Fotocredit: Pixabay/silviarita
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Die Knolle war viele Jahre von der Bildfläche verschwunden und in Vergessenheit geraten. Doch jetzt ist sie zurück und entzückt nicht nur unseren Gaumen in der Küche, sondern auch unser Auge im Garten.

Topinambur – auch Erdbirne, Knollensonnenblume, Ewigkeitskartoffel oder Erdsonnenblume – stammt aus Nord- und Mittelamerika und gilt als Kulturpflanze der indigenen Völker. Etwa im 17. Jahrhundert gelangte die Knolle nach Europa und gehörte bis 1800 zu den Grundnahrungsmitteln in Europa. Doch irgendwie ist der dann in Vergessenheit geraten und hat bis heute gebraucht, um wieder auf unserem Speiseplan zu landen. 

Vom Aussehen her ähnelt Topinambur Kartoffeln und manchmal auch Ingwer – lange als Viehfutter aus der Menschlichen Küche weggedacht, gilt er heute als sehr schmackhaft, kalorienarm und enthält zudem noch viele Vitamine. Auch Mineralstoffe und Spurenelemente, sowie Inulin sind enthalten. Der Kartoffel zwar vom Aussehen her ähnlich, ist der Eisen-, Kalium- und Kalziumgehalt ist im Vergleich deutlich höher. 

Fotocredit: Pixabay/NoName_13
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Das enthaltene Inulin stabilisiert den Blutzuckerspiegel und entlastet somit Bauchspeicheldrüse und Leber. Die Darmflora wird durch die Ballaststoffe angeregt und im Gleichgewicht halten und man sagt, es handelt sich um eine Knolle für die schlanke Linie. 

ADE KARTOFFEL, HALLO TOPINAMBUR

Wenn du Kartoffeln als ewige Beilage satt hast, dann ist Topinambur eine wirklich gute Alternative. Die Knolle schmeckt süßlich und leicht nussig und ein großer Vorteil gegenüber den Erdäpfeln ist, sie kann auch roh problemlos verzehrt werden. Müsste man einen Geschmack definieren, würde ich sagen es erinnert mich an Maronen und ist sanft bitter im Abklingen. Die Farbe variiert mit der Sorte, gelb, braun oder violett, das Fruchtfleisch reicht von gelb über weiß bis bräunlich.

Die Schale kann grundsätzlich mitverzehrt werden, es sei aber gewarnt, dass sie bei sensiblen Personen zu Verdauungsbeschwerden führen kann. Für die Zubereitung sind kaum Grenzen gesetzt; als Cremesuppe macht sie sich ganz besonders gut, hier kannst du beispielsweise auch eine Mischung mit ein paar Kartoffeln kochen. Chips aus Topinambur sind eine willkommene Abwechslung, die du entweder fettarm im Backrohr oder etwas fettreicher in Öl zubereiten kannst. Gewürze wie Majoran, Estragon oder Petersilie harmonieren am besten mit dem Geschmack der Topinambur. 

Fotocredit: Pixabay/FotoshopTofs
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Früher wurde Topinambur geröstet und gerieben sogar als Kaffeeersatz verwendet. Da die Knolle winterfest ist und sogar bis zu -15 Grad Bodentemperatur überlebt, war der Kaffee das ganze Jahr gesichert. Wird er im Kühlschrank aufbewahrt, dann am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt, damit er möglichst lange frisch bleibt. 

Ein weiterer Vorteil der Knolle: die geringe Kochzeit. In Stücke geschnitten braucht sie kaum 10 Minuten, um gar zu sein. Als Ganzes im Backrohr etwa 1/2 Stunde. 

DAS AUGE ISST MIT 

Auch im Gartenbeet macht sich Topinambur sehr gut. Fühlt sich die Pflanze wohl, kann sie sogar bis zu 3m hoch wachsen. Das mag zum Einen ein toller, natürlicher Sichtschutz sein, auf der anderen Seite kann es schon überwuchernd wirken. Durch das Ausbreiten der Wurzelknollen können sogar andere Pflanzen vollständig verdrängt werden – ein Anbau im Topf ist somit empfehlenswert.

Die sonnengelben Blüten, die sich zwischen August und November zeigen, geben eine wunderschöne Zierpflanze im Gartenbeet ab.  Nicht umsonst wird die Knolle auch “Erdsonnenblume” genannt. 

Fotocredit: Pixabay/ivabalk
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