Fotocredit: unsplash.com/bench accounting
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Was bedeutet der Gedanke des Minimalismus, wenn es um Energieeinsparung geht?

Wenn wir ein kleineres Haus oder Wohnung haben, oder weniger Besitz kann dies auf vielen Ebenen zu mehr Energieeinsparungen führen. Wir müssen weniger Geld verdienen, benötigen meist weniger Heizkosten, müssen weniger putzen und noch vieles mehr. Mein Beitrag über das Energiesparen im Tiny House geht bereits auf einige dieser Aspekte ein.

Aber Minimalismus nur auf sich selbst bezogen ist auch nicht auf allen Ebenen sinnvoll, wenn wir Energie sparen wollen. Worauf müssen wir daher achten, wenn wir wirklich Energie sparen wollen?

Minimalismus als Unterstützung beim Energiesparen

Beim Minimalismus stellen wir uns regelmäßig und immer wieder aufs Neue die Frage, was wir eigentlich wirklich brauchen für ein gutes Leben. Wir reduzieren, und prüfen dann, wie es uns mit dem Weniger geht. Das kann sich sowohl auf materielle Dinge als auch auf unsere Tätigkeiten beziehen.

Sich einzuschränken und dann nicht glücklich zu sein macht keinen Sinn. - Fotocredit: unsplash.com/Priscilla du Preez
Sich einzuschränken und dann nicht glücklich zu sein macht keinen Sinn. – Fotocredit: unsplash.com/Priscilla du Preez

Wichtig ist dabei, dass wir an diesen Prozess mit Neugierde herangehen, und nicht mit Angst. Dass wir nicht reduzieren, weil wir meinen, dass wir es uns nicht leisten können, oder wir es nicht verdient haben, ein schönes Leben zu führen. Minimalismus soll also nicht dazu missbraucht werden, sich selbst zu geißeln oder anderen ein schlechtes Gewissen zu vermitteln.

Vielmehr geht es darum, tiefer zu blicken, und sich nicht durch eine äußere Kompensation einer inneren, meist emotionalen Leere abzulenken. Wenn wir aus Neugierde an die Frage herangehen, wo wir unnötige Dinge weglassen können, die uns ohnehin nicht dienen, oder die wir durch andere Dinge ersetzen können, die uns besser dienen, dann kann uns ein minimalistischeres Leben stärker zu uns und unseren Bedürfnissen führen. Dann passiert das Einsparen, etwa beim Wohnraum, beim Heizen, oder beim Einkaufen fast schon von alleine.

Wenn wir uns also immer wieder mit der Frage des Reduzierens aufs Wesentliche beschäftigen, fangen wir unweigerlich an, immer mehr Dinge, Ideen, und auch Menschen oder Tätigkeiten schrittweise loszulassen. Gleichzeitig ersetzen wir sie jedoch durch Tiefe oder Intensität dessen, was wir in unserem Leben behalten. Wenn es also ein wirkliches stimmiges Weglassen ist, dann haben wir gar nicht das Gefühl, dass wir sparen und uns einschränken. Stattdessen gibt es uns das Gefühl, dass wir so viel mehr dadurch gewinnen.

Ein Tiny House ist zwar mit Reduktion verbunden, aber es kann auch passieren, dass dafür die Heizkosten höher sind, weil es nicht ausreichend isoliert ist. - Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter
Ein Tiny House ist zwar mit Reduktion verbunden, aber es kann auch passieren, dass dafür die Heizkosten höher sind, weil es nicht ausreichend isoliert ist. – Fotocredit: followyourwildheart.org/Elisabeth Demeter

Minimalismus im größeren Kontext

Es gibt viele spannende Aspekte des Minimalismus, die es auch lohnt, selbst auszuprobieren. Dabei sollten wir uns aber nicht in den Einsparungen verlieren, indem wir die Dinge auf andere Personen oder Organisationen auslagern. Wir dürfen das Reduzieren nicht nur auf uns beziehen, sondern sollten den größeren Kontext betrachten.

Wenn wir etwa kein eigenes Gemüse für den Winter einlagern, so können wir damit prahlen, wie wenig Energie wir brauchen. In vielen Fällen, hat sich der Energieaufwand aber lediglich verlagert, weil jemand anders mehr Energie aufwenden muss damit wir reduzieren konnten, und aber dennoch unsere Bedürfnisse abgedeckt werden. Minimalismus und der Gedanke des Reduzierens muss daher immer auch im größeren Kontext betrachtet werden.

Einschränkungen nur damit man weniger Energie braucht sind nicht immer sinnvoll. - Fotocredit: unsplash.com/Alex Padurariu
Einschränkungen nur damit man weniger Energie braucht sind nicht immer sinnvoll. – Fotocredit: unsplash.com/Alex Padurariu

Wenn wir durch das Reduzieren bei uns dafür einen Mehraufwand an Energie wo anders erzeugen, ist es keine wahre Reduktion. Auch wenn wir durch das Reduzieren von einem dafür woanders mehr Aufwand für uns selbst generieren, ist es relevant, die Bilanz zu reflektieren. Das kann etwa sein, wenn wir bestimmte Geräte wie eine Waschmaschine, Drucker, etc. nicht selbst besitzen, und dadurch mehr Aufwand aufbringen müssen, irgendwo hin zu fahren, um diese nutzen zu können. Es kann unterm Strich wirklich eine Reduktion sein, muss es aber nicht.

Fazit

Weniger zu besitzen, weniger zu brauchen und weniger zu tun kann uns helfen zu erkennen, wo wir glauben, nicht genug zu sein, so wie wir sind. Gleichzeitig kann ein Erkennen, dass wir genug sind, so wie wir sind dazu führen, dass wir reduzieren, und weniger Energie aufwenden, anderen etwas beweisen zu müssen. Minimalismus aus der Intention heraus, dass wir genug sind so wie wir sind, kann also immense Energieeinsparung bringen. Auf allen Ebenen.

Weiterführende Quellen

Wie ich im Tiny House Energie spare
Eigenenergie oder Fremdenergie nutzen?
Minimalismus – was ist das eigentlich?
Minimalismus im Tun