In Deutschland fahren im Jahr 2014 insgesamt 1,58% der PKW einigermaßen nachhaltig. Das ist nach über 20 Jahren Arbeit an Konzepten und Projekten für eine nachhaltige Energieversorgung ein mehr als…

In Deutschland fahren im Jahr 2014 insgesamt 1,58% der PKW einigermaßen nachhaltig. Das ist nach über 20 Jahren Arbeit an Konzepten und Projekten für eine nachhaltige Energieversorgung ein mehr als dürftiges Ergebnis. Diese alternativ angetriebenen Wagen setzen sich zusammen aus rund 108000 Hybridfahrzeugen (Benzin/Diesel + ein wenig Strom) und 81000 rein elektrisch angetriebenen Modellen. Weitere 500000 fahren inzwischen mit Flüssiggas und 80000 mit Erd- oder Biogas. Gegenüber44,4 Millionen angemeldeten PKW in Deutschland, von denen 30 Millionen mit Ottomotor und rund 14 Millionen mit Dieselmotoren fahren, ist dieser Erfolg nicht vielversprechend. Ohne eine radikale Maßnahme wird es voraussichtlich weitere 2000 Jahren dauern, bis die Nachhaltigkeit sich in der deutschen Mobilität durchgesetzt hat.

Es fehlt die Umsetzung grundsätzlicher Konzepte

Tausende willige und findige Menschen entwickeln täglich neue klitzekleine Bausteine für eine nachhaltige Entwicklung. Leider führen die meisten dieser Ideen nicht zu einem erkennbaren Erfolg, viele scheitern nach kurzer Zeit auf dem Markt, der an nachhaltigen Entwicklungen ohnehin kein Interesse hat. Er wird von der Mafia der schnellen Renditen beherrscht.
Zu dem Mobilitätsthema sind im letzten Jahrzehnt viele Versprechen gemacht worden, so z.B. von einer Million elektrisch betriebener PKW von unserer Bundeskanzlerin. Davon sind nicht einmal 2% erreicht. Abgesehen davon ist es grundsätzlich unsinnig, überhaupt umfassende Elektromobilität anzustreben. Der technologische Aufwand ist immens und bedeutet letztlich eine Verlagerung des Energieverbrauchs von fossilen Energieträgern in den Strombereich, der damit mehr als doppelt so groß wird, wie er aktuell ist. Vom Gesamtenergiebedarf entfallen in 2014 28% auf den Verkehr und 22% auf Strom. Dieser Stromanteil wird aktuell zu rund 25% mit erneuerbaren Energien abgedeckt. Dieser Anteil würde langfristig auf etwa 10% sinken, der Aufwand, die restlichen 90% abzudecken, mindestens 100 Jahre erfordern. Kein sinnvolles Konzept, schon gar nicht auf das globale Geschehen übertragen. Afrika, Südamerika und Asien können Elektrofahrzeuge mit Reichweiten um die 50 Kilometer nicht gebrauchen und den erforderlichen Strom auch nicht bereitstellen.

Einfache Lösungen liegen auf der Hand, sind aber unbeliebt?

Der Ottomotor ist eine denkbar einfache Maschine und inzwischen von jedem Monteur weltweit zu reparieren, ja sogar weit über 50 Jahre am Leben zu halten, wie die Beispiele in Myanmar und natürlich Kuba belegen. Dieses ist ein Motor, der ursprünglich mit Gas betrieben werden sollte, selbst Henry Fords T-Modell hatte noch einen Schalter für Gas oder Benzin. Nur die Öl-Lobby war damals daran interessiert, alle Fahrzeuge mit ihren Produkten zu betreiben und hat dies erfolgreich durchgesetzt, mit den üblichen Mafia-Methoden.
Es ist also überhaupt kein Problem, sämtliche vorhandenen Benzinfahrzeuge kurzfristig auf Gasbetrieb umzustellen und Neuwagen nur noch mit Gasantrieb zuzulassen. Flüssiggas, in der Regel ein Abfallprodukt der Chemieindustrie, und natürlich Erdgas, also fast reines Methan sind sofort verfügbar. Der erste Erfolg ist eine erhebliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes.
Der nächste Schritt ist, Erdgas nach und nach durch „BioMethan“, also neu erzeugtes Erdgas – nichts anderes ist Biogas – zu ersetzen, wie es zum Beispiel im Wendland, also Ost-Niedersachsen bereits erfolgreich geschieht. Die Biogasproduktion ist in China und Indien seit über 3000 Jahren (in Worten dreitausend) und in Afrika seit einigen hundert Jahren gang und gebe, hier im Übrigen fast allein aus Abfällen. Das Versorgungsnetz ist in Europa komplett vorhanden, für Fahrzeuge zum Beispiel in Italien, Belgien und den Niederlanden seit über 60 Jahren an Tankstellen fast flächendeckend. Weltweit fuhren im Jahr 2011 15 Millionen PKW mit Erdgas, zum Beispiel in Pakistan und Iran je 2,9 Mio., Argentinien 1,9 Mio., Brasilien 1,7 Mio. und Indien und China je 1,1Mio.

