Fotocredit: Pixabay/distelAPPArath
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Ein Außendienstmitarbeiter zieht Bilanz über seine Erfahrung mit E-Mobilität. Was er sich wünscht: bessere Infrastruktur und mehr E-Autos auf den Straßen.

Thorsten Burkel, 53, arbeitet seit 16 Jahren für ein Softwareunternehmen in Deutschland. Als Außendienstmitarbeiter legt er pro Jahr beruflich und privat bis zu 70.000 Kilometer zurück – im E-Auto. Das funktioniert ohne Probleme, wie er gegenüber elektroauto-news.net berichtet. Doch das Thema E-Mobilität habe seiner Ansicht nach mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, vor allem im Zusammenhang mit der Reichweitenangst, die sich in der Praxis als unproblematisch herausstelle.

Mitte 2019 entschied er sich bei seinem neuen Firmenwagen für einen Audi e-tron 55 mit Elektroantrieb. Förderungen vom Staat und auch von seinem Arbeitgeber sowie Steuervergünstigungen machten ihm den Umstieg schmackhaft. Dabei musste das neue Fahrzeug eine klar definierte Voraussetzung erfüllen: Wenigstens eines der Co-working-Offices seiner Firma wollte Burkel elektrisch erreichen können. Ob das möglich sein würde, erforderte im Vorfeld einiges an Recherche.

E-Mobilität als Wagnis

Schließlich entschied er sich aber gegen ein Hybridauto und für einen vollelektrischen Antrieb – mit dem Gefühl, ein Wagnis einzugehen. Denn ob sein neues Auto seinem Fahrprofil entsprechen würde, ließe sich vorab nicht restlos klären. Unterwegs ist Burkel zwar vorwiegend auf deutschen Straßen. Doch auch die Niederlande, Belgien, Polen, Tschechien, Österreich, Schweiz, Italien und die nordischen Länder zählen zu seinen beruflichen Reisezielen.

Nach rund eineinhalb Jahren zieht Burkel Bilanz. Während er anfangs noch jede Fahrt genau hinsichtlich Ladezeiten und Ladestationen planen musste, ist dieser Punkt inzwischen überflüssig. Die Ladestationen zeigt ihm sein Navi an, auch, ob er die geplante Strecke in einem Zug und ohne Zwischenladung schafft, bzw. ob die geplante Ladesäule gerade frei ist oder nicht. Mittlerweile bieten auch viele Hotels Lademöglichkeiten an. Die Ladepausen an Tankstellen nutzt er, um zu arbeiten oder um für sein leibliches Wohl zu sorgen.

„Mein Reisen ist deutlich entspannter geworden“

Was hat sich für ihn verändert? „Seit ich das E-Auto fahre ist mein Reisen deutlich entspannter geworden“, sagt Burkel. „Ich brauche halt länger um von A nach B zu kommen. Das kommt aber hauptsächlich daher, dass ich langsamer und entspannter fahre. Nach wie vor könnte ich mit 200 km/h über die Autobahn fahren; ich würde mit meinem Wagen damit sogar mehr als 150 km weit kommen – WILL ich aber gar nicht mehr. Ich plane mir eben mehr Zeit für die Reise ein; so einfach ist das. Und wenn man es mal auf eine Fahrstrecke von 500 km rechnet, dann brauche ich jetzt eben 45 bis 60 Minuten mehr.“

Wünschen würde er sich allerdings, dass die Ladeinfrastruktur noch ausgebaut und auch in ihrer Funktionsfähigkeit verbessert wird. So sei es beispielsweise schon mal vorgekommen, dass die Ladesäule zwar frei ist, aber nicht funktioniert. Oder dass die Bezahlsysteme nicht einheitlich seien. Insgesamt hoffe er aber, dass die Elektromobilität weiter vorangetrieben werde. Denn die E-Mobilität habe ihn nicht nur persönlich entschleunigt, sondern ihm auch viele interessante Gespräche beschert. „Es ist eben noch ein ‚exotisches‘ Thema: ‚E-Auto und Außendienst‘. Man muss sich halt darauf einlassen.“

Quelle: elektroauto-news.net: „Erfahrungen mit dem E-Auto: Aus dem Leben eines Außendienstmitarbeiters“

Foto: Pixabay/distelAPPArath


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