Rund 700 Feuer wüteten diesen Sommer um Moskau. Rußpartikel stiegen weit in die Atmosphäre auf. Doch Luftverschmutzung ist auch abseits der Brandkatastrophe ein Thema in Moskau. Die schwersten Waldbrände der…

Rund 700 Feuer wüteten diesen Sommer um Moskau. Rußpartikel stiegen weit in die Atmosphäre auf. Doch Luftverschmutzung ist auch abseits der Brandkatastrophe ein Thema in Moskau.
Die schwersten Waldbrände der russischen Geschichte ließen Moskau diesen Sommer im Smog versinken. Viele Menschen versuchten sich vor der giftigen Wolke zu schützen, indem sie nur noch mit Mundschutz auf die Straßen gingen. Tausende Russen flohen ins Ausland, von Reisen nach Moskau wurde dringend abgeraten. Erst Regenfälle Ende August brachten Erleichterung.

Feuersbrünste können das Wetter beeinflussen
Was wie eine regionale Umweltkatastrophe aussieht, kann weitreichende Konsequenzen für größere Gebiete bekommen. Anfang August beobachtete die NASA mithilfe ihres Ozone Monitoring Instrument (OMI), dass kleinste Partikel, Aerosole genannt, bis in sehr hoch in die Atmosphäre aufstiegen und sich bis weit über Nordrussland ausbreiteten. Große Brände können die Wettersituation erheblich beeinflussen. Sie können eine sogenannte Pyro-Cumulonimbus bilden, eine Gewitterwolke mit Rußpartikeln, die zu schwerem Hagel und sogar Orkanen führen kann. Genau solch eine Wolke bildete sich im August über dem Norden Russlands. Rußpartikel wurden sogar bis über die Ostküste der USA getragen. Ähnlich wie bei Vulkanausbrüchen können Rußpartikel, die aus einer Feuersbrunst stammen, eine Klimaabkühlung hervorrufen.

Luftverschmutzung
Doch schlechte Luft steht in Moskau auch an der Tagesordnung, wenn das Umland nicht brennt. Der Grund dafür ist das mangelnde Umweltbewusstsein und die nicht vorhandene Energiepolitik in Russland. Zwar steht das Unterrichtsfach „Ökologie“ auf dem Lehrplan in den Schulen, doch im Alltag schlägt sich das vermittelte Wissen bisher noch sehr wenig nieder. Müll gelangt ungetrennt in die Abfalleimer, Energiesparlampen gelten als Marotte von Sonderlingen und die Heizung lässt sich nicht regulieren, sodass man einfach das Fenster öffnet, wenn es drinnen zu warm wird.

Alternative Ideen sind gefragt
Dabei hat der verschwenderische Umgang mit Energie durchaus auch in Russland ein Ablaufdatum. In 15 bis 20 Jahren werden die russischen Erdölvorkommen erschöpft sein. Doch die russische Regierung verfolgt in Sachen alternative Energien – noch – eine Vogelstraußpolitik. Gerade einmal ein Prozent betrug der Anteil an erneuerbaren Energien in Russland im Jahr 2008. Höchste Zeit also, die auf Alternativen zu setzen.

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