Helle Insekten sind ihren dunklen Kollegen im Klimawandel überlegen. Dies ist das Ergebnis eine Studie von Biologen aus Marburg und Kopenhagen, die in der Online-Zeitschrift „Nature Communications“ erschienen ist. Insekten…

Helle Insekten sind ihren dunklen Kollegen im Klimawandel überlegen. Dies ist das Ergebnis eine Studie von Biologen aus Marburg und Kopenhagen, die in der Online-Zeitschrift „Nature Communications“ erschienen ist.

Insekten regulieren über Färbung die Körpertemperatur

Es ist in der Biologie schon lange bekannt, warum in warmen Regionen der Erde mehr kleine Säugetiere leben als in kälteren Regionen. So ist z. B. ein Wüstenfuchs deutlich kleiner als ein Polarfuchs. Dies hat damit zu tun, dass der Wärmehaushalt des Körpers von deren Verhältnis zwischen Volumen und Körperoberfläche abhängt. Bisher war jedoch unbekannt, wie sich das Klima auf die Verteilung der Insekten auswirkt.

Die Frage, warum bestimmte Arten an Libellen und Schmetterlingen bevorzugt in bestimmten Regionen Europas vorkommen, wird von den Wissenschaftlern anhand der Studie nun so erklärt, dass sie sich entsprechend ihrer Fähigkeit verteilen, durch die Färbung ihre Körpertemperatur zu regulieren.

Dunkle Körperoberflächen nehmen Wärme dabei besser auf als helle. So haben dunkel gefärbte Insekten Vorteile in kühleren Regionen und umgekehrt. Daher leben in Europe im Süden mehr helle und im Norden mehr dunkle Insekten. Wenn die Umgebungstemperatur sehr warm ist, müssen sich die Tiere vor Überhitzung schützen. Helle Insekten können bei hohen Temperaturen dadurch länger aktiv und somit beispielsweise länger für die Nahrungssuche unterwegs sein.

Durch Klimawandel in Europa mehr helle Insekten

Um den Effekt des Klimawandels auf die Verteilung der Insekten zu ermitteln, verglichen die Wissenschaftler die aktuelle Verbreitung der Insekten mit älteren Daten. Sie fanden heraus, dass in Europa währen der letzten Jahrzehnte eine Verschiebung zu helleren Arten stattgefunden hat. Man erwartet, dass sich dunkle Insekten immer mehr in Lebensräume zurückziehen werden, in denen es schattig und dadurch kühler ist.

Mir persönlich wäre eine Verschiebung hin zu kleineren Spinnen lieber gewesen …

Originalveröffentlichung: Dirk Zeuss et al., Nature Communications 2014, DOI: 10.1038/ncomms4874,

URL: www.nature.com/ncomms/2014/140527/ncomms4874/full/ncomms4874.html

Siehe auch: http://www.uni-marburg.de/aktuelles/news/2014b/0527a

Bildquelle: pixabay.com/http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

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