Der Bestand der fliegenden Insekten ist in den letzten Jahrzehnten drastisch zurück gegangen.

Das Bienensterben ist in den letzten Jahren ein häufig behandeltes Thema. Welche dramatischen Auswirkungen ein Rückgang der Bienenpopulation hat, ist mittlerweile wohl jedem Bewusst. Doch die Bienen sind nicht die einzigen Insekten, deren Zahl in den letzten Jahren stark abgenommen hat. Auch andere fliegende Insekten, wie Hummeln, Schwebefliegen, Schmetterlinge und diverse Käfer werden immer weniger. Eine im Fachblatt PLOS one veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der Insekten in deutschen Naturschutzgebieten seit Ende der 1980er Jahren um rund 76 Prozent zurück gegangen ist.

Seit dem Jahr 1989 wurden in 63 verschiedenen Naturschutzgebieten Deutschlandes Insekten während aller Jahreszeiten, ausgenommen Winter, in sogenannten Malaise-Fallen gefangen, um so die saisonale Population bestimmen zu können. Forscher der niederländischen Radboud Universität und der britischen University of Sussex haben nun die über 27 Jahren hinweg gesammelten Daten analysiert. Sie konnten einen durchschnittlichen Rückgang um 76 Prozent feststellen. Die Abnahme der Biomasse fliegender Insekten im Hochsommer war noch gravierender, hier beträgt der Rückgang nämlich sogar 82 Prozent.

Woran liegt dieser Insektenschwund? Die Klimaerwärmung dürfte relativ wenig Einfluss auf die Insektenzahlen haben, die Intensivierung der Landwirtschaft hingegen scheint ein wesentlicher Faktor zu sein. Die Schutzgebiete, in denen die Untersuchungen durchgeführt wurden, sind alle von Landwirtschaftsflächen umgeben, was sich offensichtlich auf die Insektenpopulation in den Schutzgebieten auswirkt. In Gebieten in denen es wirklich weit und breit keine landwirtschaftliche Nutzung gibt, ist die Biodiversität und auch die Anzahl pro Insektenart deutlich höher als in Gebieten in denen intensive Landwirtschaft betrieben wird.

Der Schwund an Insekten wirkt sich in mehrerlei Hinsicht auf das Ökosystem aus, unter anderem fehlt es den Vögeln an Nahrung. In den letzten rund zehn Jahren ist auch die Vogelpopulation in weiten Teilen Deutschlands zurück gegangen, von rund 15 Prozent ist hier die Rede. Auch wenn sich die konkreten Daten, die in den Studien herangezogen wurden, auf Deutschland beziehen, ist laut Experten davon auszugehen, dass die Situation in Österreich beziehungsweise in ganz Europa ähnlich aussieht.

Bild: Pexels


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