Elektrogeräte müssen mit Energielabels gekennzeichnet sein – auch Fernseher. Doch zum Energiesparen gehört mehr als eine hohe Effizienzklasse. Auch die Bildschirmdiagonale und die Lebensdauer tragen zur Energiebilanz bei.

Die EU schreibt vor, dass Händler an Elektrogeräten ein Energielabel anbringen, um interessierte Kunden über den Energieverbrauch der Waschmaschine, des Geschirrspülers – oder auch des Fernsehers zu informieren. Immerhin stellt der zu erwartende Energieverbrauch ein wichtiges Kriterium für die Kaufentscheidung dar – entweder finanziell oder aus Gründen der Nachhaltigkeit.

Allerdings ist eine gute Energiebewertung noch kein Garant für Sparsamkeit. Es gibt ein paar Faktoren, die auch einen A++-Fernseher zum ökologischen Minusgeschäft machen.

Energieverbrauch und Diagonale

Der Stromverbrauch eines Fernsehgerätes nimmt mit seiner Größe zu. Je größer die Bildschirmdiagonale, desto größer der Verbrauch – auch bei energieeffizienten Geräten.
Dies läßt sich einfach erklären. Soll ein Fernsehbild gut erkennbar sein, muß es eine bestimmte Helligkeit haben. Ist die Diagonale des Fernsehers doppelt so lang, bedeutet das eine Fläche, die viermal so groß ist. Der Energiebedarf steigt damit – selbst wenn man die nötige Steuerelektronik außer Acht lässt – ebenfalls auf das bis zu Vierfache!

Das heißt: ein kleiner 17-Zoll Widescreen LCD-Fernseher der ersten Generation braucht z.B. 60 Watt, während ein modernerer, eigentlich sparsamerer 32-Zöller auf einen Verbrauch von 130 Watt kommt. Das heißt, das effizientere Gerät ist sparsam im Vergleich zu einem 32-Zoll-Gerät der ersten Generation mit über 200 Watt Verbrauch, aber mehr als doppelt so „energiehungrig“ wie der ältere 17-Zoll-Kollege.

TV-Screen - SXCEnergieverbrauch und Lebensdauer

Zudem ist die Nachhaltigkeit einer Kaufentscheidung nicht allein vom Energieverbrauch in der Verwendung abhängig. Die so genannte „Graue Energie“ spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.

„Graue Energie“, das ist die versteckte, die unsichtbare Energie, die bei der Beschaffung der Rohstoffe, bei der Herstellung und beim Transport der Ware verbraucht wird. Und ebenso die Energie, die für die Entsorgung und Wiederverwertung nötig ist. Nicht zuletzt betrifft diese Frage der Nachhaltigkeit auch die Lebensdauer des Geräts.

Ein Fernseher, der zehn Jahre lang energieeffizient seine Dienste leistet, spart Ressourcen und Energie, ganz anders als fünf Fernseher, die jeweils zwei Jahre lang neu und glänzend an der Wand hängen, ehe sie gegen ein größeres, schöneres, sparsameres Nachfolgemodell ausgetauscht werden.

Reparieren statt Wegschmeißen

Der Grundsatz gilt nicht nur bei Fernsehern, sondern bei nahezu allen Elektrogeräten: bei Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Tischlampen und Radios, bei Wasserkochern, Stabmixern und Toastern: Die Lebensdauer älterer Geräte zu verlängern ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller als eine zu schnelle Neuanschaffung. Ein gebrochenes Kabel ist leicht ersetzt, ein loser Kontakt schnell angelötet. Am 11. Oktober repariert deshalb das Fix It! Team wieder kostenlos tragbare Haushaltsgeräte.

Warum? Für die Umwelt!
Wo? Im Wien Energie-Haus an der Mariahilfer Straße 63.

Fotos: Shutterstock / Yuri Arcurs, SXC.

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