Kapitalismus hat die Menschen zu Süchtigen gemacht. Das beste Beispiel ist die Geschichte von Coca-Cola. Die Industrie sorgt mit perfiden Methoden dafür, dass die Menschen unfähig werden, richtig zu entscheiden,…

Kapitalismus hat die Menschen zu Süchtigen gemacht. Das beste Beispiel ist die Geschichte von Coca-Cola. Die Industrie sorgt mit perfiden Methoden dafür, dass die Menschen unfähig werden, richtig zu entscheiden, ob und was sie kaufen sollen. Sie wurden zu Rechenfaktoren der Renditerechnung und müssen stetig und reichlich konsumieren, damit das System funktioniert. Ethik und/oder Nachhaltigkeit kommen in der Rechnung nicht vor, sondern sie würden das System zusammenbrechen lassen.

Die Mafia beherrscht die „Konsumenten“ seit über 100 Jahren

Coca Cola wurde 1886 von J.S. Pemberton erfunden und als Medizin gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depressionen und Impotenz in seiner Apotheke verkauft. 1892 gründete der Apothekengroßhändler A.G. Candler dann die Coca-Cola Company und machte das Getränk zum „sublimierten Wesen Amerikas“. Das Ziel war – und ist – fortan, dass „Coca Cola nie mehr als eine Armlänge von der Lust“ entfernt ist. Seit über 100 Jahren führt uns dieser Konzern vor Augen, mit welchen perfiden mafiösen Methoden allein mit einem Getränk eine permanente Sucht erzeugt werden kann. Der amerikanische Staat kämpft zwar seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts – offiziell – gegen die Hersteller, weil dieses süße Getränk den Menschen, insbesondere Kindern Schaden zufügt, aber knickt immer wieder ein oder verliert gar vor Gerichten. Lediglich in wenigen Ländern, wie natürlich Kuba ist das Getränk verboten.
Genau wie Coca Cola beherrschen globale Konzerne und die Banken die Menschen weltweit. Dass Konsumenten vernunftgesteuert entscheiden können, ist ein Irrglaube. Sobald die Sucht entfacht ist, sind sie der Werbung und dem sinnlosen Konsum verfallen.

Ethischer Konsum ist so nicht möglich

92 Prozent der Deutschen würden „ethisch Korrekte“ Produkte kaufen (siehe SPIEGEL Leitartikel in Nr.16 vom 11.04.2015), allein, sie machen es nicht – oder nur selten. Selbst große Handelsriesen, wie der deutsche Otto-Versand und noch intensiver der britische Händler Marks & Spencer bemühen sich, möglichst viele ihrer Waren ethisch korrekt einzukaufen. Da sie es aber mit dieser global übermächtigen Mafia zu tun haben, ist das so gut wie unmöglich.
Die Methoden der – von Psychologen entwickelten – Werbekampagnen sind archaisch einfach. Sie sprechen die Menschen auf tiefen Ebenen der Sehnsucht nach Geborgenheit, dem Wunsch wahrgenommen zu werden an. Da das System gleichzeitig dafür sorgt, dass die Menschen immer weiter aus ihren Gemeinschaften gerissen und damit völlig alleingelassen gerade diese Sucht entwickeln müssen, sind sie zu willenlosen Konsumzombies geworden, die die völlig sinnlosen und – wie Jean Ziegler immer wieder aufzeigt – mit kannibalischen Methoden hergestellten Konsumgüter in Massen kaufen. Die Vernunft ist fast völlig ausgeschaltet, die Menschen gleichzeitig Täter und Opfer in diesem perfiden System. Wie die „Massen zu beherrschen“ sind, wussten schon die Römer, das System wurde dann perfektioniert Niccolo Machiavelli (um 1500) und natürlich – aktuell von Top-Managern besonders geschätzt – der Chinese Sun Tsu (500 v.Chr.!) mit seiner „Kunst des Krieges“. Dieser Krieg forderte und fordert mehr Opfer und richtet größere Schäden an, als jeder „heiße“ Krieg. Wie in jedem Krieg profitieren nur extrem wenige von diesem und das „Kanonenfutter“, die Arbeiter und Konsumenten, sowie all diejenigen, die durch das System brotlos wurden, werden einfach geopfert.

