Das weltweit erste Energyfish Schwarmkraftwerk liefert im Rhein erneuerbaren Strom, ohne Aufstau, ohne Lärm und ohne Eingriff ins Flussbett.

Im Rhein bei Sankt Goar ist ein Energieprojekt gestartet, das weltweit erstmals zeigt, wie Stromerzeugung im Fluss künftig aussehen könnte: Das Energyfish‑Schwarmkraftwerk. 124 schwimmende Mini‑Turbinen nutzen die natürliche Strömung des Flusses – ohne Aufstau, ohne Eingriff ins Flussbett und ohne die ökologischen Probleme klassischer Wasserkraftwerke.

Das Projekt gilt als Meilenstein für eine neue Generation von Flusskraftwerken, die rund um die Uhr erneuerbaren Strom liefern können.

Wie das Schwarmkraftwerk funktioniert

Die Energyfish‑Module sind kleine, torpedoförmige Turbinen, die in einem Schwarm miteinander verbunden werden. Sie hängen an einer schwimmenden Plattform und tauchen nur so tief ein, dass sie die Strömung optimal nutzen.

Wichtig ist:

  • Kein Aufstau, kein Eingriff in den Flusslauf
  • Keine Betonbauten, keine Barrieren
  • Fischfreundlich, da die Turbinen langsam rotieren und Tiere ausweichen können
  • Leise und unsichtbar vom Ufer aus

Die Anlage nutzt ausschließlich die kinetische Energie des Wassers, ähnlich wie ein Windpark, nur unter der Oberfläche.

Strom für über 460 Haushalte

Der Prototyp in Sankt Goar besteht aus 124 Energyfish‑Modulen und liefert jährlich rund 1,3 Gigawattstunden Strom. Das reicht, um etwa 460 Haushalte zu versorgen.

Die Anlage läuft 24 Stunden am Tag, unabhängig von Sonne oder Wind. Das macht sie zu einer stabilen Ergänzung im erneuerbaren Energiemix.

Warum Rheinland‑Pfalz das Projekt unterstützt

Das Land Rheinland‑Pfalz sieht in der Technologie eine Chance, Flüsse als Energiequelle zu nutzen, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Umweltministerin Katrin Eder betont, dass das Schwarmkraftwerk:

  • ökologisch verträglich ist
  • keine Wanderhindernisse für Fische schafft
  • keine Uferbereiche beeinträchtigt
  • keine Lärmemissionen verursacht

Damit unterscheidet sich das System deutlich von klassischen Wasserkraftwerken, die oft in Konflikt mit Naturschutz und Fischwanderung stehen.

Ein möglicher Baustein für die Energiewende

Strömungskraftwerke wie Energyfish könnten künftig überall dort eingesetzt werden, wo Flüsse ausreichend Fließgeschwindigkeit haben und damit auch in urbanen Bereichen.

Sie liefern Grundlast, benötigen kaum Platz und lassen sich modular erweitern. Fachleute sehen darin eine Technologie, die besonders in dicht besiedelten Regionen Europas Potenzial hat.

Ein leiser, fischfreundlicher Weg zu mehr erneuerbarem Strom

Das Energyfish‑Schwarmkraftwerk zeigt, wie innovative Technik und Naturschutz zusammengehen können. Ohne Staumauern, ohne Eingriffe in den Fluss und ohne Lärm erzeugt die Anlage sauberen Strom – Tag und Nacht.

Ob sich das Konzept großflächig durchsetzt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Der Start im Rhein ist jedenfalls ein vielversprechendes Signal für neue Wege in der Wasserkraft.


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Bild: Energyminer