Dieses energieautarke Haus wird aus natürlichen und recycelten Materialien gebaut.

Über Michael Reynolds Earthships haben wir hier  und hier schon mehrfach  berichtet. Man findet diese Häuser, die vollkommen aus natürlichen und recycelten Materialien gebaut werden, an vielen Orten der Welt. Hierzulande gibt es noch keines und in Deutschland gab es bisher keines, doch seit einiger Zeit war man auch hier fleißig am Flaschen und Autoreifen stapeln. In der Kommune Schloss Tempelhof legten sechzig freiwillige Helferinnen und Helfer Hand an, um ein solches passiv-solar klimatisiertes Gebäude zu errichten. Das fertige Haus verfügt über ein eigenes Gewächshaus und ein intelligentes System zur Wassersammlung und -speicherung. Das Earthship Tempelhof bietet für bis zu 25 Personen Platz in Gemeinschaftsräumen – Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, Bäder und Toiletten – Platz. Die Bewohner nutzen als Rückzugsorte allerdings, in halbkreisförmig drumherum angeordneter Form, Jurten und Bauwägen.

Bisher sind Earthship Projekte in Deutschland immer an den strengen Bauvorschriften gescheitert und auch das Tempelhof Projekt musste Kompromisse eingehen um eine Baugenehmigung zu bekommen. Das erste deutsche Earthship muss an die örtliche Wasserleitung und an die Kanalisation angeschlossen werden, denn so sieht es das Baurecht vor. Nach dem Konzept von Michael Reynolds sollten die Earthships eigentlich komplett autark sein, dennoch unterstützt er den Bau des Tempelhofer Earthships mit Rat und Tat.

Ebenfalls wurde das Projekt vom Architekten Ralf Müller vom Lehrstuhl für Bauphysik der Universität Stuttgart in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut unterstützt, denn das ursprünglich für New Mexico entwickelte Konzept musste auch an die deutschen Klimaverhältnisse angepasst werden. Die Erkenntnisse aus den Experimenten mit ökologischen Bauweisen sollen später unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden und so in Zukunft beim Bau ähnlicher Projekte helfen. Doch nicht nur der Bau ist eine Art Experimentierlabor, auch das fertige Haus soll, laut den Verantwortlichen, ein öffentlich zugänglicher Experimentierraum für soziale und ökologische Skulptur werden, sowie ein Reallabor für gemeinschaftliches Leben inmitten individueller Wohnräume.

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Bild: Earthship Tempelhof

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