Der Windkraftrekord ist auch dem Trend zu verdanken, dass Windanlagen immer gigantischere Ausmaße annehmen. Fotocredit: © Etienne Girardet/Unsplash
Der Windkraftrekord ist auch dem Trend zu verdanken, dass Windanlagen immer gigantischere Ausmaße annehmen. Fotocredit: © Etienne Girardet/Unsplash
Dem Windanlagenhersteller Siemens Gamesa ist ein gewaltiger Windkraftrekord gelungen. Bei perfekten Windverhältnissen hat die Windturbine vom Prototyp SG 14-222 DD insgesamt 359 Megawattstunden (MWh) Strom erzeugt. Damit könnte ein Elektroauto knapp zwei Millionen Kilometer weit fahren.

Was ist eigentlich gutes Windkraftwetter? Geht man davon aus, dass Wind in dem Fall die Hauptzutat für nachhaltig produzierten Strom ist, könnte man meinen, die zunehmend herbstlichen Stürme wären eigentlich geradezu ideal.

Dabei geht die Gleichung „mehr Wind ist gleich mehr Windkraft“ so gar nicht auf. Starkwindereignisse sind nicht zwingend hilfreich bei der Stromproduktion. Allgemein lässt sich sagen, dass sich die Betreiber von Windkraftanlagen stetigen, starken Wind von etwa der Stärke sechs auf der Beaufort-Skala wünschen.

Damit du dir darunter etwas vorstellen kannst: Erst ab Windstärke neun ist von einem Sturm die Rede. Soweit also zu den idealen Windbedingungen für die Windkraft. Diese haben kürzlich definitiv in Dänemark vorgeherrscht. Denn dank des perfekten Tages konnte der Hersteller Siemens Gamesa dort kürzlich seinen absoluten Windkraftrekord aufstellen.

Windkraftrekord in nur einem Tag

In nur 24 Stunden erzeugte die Turbine eines aktuellen Prototyps des Unternehmens 359 Megawattstunden (MWh). Für alle, die sich darunter nichts vorstellen können: Mit dieser Menge an Energie könnte ein Elektroauto rund 1,8 Millionen Kilometer weit fahren.

Für alle, die sich auch darunter nichts vorstellen können: Bei dieser Reichweite könntest du die Erde in deinem E-Auto etwa 44 Mal umrunden. Mit der Energie, die an nur einem einzigen Tag sauber produziert wurde! Und zwar von der Windturbine vom Prototyp Siemens-Gamesa SG 14-222 DD.

Dieser Prototyp ist Teil des aktuellen Trends, im Zuge dessen gigantische Windkraftanlagen entwickelt werden. Seine drei Rotorblätter sind jeweils 108 Meter lang. Das bedeutet: Selbst Usain Bolt, der Weltrekordhalter im 100 Meter-Lauf, bräuchte über 10 Sekunden lang,  um die gesamte Länge eine Rotorblattes im Sprint abzulaufen!

 

Windkraftrekord: Spitzenleistung von 15 Megawatt 

Der Rotordurchmesser des Prototyps von Siemens Gamesa beträgt damit über 220 Meter. Siemens Gamesa ist ein Tochterunternehmen des deutschen Konzerns Siemens, der weltweit über 303.000 Mitarbeitende zählt und vergangenes Jahr rund 63 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat.

Siemens Gamesa ist auf die Herstellung von Windkraftanlagen spezialisiert und hat seinen Hauptsitz wiederum in Spanien. Das Unternehmen setzt dabei auf Nachhaltigkeit und hat beispielsweise kürzlich ein Schiff gechartert, mit dem die Wartung von Offshore-Parks emissionsfrei möglich wird.

Die Tochtergesellschaft entstand, als Siemens 2004 den dänischen Windturbinenhersteller Bonus A/S übernommen hat. Die Rekord-Anlage soll übrigens auf dem Meer mit einer Spitzenleistung von 15 Megawatt insgesamt 18.000 Haushalte mit nachhaltiger Energie versorgen können.

Auch wenn der Prototyp für den Offshore-Betrieb gedacht ist, konnte dieser Rekordwert an Land erreicht werden, wo die Anlage an der dänischen Nordküste aktuell auf einem Windkraftanlagentestfeld geprüft wird. Schon 2024 soll der Prototyp in Serie gehen. Vorbestellungen von großen Windparks wurden bereits entgegen genommen.

Quellen: weser-kurier.de, golem.de, netzwelt.de / Fotocredit: © Etienne Girardet/Unsplash


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