Wie bewege ich mich richtig, in der Früh und während des Tages?

Welche Arten von Yoga gibt es eigentlich und womit sollte man da beginnen?

Über diese Themen haben wir mit der diplomierten Yogalehrerin Daniela Strobl gesprochen, die im Interview über ihre Erfahrungen spricht und Tipps gibt.

Wann sollte man morgens am besten mit Bewegungsübungen beginnen, vor oder nach dem Frühstück?
Traditionell wird empfohlen, einige Zeit vor dem Yoga nichts zu essen, weil man immer wieder kopfüber ist und die Bauchorgane und der Magen durch viele Haltungen massiert werden. Aber wenn Sie es gewohnt sind, gleich nach dem Aufstehen etwas zu essen, müssen Sie sich auch nicht hungrig durch die Übungen quälen – schließlich sollten sich das Wohlbefinden und die positive Wirkung des Yoga im besten Fall nicht erst danach, sondern schon während des Übens einstellen.

Sie können selber ausprobieren, was besser für Sie passt. Mir ist es am angenehmsten, wenn ich gleich nach dem Aufstehen eine Tasse Tee trinke und eine Kleinigkeit esse – dann bin ich auf der Yogamatte viel entspannter und kann die Übungen besser genießen. Und danach kann man ja noch ein bisschen weiterfrühstücken.

Kannst du einfache Übungen beschreiben, die man bei Verspannungen durch das Sitzen bei der Arbeit anwenden könnte?
Egal, ob Sie viel sitzen oder einer anderen Arbeit nachgehen, Sie brauchen keine komplizierten Übungen, um verspannte Stellen zu lockern. Es kann schon viel bewirken, wenn Sie sich ein oder zwei Mal am Tag zwischendurch einige Augenblicke Zeit nehmen: Aufstehen, Arme über den Kopf heben und den ganzen Körper, vor allem die Wirbelsäule, mehrmals sanft strecken und frische Luft in die Lungen lassen; dann die Arme wieder senken und einige Male abwechselnd über die linke und rechte Schulter nach hinten schauen, den Oberkörper dabei mitdrehen, soweit es Ihnen angenehm möglich ist – und den Atem in die Flanken fließen lassen; danach die Arme sanft hinter den Rücken strecken, Finger verschränken, die Schultern locker lassen und einige Male richtig tief ein- und entspannt und lange ausatmen – so befreien Sie den Brustkorb und den Bauch von Anspannungen und die Lungen werden von überschüssiger, verbrauchter Luft befreit; dann die Schultern und den Nacken frei durchbewegen und lockern; und zum Abschluss ein paar Mal mit den Händen über Gesicht und Nacken und kräftig durch die Haare streichen.

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Wenn ich mit Yoga beginnen möchte, wie gehe ich das am besten an? Und wie wenn Eltern und Kinder es gemeinsam machen wollen?
Ich würde damit beginnen, einen Kurs zu besuchen, der für AnfängerInnen geeignet ist. Sagen Sie dem Lehrer/der Lehrerin vor Beginn der Stunde, dass sie zum ersten Mal Yoga machen, dann kann er/sie Sie gezielt auf Dinge hinweisen, die Ihnen am Anfang vor lauter Konzentration darauf, den Übungen zu folgen, vielleicht noch nicht auffallen.
Ich biete seit vielen Jahren auch Kurse an, in denen Kinder ab dem Alter von fünf Jahren mit ihren Eltern Yoga gemeinsam entdecken können, egal ob sie schon Yogaerfahrung mitbringen oder nicht. Hier geht es vor allem darum, zusammen den Alltag hinter sich zu lassen, Spaß mit den Übungen zu haben und eine ausgelassene und entspannte Zeit miteinander zu verbringen.

Sich als Hund zu probieren, der seinen Rücken streckt, als biegsame Kobra, als starker Löwe oder als gut verwurzelter Baum; umfallen, lachen, still sein, genießen, herumtoben, von den Übungen begeistert sein oder eine auch mal blöd finden. Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass es vor allem mit Kindern wichtig ist, dass sie das Vertrauen haben, dass sie nichts tun müssen, was sie nicht mögen und dass ihnen niemand vorschreibt, wobei und wann sie entspannt sein sollen. Es geht vielmehr darum, neugierig zu sein und die Kinder besser kennenzulernen, auf spielerische Weise mit ihnen herauszufinden, was jedem Familienmitglied seelisch und körperlich gut tut und was der/die andere nicht so mag; welche Übungen noch mehr Spaß machen, wenn man sie zu zweit macht; was Mama, Papa oder die Kinder entspannt.

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Welche Art von Yoga würdest du für den Einstieg empfehlen?

Ich unterrichte eine Mischung aus klassischem Hatha- und Vinyasa-Flow-Yoga, wo vor allem viel Wert darauf gelegt wird, Bewegung und Atmung miteinander in Einklang zu bringen. Diese Art von Yoga ist auch für EinsteigerInnen gut geeignet. Es gibt mittlerweile sehr viele verschiedene Yogastile, unter yogaguide.at/wissen/yogastile finden Sie einen Überblick und können selber sehen, was Sie anspricht. Es kann sein, dass Sie auf Anhieb richtig liegen, aber falls nicht, lassen Sie sich nicht entmutigen – bei den meisten Kursen gibt es Schnupperstunden – probieren Sie mehrere Richtungen und LehrerInnen aus, bis Sie das finden, was zu Ihnen passt.

Das Wichtigste ist, dass Sie einen Lehrer/eine Lehrerin finden, bei dem/der Sie sich wohl und gut aufgehoben fühlen. Aber auch eine gute Lehrperson kann nicht in Sie hineinschauen – letztlich spüren immer Sie selbst am besten, wo Sie vorsichtig sein müssen und was Ihnen gut tut. Auf keinen Fall sollten Sie beim Yoga jemals Schmerzen haben. Wenn das der Fall ist oder Sie irgendwelche anderen Schwierigkeiten haben, setzen Sie bei der betreffenden Übung aus und wenden Sie sich während oder nach der Stunde an den Lehrer/die Lehrerin – sie können dann gemeinsam besprechen, was Sie verändern können, damit die Bewegung Ihnen gut tut.

Wo bietest du Kurse an?
Meine Stunden finden im 7. und im 9. Bezirk statt. Den aktuellen Stundenplan findet man online.

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