Rouge lässt sich aus wenigen Zutaten ganz einfach selber herstellen. -Photocredit: Meret Brockmanm
Rouge lässt sich aus wenigen Zutaten ganz einfach selber herstellen. -Photocredit: Meret Brockmanm
Müllvermeidung liegt voll im Trend. Der Zero Waste Lifestyle setzt sich auch in Österreich durch. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, steigt auf müllfreie Kosmetik um.

Gerade im Badezimmer ist es wichtig, auf Produkte, in denen Mikroplastik vorhanden ist, zu verzichten. Blogger Laurel hat die Probleme, die durch die kleinen Kunststoffteile entstehen, in diesem Beitrag zusammengefasst. Und Bloggerin Mira zeigt, wie du viele Produkte in deinem Badezimmerschrank gegen müll- und verpackungsfreie Alternativen ersetzen kannst.

Doch hast du dich auch schon einmal gefragt, ob es auch bei dekorativer Kosmetik Alternativen zu den herkömmlichen Produkten gibt?

Darauf solltest du bei Kosmetik achten

Natürlich gibt es die. Der einfachste Weg ist es, auf Naturkosmetik umzusteigen. Unter Naturkosmetik werden jene Kosmetikprodukte verstanden, die in ihrer Herstellung ausschließlich rein natürliche Stoffe verwenden. Dazu gehören zum Beispiel pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwasser, oder ätherische Öle und Aromen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung. Obwohl Naturkosmetik nicht an Tieren getestet wird, muss sie nicht zwingend vegan sein. Mittlerweile gibt es aber viele Produkte, die auch vollkommen ohne tierische Inhaltsstoffe auskommen.

Auf dekorative Kosmetik wollen die wenigsten von uns verzichten, doch auch hier gibt es Alternativen. - Photocredit: freestocks.org/Unsplash
Auf dekorative Kosmetik wollen die wenigsten von uns verzichten, doch auch hier gibt es Alternativen. – Photocredit: freestocks.org/Unsplash

Zero Waste Mascara

  • Auffüllbare Mascara
    Auffüllbare Wimperntuschen gibt es zum Beispiel von der Marke Kjaer Weis. Hier bleibt die Hülle bestehen und ausschließlich die Kartusche, in der sich die Farbe findet, wird nach drei Monaten ausgetauscht. Diese Variante ist nicht zu 100 Prozent plastikfrei, im Gegensatz zu herkömmlichen Produkten wird jedoch Verpackungsmaterial gespart. Die Kartusche besteht aus recyclebarem Plastik.
  • Mascaracreme Die Mascaracreme gibt es zum Beispiel von der Marke “La Bella Nussy”. Die Verpackung besteht bis auf den Plastikstöpsel aus Aluminium und ist daher schon einen Schritt weiter als die oben genannte wiederbefüllbare Variante. Die Creme wird auf eine alte Mascarabürste aufgetragen, anschließend werden die Wimpern wie gewohnt getuscht. Charlotte vom Blog plastikfreileben.de schwört auf die Mascaracreme. Laut ihrem Erfahrungsbericht hält eine Tube bis zu zwei Jahre.
  • DIY
    Wem das immer noch zu viel Müll ist, der kann seine Wimperntusche natürlich auch selber herstellen. Im Internet findet man dazu einige Anleitungen. Die bekannteste Zero Wastlerin Bea Johnson schwört zum Beispiel auf eine selbstgemachte Mascara aus einem Pulver aus verbrannten Mandeln vermischt mit Vaseline.
    Falls du einen natürlichen Look möchtest, kannst du auch zu einer Wimpernzange greifen und dir die Wimpern anschließend mit Rizinusöl “tuschen”.

Zero Waste Eyeliner

  • Fester Eyeliner
    Die einfachste Variante ist es, auf einen festen Eyeliner umzusteigen. Sobald dieser Stumpf ist, kann er wie ein Bleistift angespitzt werden und schon lassen sich wieder präzise Striche ziehen. Die Späne können auf dem Kompost recycelt werden. Einige Naturkosmetiklabels bieten auch feste Eyeliner in kleinen Glasflakons an, die mit Hilfe eines Pinsels aufgetragen werden können.
  • Flüssigen Eyeliner
    Flüssigen Eyeliner in einer Glasverpackung findest du zum Beispiel bei Lush. Hier ist ausschließlich der Deckel aus recyclebarem Plastik.
  • DIY
    Natürlich kannst du auch deinen eigenen Eyeliner herstellen. Ähnlich wie bei der Wimperntusche kannst du ebenfalls das Pulver der verbrannten Mandeln oder aber auch Aktivkohlepulver verwenden. Auch hier findest du im Internet zahlreiche Anleitungen.
Viele Naturskosmetiklabel versuchen auf Alternativen zu Plastik umzusteigen. -Photocredit:  Diana Kadreva/Unsplash
Viele Naturskosmetiklabel versuchen auf Alternativen zu Plastik umzusteigen. -Photocredit: Diana Kadreva/Unsplash

