Wer den Dokumentarfilm Let`s make MONEY vom österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer aus dem Jahr 2008 noch nicht gesehen hat, sollte dies nachholen. Es ist einer der besten Dokumentarfilme mit Aha-Effekt!…

Wer den Dokumentarfilm Let`s make MONEY vom österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer aus dem Jahr 2008 noch nicht gesehen hat, sollte dies nachholen. Es ist einer der besten Dokumentarfilme mit Aha-Effekt!

Wo ist das Geld?

„Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!“ Dieser Werbespruch einer Bank fiel Wagenhofer ins Auge und warf direkt einige Fragen auf, so wie: Es hat noch nie so viel Geld gegeben wie jetzt, aber wo ist es? Eines war direkt klar: Geld arbeitet nicht. Es sind Menschen, Tiere oder Maschinen, die Leistung erbringen. Wenn Geld „arbeiten“ solle, dann würde dies meist nur unter Ausbeutung funktionieren. Dies war der Ausgangspunkt der Recherche.

Korruption, Mafia-Methoden, Ausbeute – und das sogar im Rahmen des Legalen. Legalität hat nun mal nichts mit Moral zu tun. Let`s make MONEY verfolgt den Weg des Geldes und beleuchtet das weltweite Finanzsystem, von dem nur einige wenige profitieren und die meisten darunter leiden.

Ausbeutung und Umweltzerstörung im Namen des Geldes

Let`s make MONEY nimmt uns mit auf eine Reise um die Welt, die Welt des Geldes. Wir sehen wie spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern und indische Arbeiter schufften, um Geld zu vermehren und doch selbst kaum welches verdienen. Auf der anderen Seite sehen wir die Fondsmanager, die Unternehmer, die Ausbeutung und Umweltzerstörung für den Gewinn hinnehmen.

Das alles klingt so, als würde die Dokumentation Gefahr laufen, plakativ zu sein, doch das ist sie nicht. Ganz im Gegenteil: Es wird nicht mit großem Pathos kommentiert. Die Akteure sprechen für sich und die Selbstverständlichkeit, mit der sie über den Lauf der Dinge berichten, lässt einen eher ernüchtert feststellen: Es ist die Realität ist, über die sie reden.

Der Film berichtet davon, wie die Gemeinschaft enteignet wird und ganze Regierungen erpresst werden. Unter zahlreichen Geschichten erfährt man, warum die Wiener Straßenbahn nicht der Stadt Wien, sondern einem amerikanischen Investor gehört, was Wirtschaftskiller machen, was sogenannte Schakale sind und was sie mit dem Irak-Krieg zu tun haben.

Die Finanzkrise ist eine Gesellschaftskrise

Deutlich wird: Die Finanzkrise ist eine Gesellschaftskrise. Und so warnt der ehemalige deutsche Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer am Schluss: „Wenn wir so weitermachen, dann kommen neue Selektionsmechanismen zwischen Staaten, zwischen Rassen, zwischen Religionen, zwischen berechtigten Menschen und unberechtigten, zwischen wertvollen und nicht wertvollen Menschen, dann wird der monetäre Wert des Menschen irgendwann in den Vordergrund geschoben und dann beginnt ein neues Zeitalter der Barbarei. Das ist unausweichlich.“

http://www.letsmakemoney.at

Ab den 11. Oktober 2013 läuft der neue Film von Erwin Wagenhofer in den Kinos: Alphabet. In diesem geht er der Frage nach: Warum kommen 98% der Kinder hochbegabt zur Welt und nach der Schulzeit bleiben nur 2% davon übrig? Oder anders gefragt: Wie soll die Bildungslandschaft der Zukunft aussehen?

Den Trailer zum Film Alphatbet gibt es unter: http://www.alphabet-derfilm.at

Bildnachweis: ©  Martin Kolb / Pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*