Mit diesem neuen Ansatz könnte nachhaltig produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen langfristig gespeichert werden.

Eine der größten Herausforderungen beim Ausbau erneuerbarer Energiequellen ist die Speicherung der gewonnenen Energie. Da Strom aus Quellen wie Wind- und Solarenergie nicht unbedingt immer dann produziert werden kann, wenn er gerade gebraucht wird, müssen Lösungen gefunden werden, die Energie, die zu Spitzenproduktionszeiten generiert wird, zu speichern und zu Spitzenverbrauchszeiten zur Verfügung zu stellen. Batterien werden immer effizienter und günstiger und bieten eine billige kurzfristige Lösung für den täglichen Energiebedarf, für die langfristige Speicherung ist die Technologie jedoch nicht praktikabel und wirtschaftlich einsetzbar, da die Batterien über einen längeren Speicherzeitraum zu viel Energie verlieren.

Forscher des IIASA (International Institute for Applied Systems Analysis) schlagen eine Kombination aus Mountain Gravity Energy Storage und Wasserkraft vor um Energie langfristig zu speichern. Dabei würden zwei Lagerstätten in gebirgigem Terrain, optimal wäre dabei ein Höhenunterschied von zirka 1000 Metern, über eine Art Seilbahn verbunden. Diese Seilbahn transportiert dann Materialien, wie etwa Sand oder Kies. Mit überschüssiger Energie zu Niederverbrauchszeiten könnte das Speichermaterial zu der höher gelegenen Lagerstätte transportiert werden. Bei Bedarf könnte es mittels Gravitation wieder zu tiefergelegenen Lagerstätte zurückgebracht werden, dabei wird Energie freigesetzt. Die Funktionsweise ist also ähnlich wie die eines Pumpspeicherkraftwerks, das mit Wasser betrieben wird, hat jedoch den Vorteil, dass das verwendete Material nicht verdampft und so längerfristig gespeichert und genutzt werden kann. Außerdem könnte bei bestehendem Zugang zu einer Wasserquelle auch dies zur Energiegewinnung eingesetzt werden.

Das System könnte also in Gebirgsregionen eingesetzt werden auch wenn dort Trockenheit herrscht, ein weiterer potentieller Einsatzbereich wären abgelegene Inseln mit entsprechendem Gebirge wie Cape Verde, Madeira, Hawaii und andere pazifische Inseln. Die Technologie ist dabei nicht für die täglichen Spitzenverbrauchszeiten gedacht, sondern für sehr langfristige Energiespeicherung und als Ergänzung zu bestehenden Speichertechnologien zu sehen.


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Bild:   Wikimedia; Radosław Drożdżewski