Interview mit Buchautor Lukas Pawek.

Lukas Pawek hat sein Wochenendhäuschen energieautark hergerichtet. Gemeinsam mit Franz Spreiz, der tagtäglich in seinem Haus energieautark lebt, hat er das Buch „Autarkie. Leben in Freiheit“ geschrieben. Dieses versteht sich als Anleitung für das Errichten energieautarker Systeme. Auf der Seite www.autarkie.at haben die beiden eine umfassende Sammlung an Informationen und Links zu dem Thema angelegt, auch das Buch kann man hier bestellen. Im Interview spricht Lukas Pawek, der das Kolleg für Erneuerbare Energie in Wien absolviert hat, über die Vorteile des stromautarken Lebens und über die Motivation, ein Buch über das Thema zu schreiben.

Wie kam es dazu, dass Sie ein Buch über Energieautarkie schreiben?

Das Thema Autarkie begleitet Franz Spreiz, den Co-Autor, und mich schon sehr lange Zeit. Franz Spreiz lebt mit seiner Familie seit 20 Jahren in einem vollautonomen Haus. Damals konnte sich das am Anfang niemand vorstellen, es war auch alles noch sehr teuer. Es kam sogar der Stromanbieter zu ihm, um zu kontrollieren, ob er nicht den Strom irgendwo abzweigt. Vor 15 Jahren haben wir uns kennengelernt, das Thema hat mich sehr fasziniert, er hat mich gleich angesteckt mit dem Autarkie-Virus. Außerdem habe ich bei einer Reise nach Tschernobyl gesehen, was das Kernkraftwerk dort angerichtet hat. Ich habe mir ein Häuschen gekauft, das ich ebenfalls energieautark gemacht habe, das ich allerdings nur am Wochenende benutze. Franz Spreiz ist irgendwann auf mich zugegangen und hat vorgeschlagen, dass wir ein Buch schreiben – er aus der Ganzjahres-Sicht, ich aus der Wochenend-Sicht.

Lukas Pawek, Franz Spreiz
Lukas Pawek, Franz Spreiz

Was möchten Sie mit dem Buch erreichen?

Das Buch ist eine Anleitung, mit der man Schritt für Schritt ein Haus vollautark machen kann. Auch teilautarke Systeme werden in einem Kapitel beschrieben. Denn es wird auf jeden Fall in die Richtung gehen, dass die Leute massenhaft teilautarke Lösungen umsetzen. Denn dass überhaupt kein Stromanschluss vorhanden ist, ist nur selten der Fall. Die Energieanbieter bewerben solche Systeme ja auch zunehmend.

Wann rechnet sich Energieautarkie?

In meinem Fall hat sich das ab dem allerersten Tag gerechnet, da ich keinen Stromanschluss bei meinem Häuschen hatte. Den Stromanschluss zu verlegen, hätte viel mehr gekostet. Wir beide, Franz Spreiz und ich, sind extreme Energiesparefrohs. Wir denken bei jedem Gerät genau nach, ob es effizient ist, oder ob man es zum Beispiel auch mit Gleichstrom betreiben könnte. Das senkt die Anschaffungskosten für das System enorm. Aber das macht natürlich nicht jeder.

Wie gut muss man sich mit Elektrizität auskennen, wenn man sich ein autarkes oder teilautarkes System zulegen möchte?

Es kommt darauf an, welches System man haben möchte. Es gibt Standardlösungen, die viel einfacher sind als unser System, das ich auch schon recht einfach finde. Solche Standardlösungen haben ein paar Nachteile, doch die meisten sehen darüber hinweg. Man ist Blackout-tauglich, was ja eine zunehmend wichtige Thematik ist. Die Systeme sind aber nicht darauf ausgelegt, dass sie die ganze Zeit vollautark funktionieren, dafür braucht es eigene Insellösungen, für die man sich etwas besser auskennen sollte.

Würden Sie den Weg zur Autarkie nochmals beschreiten?

Ich ärgere mich eher, dass ich nicht schon viel früher damit angefangen habe! Ich find’s ja lustig, dass sich in Wien kaum jemand Gedanken über einen großflächigen Stromausfall macht. Besonders im Winter kann sowas aber sehr schnell sehr unangenehm werden. Ich denke, die Energieautarkie wird noch immer zu sehr als Konkurrenz gesehen. Dabei kann diese den Netzversorgern sogar helfen, das Netz zu stützen. Der Markt hat sich jedenfalls allein in Deutschland in den letzten drei Jahren verdreifacht.

 

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Quelle: Energieleben Redaktion

Foto: Lukas Pawek, Astrid Knie/Privat

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