Sieben Meter hohe Versuchsanlage erstreckt sich auf 35 m2.

Eine sogenannte Wirbelschicht Versuchsanlage wurde jüngst von der Technischen Universität Wien in Betrieb genommen. Bereits seit vielen Jahren beschäftigt man sich an der TU mit Biomasse Vergasungstechnik, die Versuchsanlage ist ein logischer Fortschritt.

Beim Verbrennen von Biomasse, Müll oder auch von Reststoffen der Industrie kann man die gespeicherte Energie nutzen, nicht aber die Moleküle, aus denen das Material zusammengesetzt ist. Dabei ließen sich eigentlich aus biogenen Reststoffen Produkte, wie etwa Wasserstoff, Methan, Hythan oder Methanol und Diesel, gewinnen.

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Wärmeenergie bereitstellen und chemischen Energieträger erzeugen

An der TU Wien forscht man deshalb seit bereits mehr als zwanzig Jahren an einem Verfahrenskonzept, das beides gleichzeitig kann: Wärmeenergie bereitstellen und ebenso einen chemischen Energieträger erzeugen. Das sogenannte Produktgas dient dabei als Grundlage für unterschiedliche Synthesen.

Nach zweijähriger Vorbereitungsarbeit konnte nun eine neue Anlage in Betrieb genommen werden.

Mit der sieben Meter hohen Versuchsanlage, die auf jeweils 35 m2 aufgebaut wurde, sind des Weiteren aussagekräftige wissenschaftliche Ergebnisse erzielbar. Damit können Großanlagenprojekte in der Konzeptphase und im Basic Engineering unterstützt werden.

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Das Team um Professor Hermann Hofbauer hat in den letzten Jahren mehrere Patente angemeldet und sieht großes Potenzial in diesem neuen Wirbelschicht Vergasungskonzept. Johannes Schmid vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien weiß dazu mehr:

„Die entscheidende Idee bei der Zweibett-Wirbelschicht-Vergasung ist, dass wir den Prozess in zwei verschiedene Kammern aufteilen.“

Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Verbrennungsofen hat man bei diesem Verfahren zwei getrennte Gasströme: Einen Abgasstrom aus der Verbrennungskammer und einen Produktgasstrom aus der Vergasungskammer, der dann weiter genutzt werden kann.

Einsatz von alternativen Brennstoffen

Er ergänzt: „Durch eine neuartige Reaktorkonstruktion kommt der Brennstoff und dessen Produktgas viel intensiver in Kontakt mit dem wirbelnden heißen Sand, daher funktioniert die Vergasung nun auch mit schwierigen, alternativen Brennstoffen besser.“

Vielzahl an Abfällen kommen in Frage

„Abfälle aus der Papier- und Holzindustrie kommen in Frage. Wir werden aber auch Abfallfraktionen oder andere biogene Reststoffe wie Zuckerrohr- und Olivenbagasse testen. Auch Biomasse-Kohle Mischungen oder sogar Klärschlamm können auf diese Weise verwertet werden.“

Weitere Versuchsreihen

„Wir werden nun viele weitere Versuchsreihen mit ganz unterschiedlichen Brennstoffen durchführen“, sagt Johannes Schmid, „aber schon jetzt sehen wir, dass die neue Anlage herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse generieren wird.“

Im Video erfährt man noch mehr darüber:

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Quellen:

Text: Technische Universität Wien

Bilder: TU Wien

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