Vor der Küste Südchinas wurde die weltweit größte schwimmende Windkraftanlage mit nur einem Rotor installiert – ein 270 Meter Gigant, der zeigt, wie schnell sich Floating Wind Technologie entwickelt.

Vor der Küste der südchinesischen Provinz Guangdong ist ein neues Kapitel der Offshore‑Windkraft aufgeschlagen. Die China Three Gorges Corporation (CTG) hat dort die weltweit größte schwimmende Windkraftanlage mit nur einem Rotor installiert – ein Projekt, das zeigt, wie schnell sich Floating‑Wind‑Technologien weiterentwickeln und welche Rolle sie künftig in tiefen Küstengewässern spielen können.

Die Turbine bringt es auf 16 Megawatt Leistung, ihr Rotor misst beeindruckende 252 Meter im Durchmesser, und die gesamte Anlage ragt rund 270 Meter in die Höhe. Damit gehört sie zu den größten Windkraftanlagen der Welt und sie steht nicht auf einem festen Fundament, sondern auf einer schwimmenden Plattform, die teilweise unter Wasser liegt und sich den Bewegungen des Meeres anpasst. Laut Betreiber kann die Anlage jährlich rund 44,6 Gigawattstunden Strom erzeugen, genug für etwa 24.000 Haushalte.

Technologie für extreme Bedingungen

Die Region ist bekannt für starke Winde und Taifune – Bedingungen, die klassische Offshore‑Fundamente an ihre Grenzen bringen. Genau hier zeigt die neue Anlage, intern „Three Gorges Pilot“ genannt, ihre Stärken. Die Plattform wurde so konstruiert, dass sie Taifune der höchsten Kategorie, extreme Wellen und starke Strömungen aushält. Ein aktives Ballastsystem stabilisiert die Konstruktion, während ein neu entwickeltes Verankerungssystem die Plattform auch bei extremen Wetterlagen sicher hält.

Floating‑Wind gilt weltweit als Schlüsseltechnologie, um Offshore‑Windkraft auch dort zu nutzen, wo der Meeresboden zu tief für feste Fundamente ist. Das betrifft nicht nur China, sondern auch Länder wie Japan, Norwegen, Spanien oder die USA und langfristig auch Regionen rund um das Mittelmeer.

Ein Signal für den globalen Ausbau

China investiert seit Jahren massiv in Offshore‑Wind und hat sich in kurzer Zeit zum Innovationsmotor entwickelt. Neben CTG arbeiten auch Hersteller wie Mingyang und CRRC an immer größeren Anlagen. Floating‑Wind gilt als Schlüsseltechnologie, um Offshore‑Wind in tiefen Gewässern weltweit nutzbar zu machen, von Japan über Norwegen bis Kalifornien.

Die neue 16‑MW‑Anlage ist nicht nur ein technisches Demonstrationsprojekt, sondern ein Baustein für künftige Großparks in tiefen Gewässern. Sie zeigt, wie Floating‑Wind helfen kann, neue Flächen zu erschließen, Konflikte mit Küstenräumen zu reduzieren und die Stromerzeugung weiter auf das Meer hinaus zu verlagern.

Warum das für die Energiewende wichtig ist

Floating‑Wind kann Regionen erschließen, die bisher als ungeeignet galten. Das Potenzial ist enorm:

  • tiefe Küstengewässer (z. B. Mittelmeer, Atlantik, Pazifik)
  • höhere Windgeschwindigkeiten weit draußen auf See
  • geringere Sichtbarkeit vom Land aus
  • flexiblere Standortwahl

Für die globale Energiewende bedeutet das: Mehr Windstrom, weniger Flächenkonflikte, und ein weiterer Schritt hin zu einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung.

Die Zahlen im Überblick

  • 16 MW Leistung
  • 252 Meter Rotordurchmesser
  • 270 Meter Gesamthöhe
  • 50.000 m² Rotorfläche – etwa sieben Fußballfelder
  • 44,65 GWh Jahresproduktion – genug für rund 24.000 Haushalte

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Bild: Three Gorges Corporation