Von der Öko-Urne bis zum Bio-Sarg – Die Bestattungs-Branche wird grün. Die weltgrößte Messe rund um das Thema Tod findet – als Kölner erstaunt es wahrscheinlich wenig – in Düsseldorf…

Von der Öko-Urne bis zum Bio-Sarg – Die Bestattungs-Branche wird grün.

Die weltgrößte Messe rund um das Thema Tod findet – als Kölner erstaunt es wahrscheinlich wenig – in Düsseldorf statt. Alle fünf Jahre trifft sich hier das Fachpublikum auf der Bestattungsfachmesse BEFA. In diesem Jahr stand das morbide Meeting ganz unter dem Motto: Ökologie und Innovation.

Verhaltener Vormarsch der Öko-Särge

Wie sehen umweltfreundliche Innovationen auf einer Bestattungsfachmesse aus? Da wären z. B. Totenhemden aus Bio-Baumwolle, spritsparende Leichenwagen, FairTrade-Särge oder Urnen aus Bambus, Seegras oder Bananenblättern. Da ökologisch einwandfreie Särge und biologisch abbaubare Urnen auf Friedhöfen schon längst vorgeschrieben sind, liegen die Innovationen hier in effizienteren Werkstoffen, wie z. B. Bio-Urnen aus abbaubaren Polymeren, die vom Design her wie herkömmliche Urnen aussehen.

In Großbritannien liegen für die Erdbestattung Öko-Särge aus 100 Prozent Zellulose im Trend. Im Gegensatz zu Holz setzen sie viel weniger CO2 frei und sind zudem mit lösungsmittelfreien Farben bedruckt und mit umweltfreundlichen Klebern aus Maisstärke geleimt. In Deutschland hingegen tut man sich mit der Akzeptanz der Öko-Särge noch schwer.

Coffin

Öko-Krematorien

Dafür macht sich hier ein anderer Trend breit: 15 von 160 Krematorien haben sich zu einem Verbund zusammengeschlossen. Dessen Messestand wurde mit den Worten geschmückt: Die Feuerbestattungen goes green. Auf den Verbundstreffen redet man über Solarstrom, Fernwärme, Abgasrückführung und effiziente Kremationsöfen. Moderne Technik macht es möglich, die Werte von Kohlendioxid und anderen Emissionen so niedrig wie möglich zu halten.

Es gibt sogar ein “RAL Gütezeichen Feuerbestattungsanlagen”, welches gesetzliche Vorgaben weit überschreitet. Für das Gütezeichen reicht ein moderner Ofen nicht aus. Hierfür müssen auch Kleinigkeiten bedacht werden: Giftiger Rauch wird z. B. mit einem Kalk-Kohle-Filter aus Hanf statt aus Blech gefiltert. Pappsärge mit umweltbelastenden Klebeleim kommen nicht zum Einsatz und soll der Sarg bemalt werden, dann bitte nicht mit Lack, sondern mit Wasserfarben. Der Markt ist da – oder wie man auch so schön sagt: Gestorben wird immer. Jeder zweite Tote in Deutschland wird eingeäschert, darunter 60.000 von ihnen besonders ökologisch.

Der Verstorbene als Schadstoffquelle

Es klingt makaber, ist aber leider wahr: Die größte Schadstoffquelle ist der Leichnam selbst. Die Rückstände in den Filtern von Krematorien sind nach einigen Jahren hochtoxisch – von Dioxinen, Quecksilber, Antibiotika, Zytostatika oder anderen Medikamenten und Stoffen aus dem menschlichen Körper. So müssen sie in einem Salzstock endgelagert werden. Wenn wir sterben, sind wir zwar nachhaltig tot, aber unser Tod wird wohl nie 100 % nachhaltig sein.

Und zum Schluss noch ein Lese-Tipp mit einem Titel zum Schmunzeln: Der Fachverlag des Deutschen Bestattungsgewerbes hat ein Buch von Autor Thomas Struchholz herausgebracht zum Thema Friedhöfe und Ökologie unter dem Titel: “Friedhof – Ein Ort mit Zukunft”. (http://www.struchholzkunstgbr.de)

 

Quellen:

 www.bestatter.de

http://www.spiegel.de/wirtschaft/umweltfreundliche-krematorien-moderne-technik-gegen-schadstoffe-a-989686.html

http://www.creativecoffins.com

 

Titelbild: ©Martina Liel

Bild Öko-Sarg Union Jack: www.creativecoffins.com

 

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