Ein Wiener Projekt lernt Jugendlichen und Erwachsenen das Energiesparen.

Wer den energie-führerschein macht, stellt seine Kompetenzen in den Bereichen Energiesparen am Arbeitsplatz und ebenso im Alltag unter Beweis. In Seminaren werden Lehrlingen, sowie Schülerinnen und Schülern, anwendungsorientierte Grundlagen vermittelt. 

Konkret beschäftigt man sich da etwa mit Energie, Energiekenngrößen und Energieabrechnung oder auch mit ökologischen Auswirkungen des Energieverbrauchs. Freilich dürfen die Themen energiesparende Mobilität und Klimaschutz sowie erneuerbare Energiequellen ebenso nicht zu kurz kommen.

die umweltberatung“ bietet die Seminare für diesen „Führerschein“ für Einzelpersonen und Gruppen an. Firmen und Organisationen haben außerdem die Möglichkeit Seminare zu buchen. 

Der energie-führerschein ist eine Initiative der Wiener Umweltschutzabteilung, welcher von „die umweltberatung“, mit Unterstützung der Ressorts für Energieplanung und für Umwelt der Stadt Wien, entwickelt wurde.

Im November erhielt das Projekt des Weiteren den Klimaschutzpreis 2015 in der Kategorie „Tägliches Leben“.

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Wir haben uns aus diesem Anlass mit dem Abteilungsleiter der Magistratsabteilung 20, Bernd Vogl, näher unterhalten.

Beim energie-führerschein lernt man mehr zum Energiesparen am Arbeitsplatz und im Alltag. Wie eignet man sich dieses Wissen am besten an?

Energiesparen hat den Beigeschmack von mühsamer Umstellung und Verzicht. Dabei stellt sich nur die Frage, wie wir energiesparendes Verhalten zur Routine werden lassen. Vieles in unserem Alltag hinterfragen wir nicht. Meist tun wir Dinge ganz unbewusst, zum Beispiel beim Zähneputzen das Wasser laufen zu lassen. Dabei wäre es nur ein kleiner Handgriff.

Das ist eine winzige Kleinigkeit, aber in Summe machen solche alltäglichen Routinen einiges aus. Vor allem, wenn es auf Wien bezogen 1.8 Millionen Menschen tun, summiert sich da ganz schnell was.

Beim energie-führerschein werden umsetzbare Ideen aufgezeigt, die einfach in den Alltag integriert werden können. Warum, denken Sie, ist es wichtig, dass man mehr über Energiesparen lernt?

Der Umbau des Energiesystems betrifft die gesamte Gesellschaft. Für die Energiewende braucht es gewisse Kernkompetenzen auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Neugierde und das Wissen, wie ein ressourcenschonender Lebensstil aussehen könnte, sind wichtige Bausteine.

Nicht zuletzt erleichtert ein niedriger Energieverbrauch den Umstieg auf erneuerbare Energien.

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Wie kam es zu der Idee, den energie-führerschein ins Leben zu rufen?

Die Idee kam von „die umweltberatung“ und wurde von der Stadt Wien (Energieplanung und Umweltschutzabteilung) unterstützt. Energie steckt in all unseren alltäglichen Handlungen. Es ist wichtig sich die Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens bewusst zu machen. Dafür müssen aber die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Energieverbrauch erst einmal verstanden werden.

Der energie-führerschein ist eine Qualifikation zum Empowerment. Junge Menschen werden darin gestärkt die Auswirkungen ihres Energieverbrauchs zu verstehen und auch zu hinterfragen. Die Überlegung kaufe ich mir das neueste Smartphone, kann dann auch aus einer energiebezogenen Perspektive betrachtet werden.

Und welche Ziele hat man sich für die Zukunft gesetzt?

Wir freuen uns sehr, dass die MA 20 – Energieplanung als ein Kooperationspartner zum Erfolg des energie-führerscheins beitragen konnten. Die „umweltberatung“ setzt nun den nächsten Schritt und implementiert die Ausbildung auch in anderen Bundesländer.

Zudem ist ein energie-führerschein-App in Entwicklung, mit welcher die Lerninhalte interaktiv geübt werden können. Jugendliche sind die Energieverbraucher der Zukunft. Darum ist es besonders wichtig hier anzusetzen und auch zielgruppenspezifische Medien einzusetzen.

Mehr über Energiepolitik

Die Kategorie Energiepolitik umfasst internationale Entwicklungen und Verbesserungen, um erneuerbare Energien zu fördern, Strom zu sparen und die Umwelt zu schützen. Mit folgenden Links gelangst du der Reihe nach zu mehr Artikel in diesem Themenbereich für Einsteiger bis zu Profis.

Quellen:

Text: Interview

Fotos: MA20/Fürthner; „die umweltberatung“ archiv; gabriele homolka „die umweltberatung“

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