Einige EU-Staaten kassieren Förderungen für die Energiewende, haben sich aber dennoch nicht zum Kohleausstieg verpflichtet.

Obwohl sie EU-Förderung für den Kohleausstieg erhalten, produzieren ein paar Länder weiterhin Energie aus Kohle, wie ein Report der Umweltorganisationen Climate Action Network Europe (CAN) und Sandbag zeigt. Diese Organisationen haben die Entwürfe der nationalen Energie- und Klimapläne, die die Länder diesen Frühling an die EU Kommission geschickt haben, durchgesehen. Dabei stellten sie fest, dass nur acht der 21 Länder, welche heute noch Energie aus Kohle produzieren, sich dazu verpflichtet haben, die Energieproduktion aus Kohle bis 2030 einzustellen.

Um die Pariser Klimaziele erfüllen zu können, müssen alle EU Länder die Produktion von Energie mittels Kohlekraftwerken bis 2030 einstellen. Doch der aktuelle Report der beiden Umweltorganisationen zeigt, dass die EU auch im Jahr 2030 noch über eine installierte Kapazität von rund 60 Gigawatt Kohle-Energie verfügen wird. Dies bedeutet, dass die Kapazität bis zum Jahr 2030 nur um 58 Prozent sinken wird (aktuell liegt die Kapazität bei 143 GW). Das liegt daran, dass 11 der 21 Länder nicht vorhaben, die Kohleproduktion einzustellen, sondern beinahe die gleiche Kapazität beibehalten werden wie bisher. Dies, obwohl sie fast alle Förderungen für den Kohleausstieg und den Wechsel zu erneuerbaren Energien von der EU erhalten.

Polen, Deutschland, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und die Tschechische Republik werden, laut dem Bericht, 2030 die größten Kohleverbrenner der EU sein. CAN und Sandbag versuchen mit ihrem Report Druck auf die EU Kommission auszuüben. Sie fordern die Kommission dazu auf, die Förderungen an die Länder einzustellen, welche ihre Energie- und Klimapläne bis Ende des Jahres, wenn diese von der Kommission geprüft werden, nicht geändert haben.

Österreich hat sich zum Ausstieg bis 2030 verpflichtet, hat in seinem nationalen Energie- und Klimaplan aber kein exaktes Datum angegeben. Im Ranking der Staaten, die sich zum Ausstieg verpflichtet haben, liegt Österreich deshalb nur auf Platz 8. Hätte man ein Datum angegeben und hätte man einen deutlichen politikgetriebenen Plan anstatt sich beim Ausstieg auf die Industrie zu verlassen, hätte man eine bessere Platzierung erreichen können, so der Report von CAN und Sandbag.


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