„Oida, Trenn!“ – Unmissverständlich und für jedermann einfach nachvollziehbar soll sie sein: die Botschaft der ARA in Zusammenarbeit mit der MA 48, der „Abteilung für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark“ in…

„Oida, Trenn!“ – Unmissverständlich und für jedermann einfach nachvollziehbar soll sie sein: die Botschaft der ARA in Zusammenarbeit mit der MA 48, der „Abteilung für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark“ in Wien.

Mülltrennung soll nicht nur ein theoretisches Konzept sein, sondern im Alltag umgesetzt werden! Damit ist das Ziel dieser Kampagne, das allgemeine Bewusstsein für Mülltrennung zu wecken und zu erhalten.

Gemeinsam mit dem Rapper-Duo „Trackshittaz“ und dem Song „Oida, trenn!“ spricht die Initiative vor allem Jugendliche an. Im Kindergarten und in der Volksschule wird das Thema „Mülltrennung“ meist eingehender vermittelt. In den weiteren Schulstufen verliert es für viele Jugendliche aber scheinbar immer mehr an Bedeutung. Damit richtet sich die Kampagne verstärkt an die junge Generation. Trotzdem: Auch die vielen Wienerinnen und Wiener, die bereits vorschriftsgemäß ihren Müll trennen, sollen in ihrem Umweltbewusstsein gestärkt werden.

Interview: Ulli Volk, Leiterin des Bereichs „Öffentlichkeitsarbeit und Produktmanagement“ für die MA 48, spricht mit energieleben.at über die „Oida-trenn!“-Kampagne. Ulli Volk hat an der BOKU „Kulturtechnik und Wasserwirtschaft“ studiert. Seit 2002 ist sie bei der MA 48 tätig.

energieleben: An der „Oida Trenn!“-Kampagne ist eine ganze Anzahl von Menschen beteiligt. Daher zunächst die Frage: Welches sind Ihre Aufgaben im „Oida, Trenn!“–Team, von wem stammt der Titel?

Ulli Volk: Als Leiterin des Öffentlichkeitsarbeitsbereichs bei der MA 48 war ich direkt bei der Erstellung und Planung der Kampagne miteinbezogen. Die Idee zum Slogan „Oida, trenn“ stammte von der Werbeagentur („St. Stephens“) unseres Kooperationspartners der ARA AG. Der Feinschliff beziehungsweise die Ausgestaltung des Sujets, sowie die Idee mit dem Song und der Einbeziehung der „Trackshittaz“ kam dann in einem gemeinsamen Entstehungsprozess.

energieleben: Warum gibt es die Kampagne eigentlich? Weiß nicht ohnehin jeder über Mülltrennung Bescheid?

Ulli Volk: Grundsätzlich weiß jeder, dass es so was wie Mülltrennung gibt, das ist richtig. Trotzdem ist es ein Thema, an dem man ständig dran bleiben muss. Es reicht nicht, wenn man das Thema Mülltrennung einmal in der Volksschule hört und dann nie wieder. Wenn man es nicht immer wieder in Erinnerung ruft, dann wird man schleißig und faul. Man denkt sich dann vielleicht auch: „Ach, das bringt eh nichts“. Wenn man die Vorzüge für die Umwelt und das Geldtascherl immer wieder in Erinnerung ruft, beziehungsweise das Thema durch plakative Kampagnen wieder zur Diskussion bringt, dann wacht man wieder auf und reißt sich wieder mehr zusammen. Und man fühlt sich außerdem auch darin bestätigt, wenn man ohnehin Müll trennt.

energieleben: „Oida, Trenn!“ – wenn ich das vor mich hinsage, wird mir bewusst:
Ein ur-wienerischer Slogan. Wie kam es dazu?

Ulli Volk: Es ist sehr wienerisch, das ist richtig. Gerade Jugendliche verwenden diese Ausdrücke wieder. Der Song „Oida, taunz“, welcher bei der ORF-Casting Show „Helden von morgen“ sehr bekannt wurde, hat dies ja auch wieder sehr „in“ gemacht. Und genau auf diesen Zug sind wir aufgesprungen. Wir wollten mit dieser Kampagne gezielt die Jugendlichen ansprechen. Der Slogan an sich wurde von der Agentur kreiert. Die Trackshittaz konnten wir dann auch recht schnell gewinnen, da sie sich gern für die Umwelt einsetzen.

energieleben: Warum fiel die Wahl auf dieses Lied?

