OMV Raffinerie Schwechat © Martin Skopal
OMV Raffinerie Schwechat © Martin Skopal
Die Emissionen aller Länder und der wesentlichen Industriesektoren wurden vom World Resources Institute in einer interaktiven Grafik visualisiert.

Das World Resources Institute ist eine globale Forschungsorganisation mit Sitz in Washington, DC, USA. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, in den über 50 Ländern, in denen sie tätig sind, auf umfangreiche Forschung basierende Lösungen zu evaluieren und in großem Maßstab zu realisieren. Je näher die UN-Klimakonferenz in Paris rückt (COP21 – Conference of Parties 21, Dezember 2015), desto wichtiger wird eine exakte, zahlenbasierte Diskussionsgrundlage darüber, wer die weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen sind, und in welchem Ausmaß das der Fall ist.

Das WRI hat mit dem CAIT (Climate Analysis Indicator Tool) ein Werkzeug entwickelt, das einen raschen Überblick erlaubt, welches Land (und welcher Sektor in welchem Land) wie viel an Treibhausgasen ausstößt. Um die Diskussion noch weiter zu fördern und eine Auseinandersetzung mit den Daten zu erleichtern, wurden die Datensätze im Rahme einer Open Data-Strategie als Ganzes veröffentlicht: diese decken historische Daten ab bis hin zu detaillierten Prognosen über künftige Emissionen auf Basis der gegenwärtigen Entwicklungen sowie der Verpflichtungen, die die Länder eingegangen sind.

WRI-Visualisierung © WRI.org

In einer interaktiven Visualisierung wurde ein Teil der Daten einfach zugänglich gemacht. Die Emissionen jedes Landes werden in vier Sektoren gegliedert:

  • Energie (Verkehr, Stromproduktion, Heizung,…)
  • Industrie
  • Landwirtschaft
  • Abfallwirtschaft

Sofort sichtbar ist, dass die 10 größten Emittenten nahezu 75% der globalen Emissionen in sich vereinen. Die Länder sind: China, die USA, die EU28, Indien, Russland, Japan, Brasilien, Indonesien, Mexiko und der Iran. In allen nimmt der Sektor Energie den – bei weitem – größten Anteil ein. Einzig Brasilien fällt aus diesem Schema heraus: hier ist der Anteil der Energieproduktion sowie der Landwirtschaft nahezu ident. China hat inzwischen einen Anteil von 25,36% am globalen Emissionsaufkommen – weit vor den USA mit 14,4%, sowie der Gesamt-EU mit 10,16%. Allein Chinas Energiesektor entspricht 19,98% der Welt-Emissionen. Eindrucksvoller können Zahlen nicht sein: ohne China kann kein Klimaabkommen gemacht werden.

Österreicher haben 2012 im Schnitt 9,37 tCO2e (Tonnen CO2-Äquivalent) ausgestoßen. Damit liegt Österreich zwischen Venezuela (9,48 tCO2e) und dem Iran (9,36 tCO2e). Die Länder mit den geringsten Emissionen pro Kopf liegen überwiegend in Afrika, während jene mit den höchsten überwiegend im Nahen Osten zu finden sind.

Foto © Martin Skopal

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