Luftige Höhe: Jessica Pilz erklettert weltweit zum ersten Mal ein Windrad von außen.
Luftige Höhe: Jessica Pilz erklettert weltweit zum ersten Mal ein Windrad von außen.
Als Kletterweltmeisterin kennt sich Jessica Pilz in luftigen Höhen aus. Von außen auf das erste Windrad von Wien Energie zu klettern, ist aber auch für sie eine ganz neue Erfahrung. Wir waren für euch bei der Weltpremiere dabei.

Von Aufregung keine Spur: „Ich freu mich schon mega drauf und bin gespannt, wie es sich anfühlt, da außen raufzuklettern“, sagt die äußerst sympathische Kletterweltmeisterin Jessica Pilz mit erwartungsvollem Funkeln in den Augen. Mit „da außen“ meint die 22-Jährige, die sich heuer für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio qualifiziert hat, das erste Windrad von Wien Energie, das sich auf der Donauinsel befindet. 

„Sie ist eine sehr erfahrene Kletterin und war bereits bei der Eröffnung eines Windparks im Weinviertel mit dabei. Das war mit 140 Metern Nabenhöhe damals zwar eine doppelt so hohe Anlage wie diese, allerdings kletterte Jessica Pilz damals das Windrad innen hinauf“, erzählt dazu IG Windkraft Geschäftsführer Stefan Moidl. 

Kothmiller, IG Windkraft Geschäftsführer Stefan Moidl, Kletterprofi Jessica Pilz und Geschäftsführer von Wien Energie Karl Gruber (vlnr).

Erstes Windrad von Wien Energie

Innen auf ein Windrad klettern, das müssen freilich auch Industriekletterer für Servicezwecke. Eine Kletterroute außen auf einem Windrad, das hat es aber bisher noch nicht gegeben: „Da braucht es viel Vertrauen ins eigene Können und in die eigene Technik. Darum freue ich mich schon sehr auf die Erstbesteigung“, sagt dazu Karl Gruber. Er ist als Geschäftsführer von Wien Energie quasi der Hausherr hier. Denn das von Wien Energie im Jahr 1997 errichtete Windrad auf der Donauinsel war das erste Windrad in Wien überhaupt. Mit 50 Metern Nabenhöhe und 30 Metern Rotordurchmesser erzeugt es heute Strom, mit dem Wien Energie über 100 Haushalte in der Stadt mit CO2-freiem Strom versorgen kann. „Das zeigt, dass diese langjährige Anlage hier genauso ein Teil der erneuerbaren Stromerzeugungszukunft Österreichs ist“, so Gruber weiter.

In Sekundenschnelle ist Jessica Pilz in luftige Höhen entschwunden.
In Sekundenschnelle ist Jessica Pilz in luftige Höhen entschwunden.

„Cooler Ausblick oben“

Aber jetzt heißt es erstmal: Rauf auf dieses Windrad. Unter erheblichem Medieninteresse macht sich Jessica Pilz bereit. Gut gesichert, packt sie zielsicher zu – und ist wenige Sekunden später schon in schwindelerregende Höhen entschwunden. In beeindruckendem Tempo erklettert sich die aus Haag stammende, neunfache österreichische Staatsmeisterin das Windrad –  weltweit zum allerersten Mal außen. Wieder festen Boden unter den Füßen zeigt sich: Das war auch für sie eine besondere Erfahrung: „Es war richtig cool! Am Anfang war ich zwar ein bissi nervös, aber je höher ich gekommen bin, desto lockerer bin ich geworden und desto mehr hab ich es dann genossen“, so Pilz. Bleibt bei einer solchen Leistung  eigentlich auch noch Zeit dafür, den Ausblick zu genießen? „Während des Kletterns kriegt man nicht viel von der Aussicht mit, da konzentriert man sich nur auf die Route. Aber wenn man mal oben ist, kann man rundherum schauen und das ist schon ein cooler Ausblick.“ 

Wieder festen Boden unter den Füßen: "Je höher ich gekommen bin, desto lockerer bin ich geworden."
Wieder festen Boden unter den Füßen: „Je höher ich gekommen bin, desto lockerer bin ich geworden.“

Im Anschluss dürfen auch noch ein paar mutige, schwindelfreie Journalisten das Windrad erklimmen. Höhenangst darf man hier nicht haben. Und das, obwohl moderne Windkraftanlagen heute natürlich deutlich höher, größer und damit leistungsfähiger sind. Trotzdem bleibt das Windrad auf der Donauinsel ein ganz besonderes: Denn es ist gleichzeitig ein echtes Kunstwerk. Auf ihm befindet sich nun eine Illustration der St. Pöltener Künstlerin Katharina Kothmiller. Die Illustration können Donauinselbesucher in enormer Größe bewundern: „Ich wollte ein Motiv finden, das mit einer gewissen Leichtigkeit und Poesie vom Wind erzählt. So entstand das Bild des Löwenzahns, dessen Samen Kinder so gerne verblasen. Auf den Löwenzahnsamen werden dann noch zwei Kinder sitzen, die der Wind mit auf eine Reise nimmt. Ein bisschen wie Peter Pan“, erzählt die Künstlerin dazu.

Das Windrad auf der Donauinsel ist definitiv einen Besuch Wert.
Das Windrad auf der Donauinsel ist definitiv einen Besuch Wert.

Fotocredit:  © Energieleben Redaktion


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