Naturkosmetik muss auch als solche gekenntzeichnet werden. Doch was bedeuten die ganzen Abkürzungen und Zeichen auf den Verpackungen eigentlich?
Dieser Artikel wurde am 17. März 2020 veröffentlicht
und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Naturkosmetiksiegel gibt es bereits einige, doch nur auf eine Handvoll ist auch wirklich Verlass. Welche das sind und was sie bedeuten, findet ihr in diesem Beitrag herausfinden.

Ich unterteile die verschiedenen Naturkosmetiksiegel in zwei Gruppen: Jene, die ihren Schwerpunkt auf der Naturkosmetik haben und die, die ihren Schwerpunkt auf Tierschutz oder vegane Kosmetik legen.

Kosmetiksiegel mit dem Schwerpunkt Naturkosmetik

Das NaTrue-Label gibt es seit 2008. Außerdem ist es international gültig und verbreitet. Das Ziel des Labels ist es, eine bessere Regulierung für Natur- und Biokosmetik durchzuführen. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene gibt es mehrere Definitionen von Natur- und Biokosmetik. Diese sind allerdings nicht einheitlich. Daher kämpft NaTrue aktiv für eine Vereinheitlichung, um Greenwashing zu verhindern.

Das NaTrue Naturkosmetiksiegel wird weltweit vergeben. -Fotocredits: NaTrue

Um das NaTrue-Label zu bekommen müssen mindestens 75% aller Produkte des zu zertifizierenden Unternehmens als Naturkosmetik gelten. Daher gilt: Bei einer Marke, die mit dem NaTrue-Label zertifiziert ist, handelt es sich bei der gesamten Marke um Naturkosmetik und nicht um Greenwashing.

Außerdem wird bei dem NaTrue-Label auf die Inhaltsstoffe geachtet. Diese sind in drei Kategorien eingeteilt: natürliche, naturnahe und naturidentische Inhaltsstoffe. Die Unterschiede zwischen den dreien könnt ihr hier nachlesen

Alle Inhaltsstoffe müssen zu mindestens 70% aus kontrollierter biologischer Erzeugung oder Wildsammlung stammen und von einer anerkannten Stelle zertifiziert sein.

NaTrue auf einem Blick:

  • frei von künstlichen Inhaltsstoffen
  •  tierversuchsfrei
  • Zu mindestens 70% aus biologischer Erzeugung

Deutsche Kennzeichnung für Naturkosmetik: BDIH

BDIH steht für Bundesverband deutscher Industrie- und Handelsunternehmen und existiert seid 2001. Das Label wird weltweit vergeben. Produkten mit diesem Label verwenden nur pflanzliche Rohstoffe aus überwiegend ökologischem Anbau. Außerdem dürfen für die Produkte keine künstlich hergestellten Farb- und Duftstoffe, Silikone, Paraffine oder andere Erdölprodukte verwendet werden. 

Der BDIH kontrolliert Naturkosmetik. -Fotocredits: BDIH

Zusätzlich sind Tierversuche sowie Rohstoffe, die aus toten Wirbeltieren gewonnen werden – wie zum Beispiel Collagen oder tierische Fette – verboten. Automatisch vegan sind die Produkte mit einem BDIH Siegel jedoch nicht, da Milch oder Honig weiterhin erlaubt sind.

Das BDIH Siegel gilt nur für alle Produkte, die vor 2017 entwickelt wurden. Neuere Produkte tragen das COSMOS-Siegel. Dabei handelt es sich um ähnliche Richtlinien aber um einen Zusammenschluss von fünf Mitgliedern (BDIH, Cosmebio, Ecocert, ICEA und Soil Association). Ziel ist es, eine weltweit einheitliche Kennzeichnung zu schaffen. 

BDIH auf einen Blick:

  • überwiegend Rohstoffe aus ökologischem Anbau
  • tierversuchsfrei
  • nicht vegan

Das Französische Pendant für Naturkosmetiksiegel: Ecocert

Ecocert ist 1991 in Frankreich gegründet worden. Bei Produkten, die mit dem Ecocert-Label versehen sind, stehen erneuerbare Ressourcen und Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau im Fokus. Außerdem erfolgt bei letzteren auch eine Bewertung in Bezug auf ihre Umweltauswirkungen. Zudem schreibt Ecocert die Transparenz gegenüber dem Verbraucher groß.

Ecocert ist das französische Pendant zum BDIH. -Fotocredits Ecocert

Tierversuche sind verboten. Das bedeutet, dass tierische Stoffe nur dann verwendet werden dürfen, wenn es keine passende pflanzliche Alternative gibt. Zu diesen tierischen Stoffen gehören nur Stoffe, die Tiere produzieren – also Milch und Honig. Doch mit dem Ecocert-Siegel gekennzeichnete Produkte verwenden keine Bestandteile von Tieren.

Wie bei dem BDIH Siegel ersetzt das COSMOS-Siegel auch das Ecocert-Siegel bei allen Produkten, die nach 2017 entwickelt wurden. Allerdings sind die Standards nach wie vor die gleichen. 

Ecocert auf einen Blick:

     

  • erneuerbare Ressourcen und Inhaltsstoffe aus ökologischem Anbau stehen im Fokus
  • keine Tierversuche & keine tierischen Bestandteile
  • nicht automatisch vegan

Naturkosmetiksiegel mit dem Schwerpunkt Tierschutz oder vegane Kosmetik

Vegan-Blume

1944 gründete der Brite Donald Watson die Vegan Society. Die Vegan-Blume der Vegan Society kennzeichnet Produkte, die frei von tierischen Stoffen sind. Hinzu kommt, dass auch Tierversuche sowohl in der Entwicklung als auch in der Herstellung der Produkte verboten sind. 

Den Gründungstag der Vegan Society feiern Anhänger als Weltvegantag. -Fotocredits: Vegan Society

So könnt ihr euch aus Lebensmittel ganz schnell und unkompliziert eure eigene Naturkosmetik zaubern.

Fazit:

Natürlich gibt es noch viel mehr Siegel. Oben habe ich euch die wichtigsten genannt. Wenn ihr diese Siegel im Blick habt, dann seid ihr bei dem Kauf eurer Naturkosmetik auf jeden Fall auf der sicheren Seite. 

Wenn es euch wichtig ist, dass eure Kosmetikprodukte keine tierischen Inhaltsstoffe aufweisen und auch unter Naturkosmetik fallen, dann rate ich euch darauf zu achten, dass mehrere Labels auf dem Produkt abgebildet sind. Denn die Vegan-Blume der Vegan Society alleine ist nicht gleich bedeutet mit Naturkosmetik. 

Wenn ihr ganz sicher sein wollt, was in eurer Kosmetik enthalten ist, dann könnt ihr sie auch selber herstellen. Inspiration dazu findet ihr auf unserer Plattform! 

Quellen:

https://www.welt.de/icon/beauty/article175839873/Die-wichtigsten-Naturkosmetik-Siegel-im-Ueberblick-BDIH-Natrue-Demeter-Ecocert.html

https://www.global2000.at/sites/global/files/Naturkosmetiksiegel.pdf