Dieses Start-up hat eine Technologie entwickelt, mit der Obst und Gemüse mit einer natürlichen Lipidschicht überzogen werden kann, um es haltbar zu machen.

Habt ihr euch auch schon öfter darüber geärgert, dass Gurken im Supermarkt fast immer in Plastikfolie gehüllt sind oder dass manche Obst- und Gemüsesorten nicht lose zu kaufen sind, sondern immer vorabgepackt in Plastik? Der Grund dafür ist, dass es so besser vor dem Austrocknen und Verderben geschützt ist und so weniger Lebensmittel ungegessen auf dem Müll landen. Dafür aber landet deutlich mehr Plastik auf den Deponien. Ein richtiges Dilemma und es scheint als müsse man sich zwischen Plastikmüll und Lebensmittelverschwendung entscheiden.

Ein Start-up aus Kalifornien hat in den letzten Jahren aber an einer Lösung für dieses Problem gearbeitet. Anstatt Gemüse und Obst in Plastik zu verpacken, hat Apeel eine Technik entwickelt, mit der Frischeware mit einer natürlichen Lipidschicht überzogen werden kann. Dieser Schutzfilm, der geruchs- und geschmacksneutral ist, führt laut Angaben des Unternehmens dazu, dass Obst und Gemüse, je nach Sorte, zwei bis drei Mal länger hält. Um die unsichtbare Beschichtung herzustellen, werden Traubenkerne und andere Abfälle aus der Weinerzeugung oder Samen und Schalenbestandteile anderer Pflanzen verwendet. Die Lipide, die in diesen natürlichen Stoffen enthalten sind, werden zu einem Pulver verarbeitet, das später mit Wasser vermischt auf Gemüse oder Früchte aufgetragen wird.

Apeel hat für sein Verfahren nun auch die Zulassung von der EU erhalten, die ersten Partner in Europa sind Edeka und Netto. Prinzipiell kann Apeel bereits über vierzig verschiedene Obst und Gemüsesorten beschichten aber jede Sorte benötigt eine eigens zusammengesetzte Beschichtung. In Deutschland soll erst einmal der Verkauf von Avocados mit Lipidschicht getestet werden. Der Konsument muss erst noch davon überzeugt werden, dass die Lipidschicht weder den Geruch, noch den Geschmack oder das Mundgefühl von Lebensmitteln verändert und somit wirklich klare Vorteile gegenüber Plastik bringt. Auch Allergiker müssen sich laut Apeel keine Sorge machen, dass ihnen die Beschichtung schaden könnte, denn Allergien werden von Proteinen und nicht von Lipiden ausgelöst. Jegliche Skepsis der Kunden wollen Apeel und seine deutschen Partner mit Offenheit und deutlicher Kennzeichnung ausräumen. Wenn sich die Technik in unserem Nachbarland durchsetzt, werden wir bestimmt auch bald Lipid-behandeltes Obst und Gemüse in unseren Supermärkten finden.


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Bild: Apeel