Der Kapitalismus frisst seine Kinder – ein fürchterliches Ende ist schon in Sicht

Weit über 50 Millionen Opfer sind bereits als Flüchtlinge auf dem Weg. Immer neue Konflikte brechen auf, auch in den entwickelten Ländern werden die Menschen immer ärmer und die Wut der Sklaven wächst. Da die Konsumenten aber immer weniger verdienen, ist die Grenze der Versklavung bald erreicht. Die Produkte müssen immer billiger werden, damit die verarmten Kunden sie überhaupt noch kaufen können. Doch die Grenze der möglichen Ausbeutung scheint erreicht zu sein. Langsam aber stetig wächst eine globale Welle der Wut und der Verzweiflung. Wenn die Süchtigen sich ihren Stoff nicht mehr beschaffen können, droht eine Welle der Gewalt in allen Ländern.
Die Menschen, die Konsumenten in den entwickelten Ländern können sich offenbar nicht selbst therapieren, nur Wenige schaffen den Weg aus der Konsumfalle. Gleichzeitig wird es hier allen Bemühungen, Waren ethisch korrekt, also nachhaltig herzustellen, extrem schwer gemacht. Biolandwirte müssen aufgeben, obwohl die Nachfrage durchaus wächst, nachhaltige Produkte sind zu teuer für den „Normalverdiener“ und lokale Gründerprojekte scheitern an den risikofeindlichen Banken. Noch hat die Kapitalismusmafia den „Markt“ fest im Griff. Wenn die gewählten Volksvertreter ihre ihnen eigentlich verliehene Macht nicht nutzen, um dieser absolutistischen Herrschaft ein Ende zu bereiten, wird dies mit der sich ausbreitenden globalen Gewalt geschehen.

Nur lokale oder regionale Produkte können nachhaltig sein

Dass alle Produkte, die Menschen glauben zu benötigen, Generationen halten können, zeigen Länder wie Kuba und Millionen kleine Gemeinschaften überall auf der Welt. In Kuba besteht aktuell die Gefahr, dass der amerikanische Gewaltkapitalismus die Insel bald überrollt, die Mafia läuft sich bereits warm. Andererseits kann ein der Welt geöffnetes Kuba den Menschen zeigen, wie sich alle Dinge irgendwie reparieren lassen, wie sich alle Produkte auch im Lande herstellen lassen. Aber auch die anderen „Inseln nachhaltiger Produktion“, die es selbst in Europa und den USA schaffen zu entstehen, sind eine Hoffnung, dass es eine Wende zur Vernunft, den überlebensnotwendigen Entzug für die Menschen, geben kann. Nur ein Ende des Merkantilismus, der vor fast 500 Jahren begann, die Welt zu erobern, eine Entmachtung der Händler und Banken und die Enteignung der Finanzmogule, die ohnehin nur fiktives, totes Kapital besitzen, wird eine friedliche Zukunft möglich machen.
Ein internationaler Austausch nachhaltig, also auch ethisch korrekt hergestellter Waren ist möglich, ohne die mafiösen Zwischenhändler, sondern direkt von Gemeinschaft zu Gemeinschaft, von Produzent zu Benutzer. Verbraucher, die Waren und Güter nur erwerben um sie nach kurzer Zeit wieder wegzuwerfen, darf es nicht mehr geben.

https://magazin.spiegel.de/digital/?utm_source=spon&utm_campaign=heftkastenhp#SP/2015/16/133575573
http://www.deutschlandradiokultur.de/ethischer-konsum-macht-und-ohnmacht-der-verbraucher.1895.de.html?dram:article_id=283538
http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/08f09dee-c131-3898-beea-3efa0cea90b0/20430085?doDispatch=1

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