Dadurch was wir Essen haben wir mehrmals täglich die Chance ein Stimme abzugeben und quasi mit unserer Gabel die Welt zu verändern!

Als einfacher Bürger habe ich oft das Gefühl der Machtlosigkeit, dass ich an den großen Problemen dieser Welt nichts ändern kann. Doch dann habe ich folgendes Zitat von Michael Pollan gelesen und es hat meine Sichtweise auf die Dinge geändert: „Wir können die Welt mit der Gabel verändern. Dreimal am Tag haben wir die Möglichkeit, eine Stimme abzugeben.“

Kochen verbessert die Welt

Viele der globalen Probleme hängen mit dem Essen zusammen: Abholzung von Regenwald zur Schaffung von Anbauflächen, Transport von Lebensmitteln rund um den Globus mit hohem CO2 Ausstoss uvm. Mit jedem Essen können wir also entscheiden, wen wir unterstützen: bäuerliche Biobetriebe und das regionale Lebensmittelgewerbe oder eine industrielle, global agierende Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie. 

Kochen ist wieder in! Foodblogs und Kochsendungen boomen, trendige Kochbücher und eine gute Küchenausstattung gelten als Statussymbole. Kochen ist eine sanfte und genussvolle Gegenbewegung zum schnellen Alltag. Kochen ist ein anaolges Erlebnis in einer digitalen Welt. Auch das tradtionelle Rollenbild der „Frau am Herd“ löst sich immer mehr auf. Frauen liegen beim Kochen mit 53 Prozent nur noch knapp vor den Männern, wobei Männer besonders bei der Zubereitung von Fleischgerichten am Herd bzw. Grill stehen.

Kochen
Foto von Heather Ford auf Unsplash

Was soll ich essen um die Welt zu verbessern?

Ernährungsphilosophien gibt es viele, alle locken mit tollen Vorteilen für den Körper und/oder die Umwelt. Doch was stimmt nun wirklich? Ich hab versucht hier ein paar davon näher zu beleuchten, wobei natürlich oft eines ins andere greift und sich pauschal nicht so einfach zusammenfassen lässt. Jedenfalls werden rund 15 Prozent der CO2-Pro-Kopf Emission durch unsere Ernährung verursacht. Können wir nur einen kleinen Teil davon einsparen, sind wir schon einen riesigen Schritt weiter!

Tierische Produkte reduzieren

Vegetarier und Veganer argumentieren immer, dass tierische Lebensmittel so schlecht für die Umwelt sind. Doch warum eigentlich? Es ist tatsächlich so, dass tierische Lebensmittel bei der persönlichen Klimabilanz spürbar ins Gewicht fallen. Fleisch, Käse und Butter sind in der Herstellung und Produktion viel energieaufwändiger als Obst und Gemüse und verursachen damit deutlich mehr CO2.

Die Viehhaltung produziert auch direkt Emissionen, vor allem Methan und Lachgas durch Rinderhaltung. (Übrigens: Bio Rinder aus Ochsen/Bullenmast sorgen leider für noch mehr CO2 Emissionen als Rinder aus konventioneller Haltung.) Der hohe Bedarf an Soja als Futtermittel (vor allem für Geflügel und Schwein) trägt zur Rodung von Urwäldern und der Zerstörung von Ökosystemen und natürlichen Ressourcen bei, was ebenfalls zu einem vermehrten Ausstoss von Treibhausgasen führt.

Kühe auf der Weide
Foto von Jonas Koel auf Unsplash

Ökologische Lebensmittel auswählen

Wie ihr euch sicher denken könnt liegt ihr mit „Bio“ Lebensmitteln in der Regel immer richtig! (Es gibt aber auch Ausnahmen, siehe voriger Punkt) Lebensmittel aus ökologischem Landbau sind nachhaltig und verursachen in den meisten Fällen weniger Emissionen, da Biobauern auf mineralischen Stickstoffdünger und Kraftfutter aus Übersee verzichten. Kauft ihr Bio unterstützt ihr aber noch mehr, beispielsweise eine artgerechte Tierhaltung.

