Plug and Play Solarmodule für den eigenen Balkon sind eine Möglichkeit für Mieter sich an der Energiewende aktiv zu beteiligen. Angesichts steigender Energiepreise, lohnt sich eine Investition?

Viele Mieter und Wohnungseigentümer können die Vorteile der Solarenergie nicht selbst ausnutzen. Eine typische Solaranlage erfordert nicht nur eine größere Investition, sondern vor allem ein privates Dach. Wenn der Hauseigentümer nicht willens ist, kann man stattdessen Sonnenkollektoren auf Fensterbänken und Balkonen installieren. Aber sind die Balkon-Sonnenkollektoren in Wohnungen überhaupt nützlich?

In Deutschland sind Mini-Solaranlagen, die sich jeder bequem am Balkon installieren kann, mittlerweile weit verbreitet. Mehrere Unternehmen haben solche kleinen Solarmodule für die eigenen vier Wände entwickelt. So wie zum Beispiel die Firma Priwatt, die steckerfertige Komplettpakete für den Balkon verkauft. Deren Module können nicht nur an der Hausfassade, oder am Dach angebracht oder im Garten aufgestellt werden, sondern auch einfach am Balkongitter fixiert werden. Module ab einer Größe von 170×100 cm werden angeboten. Das Gewicht beträgt lediglich 19kg. Über einen Wechselrichter werden die Sonnenkollektoren mit der Steckdose verbunden und es kann los gehen. Die Haushaltsgeräte verwenden dann automatisch den Solarstrom, anstelle des Stromes aus dem öffentlichen Stromnetz. Der gesammelte Strom wird zuerst in der eigenen Wohnung verbraucht. Nur der Überschuss wird ins öffentliche Netz gespeist.

So eine Mini-Solaranlage für den Balkon kommt auf rund 400 Euro. Bei einem Energielevel von 200 kWh kann man rund 60 Euro Strom sparen. Damit hätte sich die Investition nach 6 bis 7 Jahren amortisiert. Etwas größere Anlagen für den Balkon kommen auf 700 bis 800 Euro bei einer Leistung von rund 600 Watt. Damit können bis zu 15 Prozent des Energieverbrauchs gedeckt werden, eine Einsparung von 175 Euro. In einem solchen Fall würde sich die Investition nach 4 bis 5 Jahren rechnen. Bei diesen Beispielen wurden allerdings die stark steigenden Strompreise noch nicht berücksichtigt, das heißt, bleiben die Preise so hoch, könnte noch viel mehr eingespart werden. Eine kurze Einführung samt Erlebnisbericht gibt es in diesem Video.

Gut gewählt werden sollte auf alle Fälle der Standort der Sonnenkollektoren. Man sollte auch bedenken, wo man wohnt und wieviel Sonnenschein es dort überhaupt gibt. In der burgenländischen Seenplatte wird sich ein Sonnenkollektor am Balkon wahrscheinlich eher rechnen als in einem tiefen Bergtal. Bei Wolken gibt es einen Rückgang der Stromerzeugung um 20-30%. Da sich die Sonne kontinuierlich über den Himmel bewegt, dauert der optimale Neigungswinkel nicht länger als 1-2 Stunden pro Tag. Eine echte 100W Leistung von einem 100-Watt-Panel wird selten produziert.

In Österreich dürfen Balkon PV-Anlagen bis 600 Watt ohne weiteren Genehmigungen betrieben werden.


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Bild: Kindel Media von Pexels