Es ist die größte und massivste Grundwasser-Kontamination, die es in Österreich je gegeben hat. Bereits seit März 2011 sind die enormen Überschreitungen der Grenzwerte div. Pestizide und anderer Industrie-Chemikalien bekannt. Nun muss sich die Bezirkshauptmannschaft der Anschuldigung der Vertuschung stellen, denn Global 2000 hat erschreckende Untersuchungsergebnisse veröffentlicht.

Dass in der Politik prinzipiell mal vertsucht wird, ist ja keine Neuigkeit. Dass es auch mit der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt nicht so streng genommen wird ist ebenso traurige Tatsache.

Wie es zu der Grundwasser-Verseuchung in Korneuburg kam

Bereits im August 2010 rann bei der Firma Kwizda verunreinigtes Wasser aus einem Waschwassertank ins Erdreich. Der Zwischenfall wurde der Behörde gemeldet und es wurden umgehend Sperrbrunnen errichtet.

Im März 2011 wurden bei einer Brunnenwasseruntersuchung Belastungen mit Thiamethoxam in 80facher Überschreitung des Grenzwertes festgestellt, woraufhin die Firma Kwizda zusätzlich Kohlefilteranlagen errichtete und das dadurch angeblich gereinigte Wasser in den Donaugraben leitete. Bereits damals wurde von BR Elisabeth Kerschbaum “Anzeige gegen Unbekannt” eingebracht, welche jedoch von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurde.

Grundwasserverseuchung in Korneuburg durch Global 2000 aufgedeckt

Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg hüllt sich seither in Schweigen. Zahlreiche Anfragen besorgter Bürger, die missgebildete, mit Brunnenwasser gegossene Pflanzen meldeten, wurden von der BH beruhigt. Über ein Jahr lang war auf der Gemeinde Homepage zu lesen, dass das Wasser unbedenklich sei.

Doch jetzt sind diese Meldungen von der Website verschwunden, denn nach der Aufdeckung des Umweltskandals durch Global 2000 und dem damit gestarteten medialen Interesse (ORF, Standard, etc.) ist ein Ignorieren des Problems nicht mehr möglich.

Kontamination des Grundwassers gilt als “hochgradig”

Die Untersuchungen von Global 2000 haben besorgniserregend hohe Werte des Pestizides Thiamethoxam und auch Clopyralid (570fache Überschreitung des Grenzwertes) festgestellt. Weiters wurde im Korneuburger Grundwasser auch noch eine Reihe anderer Chemikalien festgestellt: Butylhydroxytoluol (BHT), Tributylphosphat (TBP), Phthalate sowie Polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs). Während es sich bei den PAKs um typische Umweltschadstoffe handelt, die zumeist von Altlasten wie etwa Deponien her stammen, handelt es sich bei BHT, TBP und Phthalaten um klassische Industriechemikalien.

Die Untersuchungen beweisen, dass Sperrbrunnen und Kohlefilter keine Wirkung zeigten und so sprudelte rund ein Jahr das verseuchte Wasser in den Donaugraben (Karte Kontaminationsgebiet) – das ganze auch noch ohne behördlichen Bescheid! Jetzt ist aber richtig Staub aufgewirbelt in der Angelegenheit und sowohl Sperrbrunnen als auch Kohlefilteranlagen wurden stillgelegt. Auch die Einleitung des kontaminierten Wassers in den Donaugraben wurde behördlich gestoppt.

Demo für reines Wasser in Korneuburg

Nachdem das Wasser ja bekanntlich flussabwärts fließt, sollten sich wohl auch alle Wiener betroffen fühlen und sich Gedanken darüber machen, was so alles in die Donau gepumpt wird und zu uns runtergespült wird…

Für Kursentschlossene: Morgen findet in Korneuburg eine Demo statt.

Wann: Mittwoch, 26. September 2012 um 07:30 (in der Früh)

Wo: Treffpunkt Kwizda Apotheke am Hauptplatz in Korneuburg

Anschließend gemeinsamer Protestzug zur BH Korneuburg und Überreichung der Petition.

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Bildrechte: Vorschaubild und Artikelbild © Bredehorn Jens, pixelio.de

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