Fotocredits: livinfarms.com
Fotocredits: livinfarms.com
Österreicherin startet mit Firma durch.

Katharina Unger studierte Industriedesign. Dann hatte sie die Idee, eine Insektenfarm zu entwerfen, die jeder zu Hause benützen kann, und gründete das Start Up livinfarms.com. Demnächst wird die erste Charge des „Hive“ ausgeliefert. Ein Interview über die Ernährungssituation, über Sushi und über Insekten als Lebensstil.

Wie sind Sie auf das Thema Insekten gestoßen?

Während eines Aufenthalts in Hongkong ist mir bewusst geworden, wie prekär unsere Lebensmittelsituation ist. Ich habe mich daraufhin mit Alternativen zur Fleischproduktion beschäftigt. Gerade die Futtermittelerzeugung schien mir problematisch. Zwei Drittel der Landflächen werden weltweit angebaut, um Futter für die Tierzucht zu erzeugen. Insekten hingegen kann man mit organischen Abfällen aus der Bäckerei oder der Brauerei ernähren. Es ist die Rolle des Insekts innerhalb des Ökosystems, Abfallstoffe aufzunehmen und daraus Nährstoffe zu erzeugen.

Wie kamen Sie dann auf die Idee, Insekten zu züchten?

Das Thema Insekten ist ein sehr spannendes. Es gibt ja Kulturen, in denen es nichts Ungewöhnliches ist, Insekten zu essen. Ich habe daraufhin begonnen, selber welche zu essen, zu kaufen und schließlich zu züchten. Als Konsument ist man sehr abhängig vom Angebot im Supermarkt. Wenn man Insekten selber züchtet, hat man die Kontrolle darüber, was man reingibt und was rauskommt. Urban Farming ist eine Möglichkeit, eine Ergänzung zu Fleisch auf kleinstem Raum zu züchten.

Wie entstand dann der Hive?

Ich habe eine Kickstarter-Kampagne gelauched, die erfolgreich war. Es gibt schon zahlreiche Vorbestellungen. Der Hive wird in der ersten Charge bald verschickt. Ursprünglich war er für eine Fliegenlarve entwickelt, danach bin ich aber auf den Mehlwurm gewechselt. Er ist vielseitig in der Anwendung zur menschlichen Ernährung oder als Tierfutter, er ist ideal, weil gesund, proteinreich und robust und unkompliziert in der Zucht. Entwickelt wurde der Hive für den Markt in Amerika und Europa. Ich habe aber auch Kunden in Asien und weltweit.

Nicht jeder kann sich vorstellen, Insekten zu essen, oder?

Als 2013 der erste Prototyp entstand, war das Thema Insekten noch nicht im Bewusstsein verankert. Jetzt hat jeder schon einmal davon gehört. Man muss sich das vorstellen wie mit den Sushi damals. Anfangs konnten sich auch viele nicht vorstellen, Sushi zu essen. Doch sowas kann sich schnell ändern. Der Hive ist in dieser Hinsicht auch ein erzieherisches Tool. Er soll den Menschen erklären: so macht man das, es ist hygienisch und ein gutes Lebensmittel.

Wer sind die Kunden?

Der Hive hat viel mit Lifestyle zu tun. Unsere Kunden sind total überzeugt, dass das eine super Alternative ist. Es sind auch Vegetarier darunter, die eine ethisch vertretbare Alternative zu Fleisch suchen. Mit dem Hieve erwirbt man einen Lebensstil.

Katharina Unger beim TedX Vienna-Talk über Insekten als Lebensmittel (auf englisch):

 

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Quelle: Energieleben Redaktion

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