Ulli Volk: Als der Slogan da war, war die Weiterleitung zum Song nicht mehr sehr schwierig. Das lag dann irgendwie auf der Hand, dass wir auch in die Richtung weitergehen wollten, da auch in unseren Köpfen dieses Lied „Oida, taunz“ manifestiert war. Es war quasi das erste, das uns in den Sinn kam, als die Kampagne vorgestellt wurde. Die textliche Umgestaltung durch die Musiker ist meiner Meinung nach auch extrem gut gelungen.

energieleben: Wird der Slogan von Nicht-Wienern verstanden?

Ulli Volk: Österreichweit auf jeden Fall, da der Song hierzulande bekannt ist, die Trackshittaz sind ja beispielsweise selbst Oberösterreicher. Aber auch für Touristen sollte die Botschaft klar und deutlich sein, da das Sujet mit dem Müllbehälter und dem Pfeil mehr als einfach ist.

energieleben: Wo gibt es die größten Lücken im Recycling-System? Wo muss am meisten nachgebessert werden?

Ulli Volk: Es wird immer besser und besser, aber man muss natürlich dran bleiben. PET-Flaschen und Glasflaschen landen leider noch viel zu oft im Restmüll. Das muss verhindert werden.

energieleben: Warum gibt es eigentlich an manchen Standorten Restmüll, Papier und Metall, an anderen Restmüll, Papier und Glas, wieder an anderen Restmüll, Papier und Biotonnen? Gibt es ein bestimmtes Muster, nach dem die Behälter aufgestellt werden, die seltener gebraucht werden? Oder regeln sogar Vorgaben, wie weit die Behälter voneinander entfernt sein sollen?

Ulli Volk: Es geht darum, wie viel Potential vor Ort ist. Dort wo Platz vorhanden ist, in einer relativ kurzen Zeiteinheit (aufgrund der Anzahl der Bewohner eines Hauses, bzw. die Anzahl der Wohnungen) , viele Abfälle von einer bestimmten Fraktion anfallen, wird auch ein entsprechender Behälter aufgestellt.
Beispielsweise kann generell gesagt werden, dass Papier in relativ großen Mengen anfällt, alleine schon aufgrund der Tageszeitungen und Werbematerialien, wenn man diese nicht abbestellt hat.
Papierbehälter stehen in der Regel in dicht verbauten Gebieten, das heißt bei Gebäuden mit einigen Wohneinheiten (ca. 5-10 Wohnungen) direkt im Wohnhaus. Im Einfamilienhaus-Gebiet zahlt sich ein eigener Papierbehälter für jedes Gebäude nicht aus, daher wird hier der Papierbehälter eher auf öffentlichem Grund aufgestellt. Umgekehrt ist der Fall bei den Biotonnen: Die stehen in den Gartenbereichen direkt auf der Liegenschaft. Im innerstädtischen Bereich fallen ja viel weniger Bioabfälle an, da kein Garten vorhanden ist. Biotonnen im innerstädtischen Bereich findet man daher auch auf öffentlichem Grund.
Glas, Metall und Kunststoff fällt generell auf öffentlichem Grund (Gehsteige etc.) an. Bei großen Wohnhausanlagen entstehen pro Haushalt jeweils weniger von diesen Abfällen. Da gibt es von jeder Trenn-Fraktion eine Tonne. Mit Restmüll ist auf jeder Liegenschaft zu rechnen – der fällt bei allen regelmäßig an.

Hier gibt es das Video zur „Oida, Trenn!“-Kampagne:

1 Kommentar

  1. Hat irgendwer vor dieser Aktion schon mal von den Trackshittaz gehört?
    Ich frage mich, ob die hinter der Sache stehen oder ob sie das nur als witzigen Marketing-Gag nutzen.

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