Nachhaltige Konzepte sind da, die Protagonisten oft nicht mehr

Eine sinnvolle und sehr schnell umsetzbare nachhaltige Energieversorgung besonders der energieintensiven Industriestaaten war bereits vor 20 Jahren vorgelegt worden, erste Projekte auch umgesetzt, bis diese sich als „schädlich“ für die Energiemafia und die diesen hörigen Politiker herausstellten. Was keine Geschäftsidee für die globalen Konzerne ist, wurde und wird gnadenlos vertrieben und tausende, harmlose und letztlich auch nicht nachhaltige Konzepte dürfen noch den Anschein erwecken, als gäbe es eine Chance, den Klimawandel abzubremsen.
Elektroantriebe auf Kurzstrecken sind vernünftig und machbar. Man kann sämtliche Städte – mindestens in der City – komplett für fossile Fahrzeuge sperren. Hier können Elektrofahrzeuge mit ihren begrenzten Reichweiten sofort für bessere Luft und eine Lärmreduzierung sorgen. Ebenso wird das katastrophale Chaos in den Städten verschwinden, die meisten PKW bleiben dann einfach draußen.
Erdgas ist ausreichend vorhanden und mittelfristig – auch ohne Maiswüsten – durch Bio-Methan zu ersetzen. Eine Kommission der EU hat errechnet, dass der gesamte Gasbedarf der Union durch Biogas gestellt werden kann, ohne dass dadurch Probleme in der Versorgung mit regionalen Lebensmitteln entstehen. Es werden hier ohnehin mehr als doppelt so viele erzeugt, als benötigt.
Es muss also in großem Rahmen, mindestens für Europa, ein Gesamtkonzept umgesetzt werden, welches eigentlich schon lange vorliegt. Die gesamte Versorgung mit Energie (Wärme, Strom und Treibstoff) kann ohne die „global Player“, sondern nur mit den betreffenden Fachplanern, koordiniert werden.

Nur mit Gewalt ist die Macht der Konzerne – und Investoren – zu brechen

Energieerzeugung und ihre Verteilung gehören nicht in „private“ Hände. In ganz Europa kann Wärme nachhaltig und zentral/dezentral, also in Kraft-Wärme-Anlagen erzeugt und verteilt werden. Allein mit diesen Anlagen sind der Wärme und der Strombedarf gleichzeitig und sofort gedeckt, ohne einen Quadratmeter Solarpaneel oder ein einziges Windrad. Mit den mehr als reichlich vorhandenen übrigen Kapazitäten, insbesondere im ländlichen Raum, kann sehr kurzfristig der Bedarf an Methan aus nachhaltigen Rohstoffen gedeckt werden. Ob und wie weit die Sperrung der Städte für „Nicht-Elektro-Fahrzeuge“ aufrechterhalten wird, ist den Bewohnern überlassen. Eine Reduzierung des Verkehrs ist hier sicher im Sinne der Menschen.
Dieses Konzept hilft natürlich nicht den großen Konzernen, sondern eher mittelständischen Betrieben. Die Umrüstung des Fahrzeugbestandes auf Gasbetrieb wird hier erfolgen, die Fahrzeuge werden dadurch in der Regel auch „langlebiger“, der Motor geschont. Einfache „Elektro-Stadtautos“ werden bereits von vielen kleinen Unternehmen lokal angeboten und können hier auch lokal gefördert, zu bezahlbaren Kosten hergestellt werden. Städtische Nahverkehrsbetriebe können auch einen Mix aus Leihwagen, Bussen und Bahnen anbieten, wie es schon an vielen Orten praktiziert wird. Die Konzerne werden letztlich zum Umdenken gezwungen, vielleicht gar dazu, sich wieder in die Urbestandteile aufzulösen. In jedem Fall müssen sie sich sofort vom Diktat der Ölmafia befreien, anders wird es keine nachhaltige Zukunft geben.

http://www.bio-kraft-stoff.de/Biogas-Umruesten.php
http://www.biogastankstelle.de/index.php?option=com_content&view=article&id=106&Itemid=66
http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-04/autogas-tankstellendichte
http://www.welt.de/motor/article135664843/Her-mit-dem-Erdgas-Auto.html

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