Ulrike Göbl schreibt für Energieleben.at eine zweiwöchentliche Kolumne zum Thema nachhaltige Ernährung. In diesem Artikel schreibt die Bloggerin über eine neue Studie zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf unser Essen.

Vergesst Monsanto, chemische Zusatzstoffe und Pferdefleischskandale – es gibt nun etwas, das noch globaler Einfluss auf unser Essen nimmt, als eine einzige Zutat oder ein Prozess. Sehr viel globaler: der Klimawandel! Gemäß einer Studie der Harvard School of Public health ändert der selbe Effekt, der Regenwälder zerstört und Eisbären auf winzigen Schollen treiben lässt nun auch unser Essen. Steigende CO2 Werte in der Luft lassen Pflanzen – vor allem Getreide – schneller und größer wachsen. Das wäre ja jetzt an sich noch nicht so schlecht. Die Pflanzen enthalten aber deutlich weniger Nährstoffe, was die Forscher eine Welle der Mangelernährung vorhersagen lässt – auch wenn die Kalorien ausreichen. „You get big plants but nothing to eat,“ man bekommt also große Pflanzen, aber nichts zu essen, sagen sie.

Ich esse sehr gerne Äpfel – „an apple a day, keeps the doctor away“. Dabei hab ich schon früh gemerkt, dass die größten Äpfel oft die geschmacklosesten sind. Am besten schmecken immer die kleinen, verhungerten aus dem Biogarten. (Das selbe gilt für mich übrigens auch für Erdbeeren – am allerbesten sind die Mini-Walderdbeeren, und die größten schmecken meistens nach gar nichts) Meine Theorie wird übrigens von der Wissenschaft unterstützt: je schneller eine Frucht in kurzer Zeit wächst, desto weniger Nährstoffe enthält sie. Wahrscheinlich weil die Pflanze weniger Zeit im Nährboden verbringt und die Nährstoffe sich auf eine größere Masse aufteilen. Und dieser Umstand wird nun immer häufiger, gemäß der Harvard Studie. Das ist natürlich toll für die Leute, die das Essen verkaufen – größer und schöner verkauft sich einfach besser – aber umso schlimmer für die Leute die es essen.

klimawandel-pflanzen-apfel

Was kann man also tun? Die Wissenschaft schlägt vor, neue, gen-modifizierte Getreidepflanzen oder Hybride anzubauen, um aus dem Zuviel an CO2 einen Vorteil zu gewinnen. Zusammen mit neu entwickelten Düngemitteln und Wechselwirtschaft, um die Nährstoffdichte im Boden zu erhöhen.

Ich habs nicht so mit der Gentechnik und künstlichen Düngemitteln, mir ist aber auch noch keine bessere Lösung eingefallen. Selbst anbauen ist natürlich toll und man kann zumindestens auf chemische Dünger verzichten, das Klima und seine Auswirkungen bleiben jedoch die selben. Was haltet ihr von diesen neuen Studien? Beängstigend, oder einfach nur gehyped?

Ulrike Göbl, MA

Die nebenberufliche Fitness- und Ernährungstrainerin beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und alternativen Lebensweisen. 2010 begann die begeisterte Hobbyköchin ihren Foodblog „Fit & Glücklich“. Dort vereint sie ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. Seit 2012 vernetzt sie mit einer Kollegin auch noch die Österreichischen Foodblogger auf einer eigenen Plattform.

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