Wien Energie errichtet erste Gemeinschafts-Photovoltaikanlage für Mehrparteienhaus

Für 1.000 Wienerinnen und Wiener sollen es bis Ende 2018 bereits möglich sein, Solarstrom vom eigenen Dach zu nutzen. Wien Energie nimmt den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in Wien mit ersten Projekt in Angriff. In Zusammenarbeit mit der Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) errichtet Wien Energie jetzt in der Donaustadt die erste Gemeinschafts-Photovoltaikanlage der Stadt. 38 Bewohnerinnen und Bewohner in der Lavaterstraße nutzen bald Sonnenstrom direkt vom eigenen Dach. Möglich wird dieses neue Modell durch die Ökostrom-Novelle aus dem vergangenen Jahr.

Wien Energie Geschäftsführer Michael Strebl äußert sich hierzu sehr zuversichtlich: „Die Sonne macht die Dächer zu Kraftwerken – mitten in der Stadt! Die Möglichkeit, Solarstrom unter den Hausparteien aufzuteilen, eröffnet uns ganz neue Geschäftsmodelle, mit denen wir den Photovoltaik-Ausbau in Wien enorm voranbringen werden.“

Bislang war es auch rechtlichen Gründen noch nicht möglich gewesen viele Photovoltaikanlagen auf Mehrfamilienhäusern anzubringen. Das lag daran, dass der Sonnenstrom in Wohnhäusern mit mehreren Parteien nur für Gemeinschaftsflächen wie das Stiegenhaus oder Liftbetrieb, nicht aber in den Wohnungen selbst verwendet werden durfte.

Sonne tanken auf 400 Quadratmetern

Am 400 Quadratmeter großen Hausdach in der Lavaterstraße in Wien wird eine Photovoltaik-Anlage angebracht, die damit rund 60.000 Kilowattstunden Solarstrom im Jahr erzeugen kann. Die Anlage ist dabei so dimensioniert, dass ein Teil des erzeugten Solarstroms am Standort verbraucht wird und der Überschussstrom in das Netz eingespeist wird. Bei normalem Verbrauchsverhalten kann jeder teilnehmende Haushalt rund 30 Prozent seines Jahresstrombedarfs vom eigenen Hausdach abdecken.In der Lavaterstraße investiert Wien Energie knapp 80.000 Euro. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2018 geplant.

Michael Strebl und Michael Gehbauer mit einem der Bewohner der Lavaterstraße.
Michael Strebl und Michael Gehbauer mit einem der Bewohner der Lavaterstraße.

Photovoltaik im Mehrparteienhaus

Wien Energie plant, errichtet und wartet die Anlage und übernimmt die Aufteilung des Stroms auf die einzelnen Parteien und die Abrechnung. Voraussetzung  sind neben der passenden Ausrichtung und Größe des Dachs auch Smart Meter oder vergleichbare Strom-Messgeräte für die dynamische Aufteilung des Stroms. Laut Statistik Austria gab es 2011 in Wien rund 154.000 Wohnhäuser. Davon sind rund  68.000 Mehrfamilienhäuser. Theoretisch ist jede mit Sonne bestrahlte Fläche für Photovoltaik nutzbar. In der Praxis jedoch nur Flächen, die zu vertretbaren Kosten für Solarstrom genutzt werden können.

Keine Fixkosten für Bewohnerinnen und Bewohner

Für die Mieterinnen und Mieter fallen weder Investitions- noch laufende Fixkosten an. Der lokal erzeugte Sonnenstrom wird den Bewohnerinnen und Bewohnern als Tarif angeboten und ist durch den teilweisen Wegfall von Netzgebühren und Abgaben günstig. Der Preis liegt bei 10,9 Cent/kWh bzw. bei 9,9 Cent/kWh für Wien Energie-Kundinnen und –Kunden, dazu kommt lediglich ein Mess-Entgelt von 50 Cent pro Monat. Es gibt keine Grundgebühr. Der Tarif ist somit auch für Berufstätige geeignet, die untertags, wenn viel Sonne scheint, weniger Solarstrom verbrauchen.

100 Millionen Euro für Sonnenenergie

Alleine in den nächsten fünf Jahren investiert Wien Energie rund 100 Millionen Euro in den Ausbau von Photovoltaikflächen. Bis zum Jahr 2030 plant Wien Energie eine zusätzliche installierte Photovoltaik-Leistung von 600 Megawatt. Das entspricht einer Fläche von rund 1.300 Fußballfeldern oder rund zehnmal dem Bezirk Wien-Mariahilf. Neben dem neuen Produkt für Mehrparteienhäuser ist österreichweit auch der Ausbau der Solarstromerzeugung mit Unternehmen und Gemeinden geplant – etwa auf Wirtschaftsgebäuden oder Grünflächen.

 

Bildquelle: Bildrechte: Wien Energie/FOTObyHOFER

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