Beispielhafte Initiativen aus Dänemark motivieren auch andere Länder dazu, sich mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinander zu setzen.

Vor mehr als zwei Jahren haben wir über die von Selina Juul in Dänemark gestartete Initiative ‚Stop spild af mat‘ berichtet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Die Initiative gab auf ihrer Facebook-Seite unermüdlich Tipps, wie es sich vermeiden lässts, dass Essen im Müll landet. Außerdem setzten Selina Juul und ihre Mitstreiter den Handel unter Druck, auf Mengenrabatten – welche Kunden dazu anregen mehr zu kaufen, als sie benötigen – zu verzichten. Die größte Supermarktkette Dänemarks gab diesem Druck nach und Aktionen, wie 3 für 2, gibt es dort heute nicht mehr. Hat der Kunden dennoch einmal mehr gekauft als er benötigt, kann er sich in dem von Stop spild av mat herausgegebenen Resteverwertungskochbuch Tipps holen.

In Dänemark wurde die Verschwendung von Lebensmittel in den letzten fünf Jahren um 25 Prozent gesenkt. Dieser Erfolg scheint auch andere zu motivieren, auch in anderen Ländern gibt es interessante Initiativen und sogar Gesetzgebungen, die der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken. In verschiedenen europäischen Ländern können sich User mit der App ‚Too good to go‘ darüber informieren, welche Gastronomiebetriebe und auch Bäckereien bereits zubereitete, aber unverkaufte Speisen zu günstigeren Preisen abgeben. Ursprünglich stammt die App aus Dänemark, doch mittlerweile ist sie auch in anderen Ländern nutzbar und auch ähnliche Apps sind mittlerweile in verschiedenen Ländern, auch in Österreich, verbreitet.

In Frankreich ist die Entsorgung noch genießbarer Lebensmittel per Gesetz verboten. Supermärkte ab einer Größe von 400 Quadratmeter Verkaufsfläche sind verpflichtet nicht verkaufte Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen zu spenden, anstatt sie wegzuwerfen. Hält sich ein Unternehmen nicht an dieses Gesetz, drohen Strafen von bis zu 3.750 Euro. Tschechien hat ein ähnliches Gesetz verabschiedet, allerdings werden hier Verstöße deutlich teurer als in Frankreich. In unserem Nachbarland drohen bei Verstößen bis zu 390.000 Euro Strafe.

Ein zweites Nachbarland Österreichs, Italien, hat ebenfalls ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung. Die Italiener versuchen die Einhaltung dieses Gesetzes allerdings nicht durch Strafen zu forcieren, sondern durch positive Anreize, wie Steuererleichterungen. Um der Verschwendung von Essen in der Gastronomie entgegen zu treten, fuhr man eine Kampagne, welche Restaurantbesucher dazu ermutigte sich ihre Reste einpacken zu lassen. Sogenannte Doggiebags sind in Italien traditionell verpönt. Der Österreicher hat dabei traditionell weniger Hemmungen. Hier zu Lande lässt sich so mancher gern die Reste für den Hund einpacken, auch wenn er gar keinen Hund hat. Wir finden das gut und die Umwelt dankts auch!


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Bild: Wikimedia, Taz

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