Auftakt zur Bürgerbeteiligung im Forschungsprojekt Urban Pioneers Community.

Am Mittwoch 31.01.2018 war der erste von mehreren geplanten Abenden zur Bürgerbeteiligung in der Urban Pioneers Community. Dabei handelt es sich um ein Forschungsprojekt, das mit dem Wohnviertel VIERTEL ZWEI gleich neben dem Wiener Prater in Zusammenarbeit mit Wien Energie durchgeführt wird. Ich habe mich dabei unter die Gruppe gemischt und ein bisschen mitgehört, worum es bei dem Projekt geht.

Die Vorbereitungen laufen bereits seit einem Jahr und die Gesamtlaufzeit des Projektes ist für die nächsten drei bis fünf Jahre geplant. Daran teilnehmen können Bewohnerinnen und Bewohner des VIERTEL ZWEI. Diese bekommen dadurch potentielle Vergünstigungen zum Beispiel bei neu getesteten Stromtarifen, schnelles Internet, und die Möglichkeit, dass ihre Wünsche für die Gestaltung ihres Wohnungs-Umfeldes umgesetzt und ausprobiert werden.

UrbanPioneers

Bei diesem Projekt geht es auch darum, dass Innovation nicht über die Köpfe der Konsumentinnen und Konsumenten hinweg entwickelt werden, sondern dass darauf geachtet wird zu fragen, was tatsächlich gewünscht und gebraucht wird.

Das Forschungsprojekt

“Das VIERTEL ZWEI ist für uns ideal, um mit neuen Technologien verschiedene Versuchsreihen zu starten – z.B. auch unter Einbeziehung von neuen Solarstrom-Modellen. Neben dem Smart Meter kann in Zukunft dabei auch die Blockchain eine wichtige Rolle bei der Optimierung des Stromverbrauchs bzw. der Abrechnung spielen”, so Michael Strebl, Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung.

Auch für das stark steigende Interesse an Gemeinschafts-Photovoltaik-Anlagen, das bei der Studie zu erneuerbaren Energien in Österreich 2017 erkennbar war, kann hier eine Möglichkeit fürs Forschen und Testen geschaffen werden.

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Bürgerbeteiligung

Beim Auftakt-Treffen gestern Abend war die zentrale Frage: Wie stellt ihr euch das ideale Leben der Zukunft im VIERTEL ZWEI vor? Rund um diese Frage wurde in Kleingruppen mit Hilfe von Brainstorming und Prototyping die Kreativität der Anwesenden angekurbelt. Mit Plastilin, Bechern, Lego, Draht und vielem mehr gingen die Gruppen ans Werk, ihre Ideen für ihr Wohnviertel nicht nur auf Papier zu bringen, sondern ihnen auch gleich dreidimensional eine Form zu geben.

Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner

Beim Basteln konnte man an der Stimmung schon merken, dass zu Beginn zwar mit etwas Zurückhaltung, aber danach mit immer mehr Begeisterung, diverse Ideen Form angenommen haben. Mitgeschwungen sind Fragen wie: Wie groß darf ich wirklich träumen? Und was ist mir wirklich wichtig in meinem Umfeld?

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Viele Menschen sind es gar nicht gewohnt, wirklich gefragt zu werden, was sie selbst wollen. Speziell in einem größeren Rahmen wie diesem Forschungsprojekt. Gleichzeitig hat dieser Abend sehr schön gezeigt, dass Bürgerbeteiligung großartige Ideen hervorbringen kann. Vor allem hat es auch stark verdeutlicht, wo die Schwerpunkte der Menschen an diesem Abend lag.

Bei den Kurzpräsentationen der einzelnen Ideen und Prototypen war sehr oft der Wunsch nach Kommunikation, Austausch und Miteinander zu hören. Die Ideen gingen von Kommunikationsplattformen im Internet über diverse Veranstaltungen, Lokale und Geschäfte bis hin zu einem all dies umfassenden Dorfplatz. Es soll Raum geben, dass man den Nachbarn begegnen kann, die Kinder gemeinsam spielen können, man einfach nur plaudern kann, oder auch gemeinsame Sport- und Kulturangebote wurden mehrmals eingebracht.

Fazit

Ich finde es sehr spannend, was sich hier im Bereich der Bürgerbeteiligung entwickelt. Die Erfahrung, dass wir als Nutzerinnen und Nutzer tatäschlich gefragt werden, was wir uns wünschen, und dass das in weitere Entscheidungen auch im Idealfall wirklich mit einfließt, ist derzeit noch eine Seltenheit. Es ist jedoch für mich sehr schön zu beobachten, dass erste Schritte für mehr Kommunikation (auf allen Ebenen und in alle Richtungen) bereits getan werden.

 

Weiterführende Quellen:

http://www.urbanpioneers.at/
http://viertel-zwei.at/de/
Erneuerbare Energien in Österreich 2017

 

Bildquelle:

Stefan Joham

 

Elisabeth Demeter, MSc.

Elisabeth 180x180Nach langjähriger Arbeit im Bereich IT-Sicherheit beschäftigt sie sich aktuell mit der Begleitung von Menschen wieder mit der Natur, mit anderen und mit sich selbst Verbindung aufzubauen. Die Erfahrungen aus ihrem Leben und diversen Ausbildungen (Coach, Trainerin, Wildnislehrerin) fließen hierbei sowohl in ihre Arbeit z.B. im Verein Wilde Wurzeln als auch in ihren Blog „follow the wild roots“ ein. Generell beschäftigt sie sich mit dem Erforschen und Ausprobieren neuer, alter und alternativer Lebensweisen und -philosophien mit speziellem Schwerpunkt, sich selbst besser kennen zu lernen und den eigenen Weg authentisch zu gehen.

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