Heißwasser-Dusche schützt Äpfel vor Lagerfäule und verringert Pestizideinsatz. Was machen Sie mit einem Apfel, bevor Sie herzhaft reinbeißen? Wahrscheinlich ihn erst mal gründlich abspülen und abrubbeln, denn man weiß ja…

Heißwasser-Dusche schützt Äpfel vor Lagerfäule und verringert Pestizideinsatz.

Was machen Sie mit einem Apfel, bevor Sie herzhaft reinbeißen? Wahrscheinlich ihn erst mal gründlich abspülen und abrubbeln, denn man weiß ja nie, welche Pestizide noch dran hängen. Ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstütztes Projekt in der Obstbauversuchsanstalt Jork zeigt, dass es nicht immer schädliche Giftstoffe sein müssen, die effektiv vor Pilzbefall und Infektionen schützen. Hier macht man Äpfel durch eine einfache Heißwasserbehandlung länger haltbar und versucht herauszufinden, wie dies im großen Stil für den Obstanbau umzusetzen ist.

Hitzeschock schützt vor Pilzbefall bei Äpfeln

In Deutschland werden jährlich etwa eine Million Tonnen Äpfel angebaut. Doch durch Schadpilze wie z. B. Bitterfäuleerreger verderben bis zu 30 Prozent der Ernte, bevor sie überhaupt beim Endkunden ankommen. Bisher setzte man vor allem chemisch-synthetische Fungizide gegen die Lagerfäule ein. Und da noch wenig über den genauen Zeitpunkt von Infektionen durch die Schadpilze bekannt ist, werden die Fungizide ungezielt über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen auf die Äpfel gespritzt.

In Versuchen fand man heraus, dass ein Hitzeschock beim Apfel eine pilzhemmende Wirkung hat, und dies selbst bei Äpfeln, bei denen bereits eine noch nicht sichtbare Pilzinfektion vorliegt. In einigen ökologischen Apfelanbaubetrieben wurde daher bereits ein Verfahren angewendet, bei dem man die Äpfel in ein Heißwasserbad eintaucht. Dies ist jedoch recht arbeitsintensiv und zudem teuer und technisch noch nicht ausgereift. Beispielsweise fand man lange nicht die perfekte Wassertemperatur. Klingt banal, ist es aber anscheinend nicht, denn immerhin arbeitete man weltweit rund 15 Jahren daran.

Kurzzeitige Heißwasserbehandlung hat viele Vorteile

In der Versuchsanlage Jork entwickelte man jetzt die Kurzzeitige Heißwasserbehandlung (Kurz-HWB) mit speziellen Duschen oder Bädern mit geregeltem Durchfluss und idealen Einstellungen, die gegenüber bisherigen Tauchverfahren diverse Vorteile aufweist. Vor allem kann durch die Kurz-HWB die Behandlungszeit verkürzt und der Energieaufwand verringert werden. Zudem kann das Verfahren ohne zeitlichen Mehraufwand in die bereits bestehende Prozesskette integriert werden.

Die Kurz-HWB eignet sich für den ökologischen Obstanbau. Doch auch der integrierte Anbau kann dadurch die Rückstände chemischer Pflanzenschutzmittel auf den Äpfeln verringern. In jedem Fall hat es die Vorteile, dass weniger Schadstoffe in die Umwelt eingetragen werden, weniger Verluste für die Anbaubetriebe entstehen und die Produktqualität für den Verbraucher erhöht wird. Wasser statt Chemie – wenn es doch immer so einfach wäre.

 

Quelle: www.dbu.de

Bild: © Peter Maxin/Obstbauversuchsanstalt Jork

 

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