Freileitungsmasten prägen weltweit Landschaften. In Westeuropa werden Freileitungen heutzutage fast nur mehr für den Überlandtransport von elektrischer Energie verwendet, früher dienten sie auch zur Stromlieferung von Haus zu Haus oder…

Freileitungsmasten prägen weltweit Landschaften. In Westeuropa werden Freileitungen heutzutage fast nur mehr für den Überlandtransport von elektrischer Energie verwendet, früher dienten sie auch zur Stromlieferung von Haus zu Haus oder zur Straßenbeleuchtung.

Ganz allgemein kann unter einem Freileitungsmast eine Konstruktion für die Aufhängung einer elektrischen Freileitung verstanden werden. Bei Freileitungen werden die Leiter nur durch die dazwischen liegende Luft voneinander isoliert. Diese Methode ist weiterhin die wirtschaftlichste Form der Stromleitung. Die Kühlung durch die umgebende Luft ermöglicht es, Freileitungen im Winter, wenn der Stromverbrauch sehr hoch ist, hoch zu belasten.

Es gibt verschiedenste Modelle und Typen von Strommasten: Unterschiedliche Materialien, Funktionen, Verwendungszwecke und Anordnungen der Leiterseile lassen eine Unterscheidung zwischen den Freileitungsmasten zu.

Niederspannung

Im Bereich der Niederspannung (bis zu 1.000 Volt) haben die Freileitungen immer vier Leiterseile: drei Phasen und einen Neutralleiter. Die Leiterseile können auf einer oder auf zwei Ebenen angeordnet sein. Ein fünftes oder sogar sechstes Leiterseil kann vorhanden sein, wenn die Straßenbeleuchtung ebenfalls von der Freileitung gespeist wird. Als Masten kommen meistens Holz- oder Betonmasten zum Einsatz.

Mittelspannung

Bei Mittelspannungsnetzen (1.000 bis 50.000 Volt) werden Dreileitersystem verwendet. Die Isolatoren können dabei stehen oder hängen. Stehende Isolatoren ermöglichen eine geringere Bauhöhe der Masten, hängende Isolatoren bieten größere Sicherheit vor Blitzen und können größere Lasten tragen. Eine Besonderheit sind die für die USA typischen Masttransformatoren, die auf einer Plattform eine Umspannstation tragen.

Hochspannung

Auch im Hoch- oder Höchstspannungsbereich (ab 50.000 Volt) werden stets Dreileitersysteme eingesetzt. Dabei werden verschiedene Stromkreise oft parallel geführt, auch Mittelspannungsleitungen werden oft nachträglich installiert.

Erste praktische Anwendungen von Freileitungen gab es im 19. Jahrhundert im Rahmen der Telegrafie. Die Telefonnetze im westlichen Kontinentaleuropa sind mittlerweile aber so gut wie vollständig auf Erdkabel umgerüstet worden – „Luftleitungen“ bilden die Ausnahme. Allerdings haben Länder wie die USA, Japan oder Großbritannien große Teile ihres Telefonnetzes noch als Freileitungen ausgeführt.

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