„Man ist, was man isst“ ist eine Redewendung des französischen Philosophen und Gastronomiekritikers Jean Anthelme Brillat – Savarin (1755 – 1826), deren Bedeutung vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Sowohl…

„Man ist, was man isst“ ist eine Redewendung des französischen Philosophen und Gastronomiekritikers Jean Anthelme Brillat – Savarin (1755 – 1826), deren Bedeutung vielen Menschen gar nicht bewusst ist. Sowohl die Herstellung, als auch der Genuss der Lebensmittel ist zumindest in den Industrieländern zu einer Nebensache geworden, mit immer stärker spürbar werdenden Schäden.

Die Industrialisierung hat der bäuerlichen Landwirtschaft die Nachhaltigkeit genommen

Seit Beginn der landwirtschaftlichen Revolution, der Umwandlung des bäuerlichen Landbaus in einen Prozess der Herstellung von Rohstoffen für die Lebensmittelindustrie hat eine beispiellose Zerstörung von Landschaft, Luft, Wasser und Gesundheit eingesetzt. Gleichzeitig mit dem Anwachsen immenser Überproduktion in den Industrieländern wuchs in den Ländern der Dritten Welt der Hunger, weil einerseits dort nur noch Produkte für den Export in riesigen Plantagen erzeugt werden und andererseits die hoch subventionierte Überproduktion von Grundnahrungsmitteln der Industrieländer, als Reimport der heimischen Landwirtschaft die Märkte zerstört. In den Industrieländern hingegen wächst seit diesem Einschnitt in die Lebensqualität die Zahl von allergischen Erkrankungen durch Unverträglichkeit der chemisch manipulierten Lebensmittel und den Auswirkungen des Chemieeinsatzes in der Landschaft. Ohne hier weiter auf all die Detailprobleme eingehen zu können, muss resümiert werden, dass der Übergang in die industrielle Erzeugung der Nahrung einer der großen Fehler der Entwicklungen in den letzten einhundert Jahren war.

Warum ist „Bio“ gesünder als industrielle Lebensmittel?

Diese Frage ist einfach zu beantworten, auch wenn manche Vergleiche von Proben verschiedener Lebensmittel noch nicht eindeutige Unterschiede zu Tage fördern. Jeder Eingriff in ein System, das sehr lange Zeit hatte, ein Gleichgewicht herzustellen, wird das vorhandene Gleichgewicht stören. Über Jahrtausende hat der menschliche Organismus gelernt, natürlich vorkommendes Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch zu verarbeiten und in seinen Energiehaushalt zu integrieren.

Sobald diese Stoffe künstlich verändert werden, muss der Organismus sich umstellen, was in der kurzen Zeit – seit etwa 60 Jahren – kaum möglich ist. Viele Menschen entwickeln Allergien, also Abwehrreaktionen. Betroffen sind nicht nur auf den Feldern wachsende Nahrungsmittel, sondern auch alle Arten von Fleisch und Fisch, die nicht auf natürliche Weise gehalten, gefüttert und verarbeitet und haltbar gemacht werden, sondern mit zahlreichen chemischen Zusätzen versehen, in die Nahrungskette gelangen. Natürlich ist es für ökologisch arbeitende Betriebe nicht einfach, ihre Produkte vollständig von solchen „Verunreinigungen“ frei zu halten, solange all die künstlichen Stoffe noch im Boden, der Luft und im Wasser vorhanden sind, ob von den Feldern benachbarter konventionell arbeitender Landwirte, oder als allgemeine Verschmutzung der Umwelt durch Industrie, Verkehr und den Haushalten. Es ist aber ein lebensnotwendiger Schritt, nicht noch zusätzlich Verunreinigungen hinzuzufügen, sondern deren Menge Schritt für Schritt abzubauen.

Je mehr „Bio“ gekauft wird, desto besser wird die Qualität

Mit dem stetigen Wachstum der Biobranche, der Zahl der ökologisch arbeitenden Landwirte, sinkt die Masse der Schadstoffe in Boden, Luft, Wasser und damit auch in den Lebensmitteln. Dass zusätzlich die Biolandwirte um mindestens 20 Prozent höhere Gewinne erzielen, als die vergleichbaren konventionell arbeitenden Betriebe, obwohl sie bis zu 40 Prozent weniger produzieren, ist ein Umstand der noch an den höheren Handelspreisen liegt. Dieser Umstand wird sich mittelfristig anpassen, sobald mehr natürlich hergestellte Produkte auf den Markt kommen, als die künstlich „verunreinigten“. Wird allerdings kurzfristig das System der Subventionen in der Landwirtschaft vollständig gestrichen, und somit keine der beiden Arten der Lebensmittelproduktion mehr durch zusätzliche Steuermittel gestützt, wären die Biobauern sofort im Vorteil. In Wahrheit sind nämlich die industriell hergestellten Lebensmittel wesentlich teurer als die, die einfach „wachsen gelassen“ werden.