Zero Waste Make-up

  • Flüssige Foundation
    Einige Naturkosmetiklabel bieten ihre flüssige Foundation mittlerweile in Glasflaschen an. Hierzu gehören zum Beispiel die Marken “und Gretel” oder “rms Beauty”. Eine gute Anlaufstelle in Wien ist die
    Naturparfumerie Staudigl im ersten Bezirk. Hier gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Marken und Produkten, außerdem kannst du dich hier hervorragend Beraten lassen.
  • Auffüllbares Puder
    Vor allem bei sogenannten gepressten Puder gibt es die Möglichkeit, eine wiederbefüllbare Puderdose zu kaufen. Sobald das Puder aufgebraucht ist, wird nur die recycelbare Aludose ausgetauscht. Diese Variante gibt es zum Beispiel von der Marke “Jane Iredale”, die du ebenfalls bei Staudigl findest.
  • DIY
    Aus Maisstärke und Zimt lässt sich ganz einfach ein loses Puder herstellen. Je nach Hautton kannst du mehr oder weniger Zimt dazu mischen. Das schöne daran ist, dass es nicht viel kostet und du immer ein bisschen wie Weihnachten riechst.
    Übrigens: Auch Bronzer lässt sich ganz einfach herstellen: statt Zimt wird hierfür einfach Kakaopulver verwendet!

Zero Waste Rouge

  • Auffüllbares Rouge
    Wie auch schon bei einigen anderen Produkten gibt es auch beim Rouge die Möglichkeit der Wiederauffüllung. Ähnlich wie auch beim Puder kommen die Produkte in einem Alubehälter – dieser im Idealfall in einer Kartonverpackung. Auch hier kann ich auf die Firma Kjaer Weis beziehungsweise auf die Naturparfümerie Staudigl verweisen.
  • In der Glasdose
    Die Marke “rms beauty” bietet Rouge in einem kleinen Glastiegel an. Der Verschluss ist aus Alu und somit kommt das Produkt komplett ohne Plastik aus. Übrigens lässt sich das Rouge auch als Lippenstift oder Lidschatten verwenden. 
  • DIY
    Rouge lässt sich zum Beispiel aus Heilerde, Maisstärke und Hibiskusblüten-Pulver oder Rote-Rüben-Pulver selber herstellen. Auch hier findest du im Internet zahlreiche Anleitungen und Inspirationen.
Mit ein bisschen Geschick und Kreativität lässt sich Kosmetik auch ganz einfach selber herstellen. -Photocredit: Raphael Lovaski/Unsplash
Mit ein bisschen Geschick und Kreativität lässt sich Kosmetik auch ganz einfach selber herstellen. -Photocredit: Raphael Lovaski/Unsplash

Zero Waste Augenbrauenstift

  • Augenbrauenstift
    Ähnlich wie auch schon beim Eyeliner ist die einfachste Version, auf einen festen Augenbrauenstift umzusteigen. Hier ist meistens nur die Verschlusskappe aus Plastik oder aber aus Alu. Achtung: einige Augenbrauenstifte haben am anderen Ende noch eine kleine Bürste – diese ist aus Plastik!
  • Recycelbare Verpackung
    Die Marke “elate cosmetics” verpackt ihre Produkte in Bambus, wodurch die nicht nur recycelt, sondern sogar kompostiert werden können.
  • DIY
    Ähnlich wie auch schon beim Bronzer kannst du einfach ein bisschen Kakaopulver verwenden und dir mit einem Pinsel die Augenbrauen nachziehen. Dieser natürliche Variante hält allerdings nicht besonders lange. Alternativ kannst du dir bei einer Kosmetikerin die Augenbrauen färben lassen.

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Alternativen zu herkömmlicher dekorativer Kosmetik. In der oben angeführten Liste findest du nur einen kleinen Auszug davon. Bei den meisten Sachen ist deine Kreativität und dein Einfallsreichtum gefragt. Hast du bereits Erfahrung mit Zero Waste Kosmetik gemacht? Vielleicht sogar deine eigene Mascara hergestellt? Erzähle uns und der Energieleben Community in den Kommentaren von deinen Erfahrungen.

Quelle:

Kontrollierte Naturkosmetik https://www.kontrollierte-naturkosmetik.de/naturkosmetik.htm

 

1 Kommentar

  1. Ich hätte nicht gedacht, dass es schon heute so viele Möglichkeiten der Müll-freien Kosmetik gibt, aus denen man auswählen kann. Gerne würde ich auch auf den Zero-Waste-Zug aufspringen. Aber ich denke, ich werde es nicht sofort tun, sondern Schritt für Schritt alle Teile austauschen.

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