Bei bestimmten Lebensmitteln ist es klüger, sich im Winter Alternativen zu suchen, bis sie hier wieder Saison haben. Fotocredit: © Devon Breen via Pixabay
Bei bestimmten Lebensmitteln ist es klüger, sich im Winter Alternativen zu suchen, bis sie hier wieder Saison haben. Fotocredit: © Devon Breen via Pixabay
Dass in unseren Breiten im Winter keine Erdbeeren mehr am Feld wachsen, dass saftige Orangen eher weiter südlich gedeihen und dass Avocados nicht in Nachbars Garten wachsen, das wissen die meisten von uns. Aber es gibt in den heimischen Supermarktregalen ein paar Obst- und Gemüsesorten, die für unser Auge schon so selbstverständlich zum Standardsortiment in jeder Jahreszeit gehören, dass vielen gar nicht mehr bewusst ist, dass sie im Winter eigentlich in unseren Breiten gar nichts verloren haben.

Warum sollten wir aber überhaupt auf so manche Lebensmittel im Winter verzichten, wenn sie uns doch zur Verfügung gestellt werden? Die Antwort darauf ist vielfältig. Erdbeeren werden beispielsweise im Winter entweder von sehr weit her – zum Beispiel sogar aus Kalifornien – importiert, was extreme Transportwege und entsprechende Emissionen sowie einen massiven Ressourcenverbrauch bedeutet. Gelegentlich finden sich aber sogar im Winter Erdbeeren aus Österreich in den Regalen. Doch auch die sorgen für eine Vergrößerung des ökologischen Fußabdrucks: Konkret verursachen österreichische Erdbeeren, die im Winter im Gewächshaus gezogen werden, zum Beispiel 30 mal mehr CO2, als das bei Erdbeeren der Fall ist, die es saisonal vom Feld geerntet zu kaufen gibt.

Aber wie schon gesagt: Bei Papaya, Ananas, Erdbeeren und Co. ist uns das Ressourcenproblem meist durchaus bewusst. Wir zeigen dir daher hier 6 Lebensmittel, die viele von uns im Winter konsumieren, für die wir in der kalten Jahreszeit aber lieber Alternativen suchen sollten. Und die gibt es jedenfalls, wie unsere Liste der regionalen und saisonalen Lebensmittel im Winter zeigt. 

  1. Tomaten: Tomaten gehören so selbstverständlich zu unserem gewohnten Lebensmittelbild, dass wir ganz vergessen, dass sie eben nicht das ganze Jahr über bei uns wachsen. Im Winter kommen sie zumeist aus Gewächshäusern, zum Beispiel aus Spanien. Abgesehen von dem hohen Energie- und Transportaufwand, den das bedeutet, finden wir, dass Tomaten im Winter auch gar nicht wirklich nach Tomate schmecken. Unser Tipp: Du kannst im Sommer einfach nährstoffreiche und gut gereifte heimische Tomaten in Form von Saucen selbst haltbar machen. So kannst du Tomatensauce auch in der kalten Jahreszeit nachhaltig genießen. 
  2. Äpfel: Was? Auf Äpfel sollen wir im Winter verzichten? Nein. Aber du solltest beim Einkauf ganz genau darauf achten, woher die Äpfel kommen. Denn heimische Äpfel haben hervorragende Lagereigenschaften. Darum kannst du auch im Dezember noch regionale Äpfel im Supermarkt bekommen. Das Problem dabei: Die liegen meist genau neben der Importware aus Übersee. Hier gilt es, schlicht ein aufmerksames Auge zu haben, und im Sinne der Nachhaltigkeit bewusst zum heimischen Apfel zu greifen.
  3. Gurke: Ob als Salat, im Gin Tonic oder fürs Tsatsiki – auch Gurken finden wir das ganze Jahr über im Supermarktregal. Dabei endet die Saison für heimische Gurken schon etwa im Oktober. Was du an Gurken also im tiefsten Winter im Gemüseregal findest, ist zumeist importierte Gewächshausware. Die Emissions- und Ressourcenproblematik haben wir diesbezüglich schon angesprochen. Aber die Glashausgurken haben noch einen weiteren Nachteil: Sie sind meist weniger reich an Nährstoffen, als Gurken, die bei uns ab Juni auf den Feldern wachsen. 
  4. Salat: Auch beim Salat gilt: Darauf musst du im Winter keinesfalls generell verzichten, aber du solltest achtsam bei der Auswahl sein. Der typische Kopfsalat beispielsweise kommt genauso wie der Eisbergsalat im Winter aus Gewächshäusern. Du kannst allerdings im Winter auf regionale und saisonale Salate setzen. Denn Endiviensalat, Radicchio und Feldsalat haben bis in den Winter hinein bei uns Saison.
  5. Trauben: Auch wenn wir eine Weinnation sind und damit Rebstöcke samt Trauben zum typisch Österreichischen Landschaftsbild gehören: Sobald es kalt wird, sind die Trauben im Supermarkt nicht mehr aus heimischem Anbau. Sie kommen dann aus Peru oder Südafrika oder aus anderen weit entfernten Ländern. Abgesehen vom Transport- und Ressourcenaufwand hat das auch einen rein geschmacklichen Nachteil: Trauben gehören zu den Obstsorten, die nicht nachreifen. Die frischen Trauben aus Übersee sind dann zum Teil wochenlang unterwegs, nachdem sie frisch vor Ort geerntet werden mussten. Mir fruchtiger Frische hat das dann nicht mehr viel zu tun.
  6. Zucchini: Ähnlich wie bei den Tomaten verhält es sich mit Zucchinis. Auch sie sind für uns mittlerweile so selbstverständlich zu jeder Zeit im Angebot, dass wir gar nicht mehr im Blick haben, dass sie in unseren Breiten nur zwischen Juni und Oktober Saison haben. Dabei gibt es tolle heimische Alternativen zur Zucchini, wenn man bedenkt, dass es sich bei ihr um ein Kürbisgewächs handelt. Es gibt nämlich hierzulande genügend Kürbissorten, die in der kühlen Jahreszeit Saison haben. 

Quellen: utopia.de, umweltberatung.at / Fotocredits: © Devon Breen, IlonaF (2), Jai79, monika1607, Pezibear und congerdesign/alle via pixabay


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