In Österreichs Städten sind immer mehr Gärten auf Flachdächern und in den Höfen von Wohnhäusern zu finden. Unter der Bezeichnung „Urban Farming“ hat sich dieser Trend in anderen Ländern verfestigt und ist zu einer lukrativen Geschäftssparte geworden.

Selbstbestimmt und gemeinschaftlich: das war die Grundidee des Urban Farming. Nachbarschaftlicher Gemüseanbau und Naturerfahrung in der Stadt stehen bei den Initiativen in Wien im Vordergrund. In anderen Ländern ist man einige Schritte weiter gegangen. Rund um die Gärten in den Städten hat sich ein professioneller Geschäftszweig entwickelt, der weit über den gewöhnlichen Gemüseanbau im Garten hinausgeht.

Auf den Dächern New Yorks

Auf zwei Dächern in New York City befindet sich mit der Brooklyn Grange Farm der weltweit größte Dachgarten. Angesichts einer Produktion von 18 Tonnen Bio-Gemüse im Jahr sollte man eher von zwei Dachgroßanlagen sprechen. Die finanzielle Basis ergab sich aus einer Kombination privater Kredite und Crowdfunding, dazu kam noch eine Menge persönlicher Einsatz der Gründerinnen und Gründer im Jahr 2010, schließlich mussten die Erdsäcke sieben Stockwerke hinauf aufs Dach getragen werden. Innerhalb von drei Jahren ist die Initiative von Einzelpersonen zu einem Unternehmen mit einer Anbaufläche von insgesamt über 1 ha gewachsen.

Schneller Verkauf in Montreal

Das erste kommerzielle Gewächshaus auf einem Hausdach entstand 2011 in Montreal. Lufa will Gemüse möglichst umweltschonend anbauen und wenige Stunden nach der Ernte lokal verkaufen. Das Wasser wird recycelt, auf Pestizide oder Fungizide verzichtet und durch den sofortigen Verkauf wird das geerntete Gemüse nicht gelagert und dadurch auch Energie gespart. Der Verkauf erfolgt wöchentlich ausschließlich an Mitglieder, die ihre Gemüsekörbe frei zusammenstellen können.

Immer größer, immer mehr

Die Kommerzialisierung der Gartenanlagen in der Stadt führt zu einem ständigen Wachsen der Anlagen, die größte soll derzeit die Earthwork Urban Farm in Detroit sein. Die Großgärten werden auch durch andere Geschäftsmodelle ergänzt. So kombiniert ein urbaner Bauernhof in Rotterdam den Gemüseanbau mit einem Geschäft und einem Restaurant. Die fortschreitende Professionalisierung schließt auch immer komplizierte Formen des Anbaus mit ein, zum Beispiel mit Aquaponics, einem sich selbst organisierenden System des Gemüseanbaus und gleichzeitiger Fischzucht. In Japan wird auf den Dächern natürlich Reis angebaut.

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