Wanderbecken
. - Fotocredit: Verbund
Wanderbecken
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Stromerzeugung und Artenschutz sind kein Widerspruch, das zeigt die Fischaufstiegshilfe beim Wasserkraftwerk Nußdorf im 19. Wiener Gemeindebezirk am Nußdorfer Spitz.

Die nahezu unsichtbaren Turbinen, die in die denkmalgeschützte Schleusenanlage integriert sind, liefern Strom für 10.000 Haushalte, stellen jedoch für Fische ein nicht passierbares Hindernis dar.

Deshalb haben die Kraftwerksbetreiber in diesem Bereich eine Fischaufstiegshilfe errichtet, die im Frühjahr 2017 eröffnet wurde. Das Bauwerk besteht aus insgesamt 37 Wanderbecken, durch die die Fische den Höhenunterschied von rund 3,6 Metern auf einer Gesamtlänge von 322 Metern überwinden können.

Das Wasserkraftwerk Nußdorf dokumentiert den Fischaufstieg und -abstieg

Um die Wanderbewegungen und damit auch die Funktionsfähigkeit zu dokumentieren, wird ein Monitoring durchgeführt, bei dem mithilfe einer Reuse der Fischaufstieg und mithilfe eines Hamens (Schwimmnetzes) der Fischabstieg untersucht werden. Die ersten Ergebnisse liegen bereits in einem Zwischenbericht vor und sie belegen eindrucksvoll die Funktionsfähigkeit der Anlage. Im Untersuchungszeitraum wurden im Fischaufstieg 4.533 Fische und im Fischabstieg 87 Fische nachgewiesen. Diese konnten 32 Fischarten zugeordnet werden, die mit dem Artenspektrum des „fischökologischen Leitbilds Donau“ verglichen wurden. Dieses Leitbild umfasst 8 Leitarten (darunter Barbe, Nase und Brachse) sowie 18 typische und 32 seltene Begleitarten.

In der Reuse gefangene Fischarten, die erfasst wurden: Sechs zählen zu den Leitarten, 14 waren Vertreter der typischen Begleitarten und 10 konnten den seltenen Begleitarten zugewiesen werden. Auch von der größten vorkommenden Art, dem Wels, fand sich ein Exemplar mit beachtlichen 155 cm Länge in der Reuse.

Das Monitoring wird auch in Zukunft weitergeführt. Die Verbindung des Donaukanals mit der Donau ist wichtig für die Wanderbewegungen der Fische und ab jetzt gegeben. Ein bedeutender Aspekt im Hinblick auf ein funktionierendes Ökosystem.

Quelle:
ezb (Technische Büros für Angewandte Gewässerökologie, Fischereiwirtschaft, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft): OWH Nussdorf, Monitoring 2017/2018, Zwischenbericht. Oktober 2017.


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