau auch ins Schwarze Meer und transportiert so unseren Müll den ganzen langen Weg bis in die Ozeane. Aber nicht nur die Verpackung von unserem Eis am Stiel oder unser Einweggeschirr vom Picknick sind die Übeltäter, sondern auch das teilweise „unsichtbare“ Plastik, das in unserer Kosmetik oder in unserer Kleidung versteckt, ist landet in den Gewässern.

Täglich wird neuer Plastikmüll an den Stränden im Mittelmeer angeschwemmt. Dieser kommt nicht nur von den angrenzenden Küstenstädten ins Meer, sondern auch über Europas Flüsse findet Plastik seinen Weg in unsere Ozeane.

Was tun gegen Mikroplastik?

Mikroplastik ist besonders heimtückisch, da man es kaum erkennen kann. Noch dazu landet es sehr einfach in unserem Ökosystem, weil es in Kläranlagen nicht gefiltert werden kann. Mikroplastik wurde daher bereits in Trinkwasser, in den Mägen von Fischen und in Kuhmilch gefunden. Die Schadstoffe die sich darin befinden können zur Störung des Hormonsystems führen und sind krebserregend. Mikroplastik landet über unsere Kosmetikprodukte im Wasser. Aber nicht nur in Peelings werden die kleinen Plastikteilchen verwendet, sondern auch in herkömmlicher Tagescreme, in Zahnpasta oder in normalen Duschgels kaufen wir sie in der Drogerie. Daher sollte man die Produkte vor dem Kauf genau prüfen. Auf der sicheren Seite ist man mit Naturkosmetik oder mit Produkten die die Aufschrift „ohne Mikroplastik“ führen. Alle anderen Produkte am besten mit der App codecheck überprüfen.

Auf der Straße aktiv werden!

Müll hat im Wald, auf der Wiese und auf der Straße nichts verloren. Wenn der Wind dennoch ein Stückchen Plastik vertragen hat, dann sollte man es am besten schnappen und in die nächste Mülltonne stecken. Nicht wegschauen sondern einfach nehmen, lautet die Devise! Mit gutem Vorbild voran gehen, denn vielleicht führt das ja sogar zu einer Kettenreaktion und motiviert andere auch den Müll aufzuklauben. Global2000 hat gemeinsam mit dem Alpenverein dafür sogar eine App entwickelt, um dem Müll auf die Spur zu gehen. Mit DreckSpotz werden die User dazu aufgerufen den Müll zu fotografieren und dem Ort zuzuordnen, an dem er gefunden wurde. Dadurch kann langfristig der Weg von Plastikmüll in der Natur nach verfolgt werden.

Beach Clean-Ups in Wien

Auch an der Donau gibt es die sogennaten #BeachCleanUps bei denen sich Gruppen aus motivierten Menschen zusammen tun, um die Strände zu säubern. Eine tolle Möglichkeit sich anzuschließen und dazu beizutragen, dass die Donau plastikfrei wird. Regelmäßige Beach Clean Ups finden zum Beispiel bei SeaSheperd, bei Global2000, bei den Green Heroes oder der Jugendgruppe des WWF der GenerationEarth statt. Man kann natürlich auch einfach selbst aktiv werden, in dem man sich Müllsack und ein paar Freunde schnappt und einklaubt was man neben der Donau alles so an Müll findet.

Fazit

Um den Plastikmüll fern von den Meeren zu halten, müssen wir bereits vor der eigenen Haustüre anfangen. Egal ob man die Verpackung vom Müsliriegel im Wald, den Plastikbecher auf der Straße aufklaubt und richtig entsorgt, sich einer Gruppe zum Aufsammeln anschließt oder dem Mikroplastik den Kampf ansagt, es gibt viele Möglichkeiten unser marines Ökosystem zu retten. Wir müssen nur anpacken und uns gegenseitig motivieren. Im Prinzip soll es was selbstverständliches sein, dass Müll eben nur im Mülleimer ist und nicht in der Stadt und der freien Natur.

Nützliche Links zum Thema:

Mira Nograsek, BA

Auf dem Blog ROEDLUVAN berichtet Mira über ihre Versuche ein nachhaltiges Leben zu führen. Ihr Weg führt sie in fremde Länder, in die Welt der fair produzierten Mode, in die vegane Küche und in eine plastikfreie Zone. Nebenher studiert die grüne Lifestylebloggerin Geschichte und arbeitet als Kulturvermittlerin in Wien.

Bildrechte: Mira Nograsek

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