Dabei erhält der konventionell arbeitende Landwirt noch am Wenigsten aus dem Füllhorn der Steuerzahler. Bisher streichen von Chemiekonzernen bis zu Fluggesellschaften, also eigentlich Unbeteiligte den Löwenanteil des Geldsegens ein. Bioware wird hingegen von den Landwirten oder eigens gegründeten Genossenschaften direkt vermarktet und spart all die zusätzlichen Kosten von Düngemitteln bis zu Anabolika, über Transporte rund um die Welt, während der Verarbeitung und Auslieferung ein.

Industrielle Nahrungsmittelproduktion ist „Wahnsinn mit Methode“.

Frische Husumer Krabben, in Marokko gepult, frisch aus Husum? Joghurt aus Lüneburg, zehnmal durch Europa gefahren? BSE, EHEC, Gammelfleisch, Analogkäse, die Liste der Katastrophen in der Lebensmittelindustrie ist lang, das System an sich fast kriminell. Genau wie im Bereich der Energieerzeugung, der Bekleidungsindustrie und der Gesundheit liegt das Problem der entscheidende Fehler im System. Wird ein Produkt industriell hergestellt, muss es in sehr großen Mengen produziert und abgesetzt werden, damit die immensen Kosten dieser Herstellungsweise wieder eingespielt werden. Nur durch die große Menge ist der scheinbar günstige Preis zu halten.

Dass die wahren Kosten der Produkte viel höher sind, erfährt der Kunde, der Verbraucher nicht, sondern zahlt diese auf dem Umweg über das Finanzamt. Von Investitionszuschüssen über die genannten Subventionen, bis hin zu den Kosten für die Beseitigung der Schäden, die durch die Industrie entstehen, muss der Steuerzahler gerade stehen, während die enormen Gewinne der Konzerne, wie Nestle, Kraft und Co verbleiben. All diese Kosten entstehen bei einer streng ökologischen Landwirtschaft und einem vorwiegend lokalen Vertrieb der Waren nicht. Zusätzlich entstehen auf dem Land mit jedem neuen Biohof neue Arbeitsplätze, da der ökologische Landbau nun mal mehr Menschen, als Maschinen braucht. Somit wird der Staat und damit das Sozialsystem entlastet.

Kann die stetig wachsende Menschheit ökologisch, nachhaltig ernährt werden?

Diese Frage ist natürlich positiv zu beantworten. Ein wieder hergestelltes Gleichgewicht ist stabil, solange es nicht durch den Irrsinn des letzten Jahrhunderts zerstört wird. Der industrielle Landbau hat zum Beispiel global über 40 Prozent der ursprünglichen Ackerflächen zerstört. Gleichzeitig werden immer noch doppelt soviele Lebensmittel erzeugt, wie die gesamte Menschheit verbrauchen könnte. In den Industriestaaten gelangt die Hälfte der Lebensmittel gar nicht erst in den Vertrieb, wird schon vorher vernichtet. Sodann wandern über 40 Prozent der Lebensmittel aus den Supermärkten in den Müll, weil Haltbarkeitsdaten überschritten oder kleine Macken an Verpackung oder Inhalt aufgetreten sind. Zuletzt werden in Haushalten und Restaurants bis zu 30 Prozent der Nahrung vernichtet, weil zu viel eingekauft, serviert, einfach nicht verzehrt wurde. Schließlich werden bis zu 90 Prozent bestimmter Produkte gar nicht auf dem heimischen Markt angeboten, sondern gehen gleich, mit Exportsubventionen künstlich verbilligt in die so genannte Dritte Welt.

Nach einer Studie der EU könnten in den Ländern Europas sofort 70 Prozent der Ackerflächen still gelegt werden, ohne, dass ein Europäer auf auch nur ein Produkt verzichten müsste. Die Länder Afrikas und Südamerikas könnten sodann endlich wieder anfangen, sich selbst zu ernähren, so wie es über tausende Jahre gut funktioniert hat. Die Frage der Überbevölkerung würde auch geklärt, weil die Geburtenrate sofort zurückgehen würde. Kinder „auf Halde“ zu zeugen, in der Hoffnung von diesen „ernährt“ zu werden, ist überflüssig, wenn die ganze Familie am Ort gut leben kann. Je wohlhabender eine Population ist, desto weniger Nachwuchs wird geboren.

Dies alles umfasst ein ökologisches und damit nachhaltiges Gleichgewicht.

1 Kommentar

  1. Wenn jeder der einen Garten hat , da von 20-36 m2 für Gemüse u. Früchte Nützen würde , wär der Bio-Anteil besser . Darüber hinaus weniger CO2 Belastung, mehr Genuss beim Essen ,durch spürbare echte Frische der Nahrungsmittel ,u.das Gefühl das es aus dem eigenen Garten kommt ,zusätzlich ist es auch für jeden Einzlnen eine entspannende Sache pc7sein wenig zu Gärtnern. Noche ein positiver Efeckt ist , das es sich im Geldbörsl gut macht . ;-D

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