Die Niederlande testen selbstleuchtende Fahrbahnmarkierungen. Eine spezielle Farbe, die im Dunkeln leuchtet, ersetzt herkömmliche Straßenlaternen. Künftig soll die Straße auch vor Glatteis warnen.

Lumineszierendes Pulver, das der Farbe zur Straßenmarkierung beigemischt wird, macht es möglich. Auf einer Strecke von 500 Metern sind im April auf einer Schnellstraße in der niederländischen Provinz Brabant die Straßenlaternen abgeschaltet worden. Am Tag speichert das Material das Sonnenlicht und lässt bei Dunkelheit die Fahrbahnmarkierungen extrem hell leuchten. Bis zu zehn Stunden soll die Spezialfarbe die Straßen beleuchten. Das Smart Highway Projekt soll bei der Reduktion des Energieverbrauchs helfen.

Der optische Eindruck, den man aus den Videos gewinnt, erinnert stark an den Science-Fiction-Klassiker Tron aus dem Jahr 1982. Der Lichtdesigner Daan Roosegaarde will die Idee für die leuchtenden Straßenmarkierungen aber den Zaubertafeln für Kinder entnommen haben, die ein ähnliches lichtempfindliches Material enthalten. Die Umsetzung der leuchtenden Straße war dafür um einiges komplizierter und geht auf die Beharrlichkeit des Designstudios Roosegaarde zurück, denn das Projekt war bereits 2012 im Technologie-Magazin WIRED erstmals vorgestellt worden.

httpv://www.youtube.com/watch?v=RfXWRV6U2n4

Ein geringerer Energieverbrauch für die Beleuchtung von Straßen ist nicht das einzige Ziel des Projekts. Geht es nach Roosegarde, könnten Straßen künftig die Fahrer mit allerhand Informationen versorgen. Schneeflockensymbole, die mit einer speziellen Farbe aufgetragen werden, die erst bei einer gewissen Temperatur zu leuchten beginnt, könnten vor Glatteis warnen.

Roosegaardes Ideen für die Straßen der Zukunft gehen noch viel weiter. Schließlich, so der Lichtdesigner, entwickeln sich die Fahrzeuge ständig weiter, die Straßen blieben aber die gleichen. Er denkt über fahrbahnnahe Windräder nach, die eine für Elektroautos reservierte Spur mit Energie versorgen. Elektromobile könnten auf ihrer eigenen Fahrspur per Induktion ihre Akkus während des Fahrens aufladen. Außerdem könnten Sensoren vorbeifahrende Autos erkennen und die Notwendigkeit der Beleuchtung von Straßen während der Nacht wäre obsolet. Nur wirklich befahrene Sektoren würden dann beleuchtet und die Energie dafür käme ebenfalls von den Windrädern.

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