Aber Achtung: nicht jedes Biosiegel ist Garant für ein klimafreundliches Produkt. Es hängt natürlich immer davon ab, was das jeweilige Label vorschreibt und wie der Betrieb tatsächlich geführt wird. Ein klares Plus der Ökobetriebe ist aber fix, dass ihr Böden in der Regel besser mit Humus versorgt werden und daher mehr CO2 binden können. 

Regional und saisonal essen

Nachhaltig ist immer auch untrennbar verbunden mit der Herkunft und der richtigen Jahreszeit. Am klimafreundlichsten sind Lebensmittel, wenn sie gerade Saison haben und nicht von weit her transportiert werden müssen. Vor allem bei Flugzeugimporten sind die Emissionen weitaus höher als beim Schifftransport.

Auch Bioprodukte aus fernen Ländern zählen hier dazu. Flugware wir Bananen, Avocados, Kokosöl, Kaffee, Schokolade uvm. solltet ihr immer als Genussmittel ansehen und zumindestens auf das Fairtrade Siegel achten. So werden Kleinbauern und eine nachhaltige Landwirtschaft in Entwicklungsländern unterstützt.

Foto von Kameron Kincade auf Unsplash

Frische und unverarbeitete Lebensmittel bevorzugen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Verzehr beziehungsweise die Verwendung von frischen und rohen Produkten gegenüber tiefgekühlten oder stark verarbeiteten Lebensmitteln. Als Faustregel gilt: je umfangreicher ein Lebensmittel verarbeitet und je länger es gekühlt wird, desto mehr Energie wird für die Herstellung und die Lagerung benötigt. 

Lagerung und Weiterverarbeitung mitberücksichtigen

Bei einer klimafreundlichen Ernährung geht es wie schon erwähnt nicht nur ums Essen! Auch der Einkauf, die Lagerung und die Zubereitung spielen eine große Rolle. Fahrt ihr beispielsweise mit dem Auto zum Supermarkt, macht das den Vorteil durch den Einkauf von Bioprodukten wieder mehr als zunichte. Energieeffiziente Geräte wie Eier- oder Wasserkocher bieten weitere Einsparpotenziale gegenüber herkömmlichen Kochtöpfen. Auch Kühl- und Gefrierschränke machen ein Drittel des Haushaltsstromverbrauchs aus. Hier auf effiziente Geräte zu achten kann sich also sowohl auf die Umwelt als auch auf die Geldbörse auswirken!

Foto von Ello auf Unsplash

Es gibt wohl nicht „die eine“ perfekte Ernährung. Jeder Körper ist anders und auch für die Umwelt gibt es immer mehrere Aspekte zu beachten. Meine Philosophie ist diese: so ausgewogen und abwechslungsreich wie möglich zu essen, vorwiegend frische saisonale Lebensmittel aus der Region, wo geht Bio. Dazwischen auch mal Leckeres von weit her, aber eben nur manchmal. Fleisch und Fisch ja, aber sehr reduziert und immer in guter Qualität. Was ist eure?

Selbst zu kochen bedeutet Selbstbestimmung. Und es beginnt nicht am Herd, sondern bereits beim Einkauf. Die Wirkung endet auch nicht dort, sondern kann die Welt verändern! Ihr müsst dazu ja nicht gleich auf vegane Ernährung umsteigen, aber einfach bei jeder Mahlzeit zu überlegen und generell zu reduzieren macht auf die Dauer viel aus.

Quellen:
Oliv Zeitschrift, Rosemarie Zehetgruber, „Kochen verbessert die Welt!“‚
Co2Online.de, Karin Adolph, „Tipps für eine klimafreundliche Ernährung

https://www.urgeschmack.de/welt-veraendern/