Der Sommer ist da! Lange genug haben wir darauf gewartet. Doch wenn es draußen (zu) heiß ist, stellt sich die Frage: wie lässt sich die Behaglichkeit innerhalb der vier Wände erhalten? Und zwar am besten ohne Ventilator oder gar Klimaanlage.
Dieser Artikel wurde am 22. Juli 2013 veröffentlicht
und ist möglicherweise nicht mehr aktuell!

Behaglichkeit hängt von mehreren Bedingungen ab: von der Temperatur von Raumluft und Umgebungsflächen, von Luftfeuchtigkeit und -geschwindigkeit (Zugluft), aber auch von individuellen Gegebenheiten wie dem Grad der körperlichen Aktivität oder passender Bekleidung.

Um übermäßige Erwärmung in Innenräumen zu vermeiden, muss nicht immer gleich ein Klimagerät angeschafft werden. Was im Winter erwünscht ist, gilt es im Sommer zu vermeiden – die Sonnenenergie gar nicht erst in die Innenräume zu lassen, sondern tagsüber die Fenster abzuschatten. Am effektivsten geht das mit außenliegenden Jalousien oder Rollläden, die den Energieeintrag um 75 % reduzieren – mit Innenjalousien sind dies nur mehr 25 %. Auch innere Wärmeerzeuger (Elektrogeräte, Beleuchtung…) sollten möglichst vermieden werden.

Wie im Winter sollen die Fenster tagsüber nicht gekippt werden, sondern geschlossen bleiben. Gelüftet wird im Idealfall in den kühlen Nachtstunden mittels Querlüftung.

Bei Kellerräumen ist besonders darauf zu achten, nicht während der wärmsten Zeit zu lüften – es besteht Schimmelgefahr, wenn warme Luft mit hoher relativer Luftfeuchte auf kühle Oberflächen trifft und dort kondensiert. Lüften also immer dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen.

Beim Neubau soll die Gefahr übermäßiger sommerlicher Erwärmung bereits bei der Planung berücksichtigt (und berechnet!) werden, indem möglichst kompakt gebaut und gut gedämmt wird. Ausschlaggebend sind:

  • Ausrichtung des Gebäudes
  • Anzahl und Größe der Fenster
  • ausreichende Speichermasse in Form von massiven Bauteilen (diese wirkt als „Puffer“ und mindert Temperaturschwankungen)
  • Dachvorsprünge
  • Begrünung! Die positive Wirkung von Laubbäumen vor Fassaden wurde in früheren Zeiten ganz selbstverständlich genutzt. Diese in Zeiten einheitlicher, „pflegeleichter“ Gärten etwas in den Hintergrund geratene Maßnahme verdient es aus mehreren Gründen, wieder öfter in Erwägung gezogen zu werden
  • Einbau einer Komfortlüftungsanlage – gewährleistet die nötige Frischluftzufuhr, während die Wärme draußen bleibt

Wien Energie BroschüreÜbrigens, bei Neubauten und umfassenden Sanierungen ist laut Bauordnung der Nachweis über die Vermeidung der sommerlichen Überwärmung erforderlich.

Wenn trotz aller Maßnahmen die Raumtemperatur über ein erträgliches Maß steigt, somit kein behagliches Wohnen oder Schlafen mehr möglich ist, wird die Anschaffung eines Kühlgerätes unumgänglich. Die Bandbreite reicht hier von Ventilatoren bis hin zu fix montierten Split-Raumkühlgeräten. Dabei gibt es auch eine Reihe von Kriterien, um den damit verbundenen Energieverbrauch (und die höheren Betriebskosten!) möglichst gering zu halten. Wichtig ist z.B. die richtige Dimensionierung, die mit einer Kühllastberechnung ermittelt werden kann. In die Kaufentscheidung einbeziehen sollten Sie auch mögliche Lärmbelastungen.

Und beachten Sie bei der Anschaffung das EU-Energielabel! Eine Übersicht über effiziente Geräte finden Sie auf www.topprodukte.at.

Zum Nachlesen gibt’s im Wien Energie Haus eine brandneue Broschüre zum Thema – und Beratung wie gewohnt!

Tel. (01) 58 200

Bild: Pixelio, Kurt Michel