Der Hochsommer 2012 war heiß. So heiß, dass die Österreicher sich zeitweise in Urlaubsländer versetzt wähnen mussten. Im Nachhinein vielleicht eine gute Gelegenheit, den nördlichen Lebensstil und die nördlichen Strategien im Umgang mit Hitze zu hinterfragen.

Der August 2012 wird als einer der heißesten in die 246-jährige Messgeschichte eingehen, die Temperatur lag 1,9 Grad über dem langjährigen Mittel. Die Aufregung über die Hitze sollte sich mittlerweile gelegt haben – ein guter Zeitpunkt um darüber nachzudenken, wie man am besten mit der Hitze umgeht.

35 Grad Celsius

Beständige Temperaturen um die 35°C mögen in Mitteleuropa außergewöhnlich sein, im Süden ist man hingegen an heiße Sommermonate seit vielen Generationen gewohnt – und man weiß damit umzugehen. Dort wird die Hitze als Teil des Zyklus der Jahreszeiten akzeptiert und Mensch und Tier haben sich angepasst.

Siesta

Es gibt viele Formen der Anpassung an die Hitze. Die bekannteste soll hier kurz besprochen werden: die Siesta. Das Konzept ist einfach: Die Sommertage früher beginnen, die kühlere Morgenzeit nutzen und bis zu Mittag arbeiten. Zur heißesten Zeit des Tages wird die Arbeit niedergelegt, die Geschäfte und Büros geschlossen und die Sonne gemieden. Am späten Nachmittag wird die Arbeit wieder aufgenommen. Ein solcher Ablauf orientiert sich am natürlichen Rhythmus des Tages.

Anpassung ans Klima

Das Konzept ist weder kompliziert noch neu. Überall auf der Welt wird es angewendet, nicht nur in Spanien. Bei der Siesta geht es aber nicht darum, ein Schläfchen zu machen oder Freunde zu treffen, sondern um die Anpassung an die natürlichen Vorgaben des Sommerklimas. Einen solchen Tagesablauf während der Sommermonate in der westlichen Welt (wieder-)einzuführen, würde eine Menge Überzeugungskraft benötigen. Schließlich werden Geschäfte nicht mehr ausschließlich mit dem Nachbarn sondern vielmehr weltweit getätigt. Und der aktuelle Trend geht eindeutig in die andere Richtung: es erscheint immer mehr Menschen erstrebenswert, rund um die Uhr einkaufen zu können.

Energie zum Kühlen

Heutzutage sind überall Klimaanlagen zu finden. Durch den Einsatz riesiger Energiemengen werden damit die Innenräume im Sommer auf die Temperaturen eines kühlen Frühlingstages geregelt. Vorausgesetzt, in den privaten Räumen werden nicht sofort bei Betreten die Klimaanlagen eingeschaltet, könnte die Einführung einer Siesta große Mengen Energie sparen – gerade dann, wenn der Energiebedarf am höchsten ist. Dadurch werden Emissionen reduziert, die für die Globale Erwärmung maßgeblich verantwortlich sind.

Hat das Konzept „Siesta“ eine Chance?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*